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Elversberg vs F95 1:0 – Verloren im Nebel

Elversberg vs F95: Ein feiner Torschuss von Daland (Screenshot Sky)

Elversberg vs F95: Ein feiner Torschuss von Daland (Screenshot Sky)

Trotz einer über lange Zeit guten Leistung verlor die vernebelte Fortuna leider auch in Elversberg.

Bericht · Das Schönste an diesem Nachmittag war das Weihnachtswichteln der Expertenrunde in der Retematäng. Überhaupt ist ja das Schönste an Weihnachten, dass man Menschen, an denen einem was liegt, beschenken kann. Insofern war das einzige Tor des Tages für die ELV kein Geschenk an Freunde. Okay, Käpt’n Kastenmeier ließ die Pille, die sehr scharf aufs kurze Eck kam, durchrutschen, aber als Torwartfehler würde der Ergebene diese Bude nicht werten. Und dass die braven Buben am Ende doch wieder verloren, lag an einem Problem, dass sie seit Wochen verfolgt: Sie machen selbst 99-Prozenter nicht rein. Da hat auch das intensive Schusstraining unter der Trainingswoche nichts geholfen. [Lesezeit ca. 7 min]

Elversberg vs F95: Der durchgerutschte Ball zum Siegtreffer für ELV (Screenshot Sky)

Sagen wir’s einfach, wie’s ist. Fortuna Düsseldorf steht am 16. Spieltag mit nur 13 geschossenen Hütten auf dem vorletzten Platz. Und wenn eine alte Fußballweisheit stimmt, dann gewinnt man nicht, wenn man keine Tore schießt. Heißt im Umkehrschluss: F95 wird den Kopf nur aus der Schlinge ziehen, wenn die Jungs in der Rückrunde mindestens doppelt so viele Treffer aufs Konto einzahlen. Ob der neue Sportvorstand Sven Mislintat dabei helfen kann oder von ihm initiierte Neuverpflichtungen im Wintertransferfenster, ist offen.

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Geholfen hat aus dem beschriebenen Grund auch nicht, dass die Roten mehr Torschüsse (17:15) fabrizierten und auf einen ordentlichen xGoals-Wert (1,32 : 0,86) kamen, also nicht nur öfter auf das Elversberger Gehäuse zielten, sondern damit theoretisch auch dichter dran an einem Tor waren als die Hausherren. In allen anderen Statistikwerten waren die ELVen uns allerdings überlegen, und eine Passquote von nur rund 75 Prozent ist am Rande von erbärmlich.

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Und trotzdem sah die Truppe von Cheftrainer Markus Anfang nie wie ein klarer Verlierer aus, ungewöhnlich bei einer Partie des Tabellenfünfzehnten gegen den Inhaber von Platz 2 der Tabelle. Weil Braunschweig gewann und Fürth und Magdeburg Unentschieden spielten, wurde Fortuna also durchgereicht. Und so kann unsere Mannschaft selbst bei optimalen Ergebnisse der direkten Kontrahenten selbst mit einem Sieg gegen Fürth bestenfalls auf den 15. Platz springen. Das ist die Realität.

Elversberg vs F95: Ohne Worte (Screenshot Sky)

Als die ersten Bilder aus Elversberg auf dem Bildschirm in der Retematäng erschienen, meinte einer: Hey, die haben aber ganz schön Pyro gezündet, werden doch wohl nicht die Elversberger gewesen sein. Ha, ha… Denn in Wirklichkeit handelte es sich um waschechten Naturnebel, der mal mehr, mal weniger über die Wiese waberte und es dem ergebenen Beobachter schwer machte, dem Spiel durchgehend zu folgen. Deshalb muss er weite Teil des Spielberichts den diversen Live-Ticker entnehmen.

Cheftrainer Anfang hatte eine interessante, ein wenig unerwartete Startelf aufgeboten. Ersetzt werden musste Vizekäpt’n Tim Oberdorf, der nach seiner dummen rotgelben Karte gesperrt war. Der Ergebene hatte in seinem Vorbericht eine völlig andere Viererkette vorgesehen, natürlich mit Jordy de Wijs. Der kam dann aber erst in der 53. Minute als Ersatz für Jesper Daland. Der arme Norweger war bei einer Abwehr blöd umgeknickt und musste raus. Bis dahin hatte Jesper ein ziemlich gutes Spiel gemacht; ja, er zählte zu den Besten Fortunen. Und das ist erfreulich, denn so langsam überzeugt Daland uns davon, dass er doch kein Flop ist.

Elversberg vs F95: Daland verletzt (Screenshot Sky)

Als zweiter Innenverteidiger arbeitete wieder Eli Egouli, der sich anscheinend nach und nach etabliert. Fehlerfrei agiert er nicht, und ein bisschen trägt er die Verantwortung daran, dass es zur Schusssituation zum 1:0 für die Gastgeber führte. Wobei – um schon mal vorzugreifen – es auch dieses Mal eine Fehlerkette war, die schon drei Stationen vor dem Treffer begann. Kenny Schmidt trat als linker AV an, und Emma Iyoha, den der Ergebene für diesen Job gar nicht auf dem Schirm hatte, auf der anderen Seite. Diese Viererbande klappte insgesamt ganz gut, war nur – mangels gemeinsamer Praxis wahrscheinlich – in den ersten 20 Minute beunruhigend verpeilt, groovte sich dann aber ein. Mit der Einwechslung von Jordy änderte sich wenig, außer dass die offensiven Ambitionen von Jesper Daland wegfielen.

Mit Sima Suso und Anou El Azzouzi haben sich anscheinend zwei gefunden, die prima zusammenpassen. Könnte sein, dass der gute Klaus Sima den Stammplatz vom aktuell verletzten Tim Breithaupt erbt. Das Schöne an diesem Duo ist, dass sie sich bei den Aufgaben eines defensiven Sechsers und eines Achters situationsbezogen abwechseln. Zusammen mit Shinta Appelkamp, der etwas überraschend in die Mannschaft kam, entsteht ein interessantes Mittelfelddreieck mit Zukunftsperspektiven.

Elversberg vs F95: Zweikampf im Nebel (Screenshot Sky)

Links wirkte Florent Muslija im Angriff, rechts Chris Rasmussen. Man würde den beiden begabten Fußballern von Herzen wünschen, dass sie auch das Toreschießen lernen und nicht dicke Chancen versieben. Zum Beispiel in der 61. Minute, als Mukki M. einen schicken Pass von Chris aus aussichtsreicher Lage weit über den Kasten drosch. Diejenigen unter den Experten und Fans in der Retematäng, die selbst Fußball spielen und gespielt haben, meinten unisono: Den hätte er einfach mit der Innenseite ins Tor schieben müssen, nicht draufhauen. Der Ergebene ist sich sicher: Das wäre der Siegtreffer gewesen.

Finde den Fehler: Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, machen also Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Deshalb unsere Bitte an alle: Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn uns auf einem der bekannten Wege – z.B. per Mail an kontakt@fortuna-punkte.de oder über das Kontaktformular. Wir versprechen, falls wirklich etwas Falsches im Beitrag stand, bedanken wir uns nicht nur, sondern korrigieren es umgehend. Schönen Dank im Voraus!

Denn so richtig überzeugend im Stil einer Spitzenmannschaft trat die ELV nicht auf. Könnte es sein, dass es sich bei den Saarländern bloß um einen Scheinriesen handelt, der über den Rest der Saison schrumpft? Offensiv sah eigentlich nur dieser Zimmerschied aus, über den der meiste Druck aufkam. Erst der eingewechselte Torschütze konnte diesem Kollegen das Wasser reichen.

Elversberg vs F95: Schöner Angriff (Screenshot Sky)

Nein, Schiss in dä Büx hatten unsere Recken nicht. Ob man das schon Mut nennen kann, was sie da abfeierten, wäre zu klären. Immerhin standen sie meistens dicht an ihren Gegenspielern, pressten systematisch im Mittelfeld und gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Hätte der Kader diese Härte schon in den ersten Spielen der Saison gezeigt, stünde die Fortuna nicht da, wo sie jetzt steht. So viel ist gewiss. Und dass sie es tun, muss man als Verdienst von Markus Anfang betrachten. Genau wie die Tatsache, dass sie konditionell deutlich verbessert wirken.

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Wie ja überhaupt die Niederlagen während seiner bisherigen Amtszeit weniger auf sein Konto gehen als auf das der Mannschaft. Muss auch mal gesagt werden.

Bis knapp vor dem entscheidenden Treffer wirkte die Chose wie ein klassisches 0:0, wobei die Fortuna in der zweiten Halbzeit näher an einer Bude war als die Weißen. Da war ja nicht nur dieses Ding in der 61. Minute. Schon in der 18. Minute hätte Cedi Itten einlochen können, hätte da nicht der beste Mann der ELVen ausgerechnet im Tor gestanden. Den zwangen unsere Jungs über die Spielzeit zu fünf mehr oder weniger glänzenden Paraden. In der 35. muss er einen scharfen Kopfball von Jesper Daland klären – den hätte auch nicht jeder Keeper gehabt. Und dann dieser Hammer in der 45. Minute. Wieder ist es Daland, der dieses Mal zentral im Rückraum ans Gerät kommt, sich die Pille noch zurechtlegt und dann draufhält. Ob der ELV-Tormann noch dran war? Wurde nicht geklärt. Leider traf der harte Ball dieses Mal nur die Latte.

Elversberg vs F95: Torschuss der Hausherren (Screenshot Sky)

Auch die Hausherren hatten ihre Chancen, die aber – ganz subjektiv bewertet – nicht sooo hundertprozentig waren wie unsere. In der 12. Minute hielt unser Käpt’n, aber das Ding hätte eh wegen Abseits nicht gezählt. In einer Stochersituation in der 21. Minute war dann Flo Kastenmeier der Einzige, der den Überblick behielt und ein Tor verhinderte.

Menschen, die trotz dicker Luft mehr gesehen haben als der Ergebene, melden, dass es sich um ein munteres Spiel gehandelt hat, um das, was Spochtrepochter gern einen offenen Schlagabtausch nennen. Ja, man konnte ahnen, dass diese vernebelte Partie hin und her wogte wie die Nebelschaden über der Kaiserlinde. Ein Mitexperte meinte: Gibt’s da noch keine KI, die den Nebel aus den Aufnahmen filtern kann? Scheint nicht so. Jedenfalls war das Geschehen auf der gegenüberliegenden Seite über längere Phasen nicht wirklich zu erkennen.

Ach, eine vergebene Großchance haben wir noch vergessen. Wieder aus dem Zusammenspiel von Rasmussen auf Muslija entstanden. In der 54. schickt der Florent den Christian, der es aber nicht schafft, passend auf den Kasten zu hämmern. Oder in der 62. Minute, als er einen wunderhübschen Steckpass von Shinta Appelkamp empfängt, es nur noch mit dem Torhüter zu tun hat und diesen anschießt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fortuna nicht nur mehr Schüsse aufs Tor, sondern eindeutig die gefährlicheren. Und, vielleicht, ja, vielleicht, hätte ein Team, das weiter oben steht und mehr Selbstbewusstsein in sich trägt, die Dinger reingemacht und nicht weiter anbrennen lassen. So wie damals beim 5:0-Sieg am selben Ort…

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Früher zählt nicht, und morgen gibt’s noch nicht. In den 15 Minuten vor dem alles entscheidenden Treffer tat sich weniger. Beide Teams minimierten die Risiken, was ja oft der Fall ist, wenn beide mit einem Remis zufrieden wären. Eine Niederlage beim Tabellenzweiten war ja – siehe Vorbericht – genauso eingepreist wie das verlorene Schalke-Spiel. Aber gegen den Trend und alle Quoten zu gewinnen, wäre genau das gewesen, was die Mannschaft, der Verein und die Fans gebraucht hätten.

Nur auf Halten zu spielen, wurde der Sache von beiden Seiten nicht gerecht. Vielleicht hätte genau in dieser Viertelstunde mehr Mut, mehr Risiko die Partie auf Düsseldorfer Seite kippen lassen. Leider hatte Markus Anfang in der 63. Minute merkwürdig gewechselt, ohne dass irgendwelche Wehwehchen erkennbar waren. Weil Christopher Lenz (offiziell für Shinta Appelkamp) und Luca Raimund für Chris Rasmussen kamen, stand nun ein Defensiver mehr für Rot auf dem Platz. Schwer zu verstehen. Nach dem Tor offensiv zu wechseln, er gab mehr Sinn: Zan Celar für Emma Iyoha, Danny Schmidt für Sima Suso. In Summe traten nun vier Stürmer für uns an; die Viererkette war wieder eine Viererkette, und nur noch Anou El Azzouzi sollte das Mittelfeld beherrschen.

Elversberg vs F95: Noch eine Großchance (Screenshot Sky)

Pah, dachten sich die Elversberger und reagierten auf eine Art, die manche „abgezockt“ nennen, die aber in Wahrheit auch nichts anderes ist als Zeitspiel. Man hielt beim Spiel hinter dem Ball das Ding in den eigenen Reihe und suchte gelegentlich die Eckfahne. Da ging einfach nix mehr. Schade.

Wie’s aussieht ist das Heimspiel gegen die Greutherfürze die letzte Gelegenheit, uns Fans noch mit einem Geschenk in die Winterpause zu schicken. Und wenn es dann am 16. Januar im Revanchespiel gegen Bielefeld geht, sind die fortunistischen Karten sowieso komplett neu gemischt. Gleich an seinem ersten Arbeitstag hat Mislintat Sportdirektor Chris Weber geschasst. Dessen Position wird nicht neu besetzt, das macht der Chef dann selbst. Immerhin darf Allofs-Spezi Tino Polster als Pressesprecher bis zu seiner Rente im Sommer bleiben. Bis dahin wird die Kommunikationsabteilung übrigens vom Vorstandsvorsitzenden Alex Jobst geleitet – da kann nach der Allofs-Zeit fast alles nur besser werden. Und vieles spricht dafür, dass an vielen Stellen in der Verwaltung Stellen eingespart und Prozesse vereinfacht werden. Kann ja auch nicht schaden…

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