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KSC vs F95 1:1 – Wenn der Schiri das Spiel dreht…

KSC vs F95: Die Szene zum 1:1 (Screenshot Sky)

KSC vs F95: Die Szene zum 1:1 (Screenshot Sky)

Im Sonntagsspiel im Wildpark holte die sich ständig verbessernde Fortuna gegen den KSC leider nur ein Unentschieden, obwohl mehr drin war.

Bericht · Wer diese wundervolle Fortuna-Website schon seit Längerem liest, weiß, dass der Ergebene nicht zum Schiri-Bashing neigt und sich nur dann hier aufregt, wenn die Mannschaft seines Herzens ernsthaft verschaukelt wurde (Stichworte: Jablonski und Kiel). Deshalb, nein Referee Felix Bickel hat die Partie nicht verschoben, sondern mit zwei zunächst unscheinbaren Fehlentscheidungen und danach mit einer ungenügenden Absprache mit dem notorischen VAR Schlager für das KSC-Ausgleichstor gesorgt. So kam’s zum 1:1, das bis zum Abpfiff Bestand hatte. [Lesezeit ca. 8 min]

KSC vs F95: Der gut gefüllte Auswärtsblock (Screenshot Sky)

Aber, mal ehrlich, wann haben wir Liebhaber:innen der glorreichen Fortuna zuletzt mit einem auswärts erreichten Unentschieden gehadert? Eigentlich ist das Blöde an der Begegnung, dass die Rotweißen in einer überlegen geführten ersten Halbzeit nur eine Bude gemacht haben – und nach dem Ausgleich nicht in der Lage waren, nachzulegen. Freuen wir uns doch einfach ein bisschen, dass wir SO über eine Auswärtspartie diskutieren dürfen.

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Der nun wirklich erfahrene Bundesligaprofi Christopher Lenz kommentiert die ganze Sache mit dem Ausgleichstor übrigens so und hat zu hundert Prozent Recht: „Ich verstehe nicht mehr, dass wir ihn [den VAR] haben. Wir haben es damit probiert, aber grundsätzlich liebe ich den Fußball mehr, wenn ein Tor fällt und der Schiedsrichter oder Linienrichter mal einen Fehler macht. Wir Spieler machen auch Fehler, dann ist das mal so. Aber mit dem Video-Assistenten dann noch so viele Fehlentscheidungen oder diskussionswürdige Entscheidungen zu haben, das macht einfach keinen Spaß.“ Nein, lieber Lenzer, Spaß macht das schon lange nicht mehr, vor allem, seit der fußballgottverfluchte DFB ständig an der Institution VAR rumdoktert und Schiedsrichter und Videoassistenten damit verunsichert.

Worum es geht: Stand der KSC-Spieler Scholl beim Ausgleichstreffer in der 54. Minute im aktiven oder im passiven Abseits? Denn dass er abseits stand, steht außer Zweifel. Tatsächlich steht in allen Live-Tickern, dass Franke nach Freistoß durch Wanitzek auf Scholl weitergibt, der Burnic per Kopf einsetzt. Spieler Scholl ist also aktiv am Zustandekommen des Treffers beteiligt – aber, stand er bei der Weitergabe durch Franke im Abseits? Passiv wäre es, wenn er in der Folge nicht eingreift. Tut er aber, denn er hindert Tim Oberdorf am Zweikampf mit Burnic. Zur Verteidigung von Bickel und Schlager muss man allerdings sagen, dass die Situation kompliziert genug war, dass die TV-Bilder sie nicht vollständig klärte. Der Feldschiedsrichter entscheidet auf Tor, der VAR schaltet sich ohne Nachfrage ein, findet keine offensichtliche Fehlentscheidung und korrigiert Bickel nicht. So war das…

KSC vs F95: Einer der wenigen KSC-Abschlüsse (Screenshot Sky)

Aber, es gibt noch mindestens ein Aber: In zwei Situationen zuvor lag der Unparteiische zumindest ein bisschen daneben, indem er nach Zweikämpfen zweimal gegen F95 und für den KSC entschied. Damit förderte er das (Wie heißt es heute so unschön?) Momentum der Hausherren, die gerade zum ersten Mal in der Partie begannen, Druck aufzubauen. Denn in der Halbzeit kam genau 0,06 von den Badener – exakt so lautete der xGoals-Wert laut Opta.

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Auch wenn unsere Jungs keine Offensiv-Pyroshow zauberten, waren sie doch jederzeit nicht nur Herr der Lage, sondern einer Bude richtig nah. Am Ende standen übrigens 19 zu 6 Torschüsse zugunsten der 95er auf der Uhr. Und mit solch einem Wert muss man ein Spiel eigentlich gewinnen. Zudem hatten sie mehr Meter in den Beinen und lagen in der ersten Halbzeit bei der Pass- und der Zweikampfquote vorn. Statistiken entscheiden keine Partien, dafür sind also Schiri und VSAR zuständig…

Was die Startaufstellung angeht, gab es eigentlich nur zwei Überraschungen: eine schöne, denn Florent „Mukki“ Muslija war nun doch fit, und eine personelle, denn Chefcoach Anfang setzte nicht Valle Lunddal auf die rechte Schiene, sondern das alte Kampfross Zimbo Zimmermann. Vielleicht hätte er unseren Isländer in der 58. Minute auch nicht einwechseln sollen, denn so dermaßen von der Rolle hat man den großen Weißblonden noch nie gesehen. Dass der KSC nach dessen Einwechslung über diese Seite oft gefährlich wurde, hat ursächlich mit dem umfangreichen Fehlerhalten von Valle zu tun.

KSC vs F95: Satoshi Tanaka fährt harte Zweikämpfe (Screenshot Sky)

Und weil Markus Anfang keine Wahl hatte, als auf Sieg zu spielen, ging er (Achtung: Thioune-Begriff!) in der 87. Minute All-in. Für den Lenzer kam Suso, Celar ersetzte Itten und Sotiris nahm den Platz von El Azzouzi ein; Cedi und Anou hatten viel gearbeitet und wirkten ein wenig platt. Irgendeinen Effekt auf die letzten Minuten hatten die Wechsel leider nicht.

Um es mal zu thematisieren: Unter den Experten in der Retematäng wird – genauso wie im 41er bei Heimspielen – zunehmend an Vizekäpt’n Tim Oberdorf ein, dem vorgeworfen wird, zu wenig Action ins Spiel zu bringen, ja, manchmal ein wenig schlafmützig zu wirken. Vielleicht braucht der Lena ihr Bruder mal eine Pause. Nicht dass er dann so pissig reagiert wie Chris Rasmussen, der wohl erheblich geschmollt hat, nachdem er in der Vorwoche gar nicht eingewechselt wurde. Dieses Mal kam er in der 77. Minute für Shinta Appelkamp und trat zweimal erwähnenswert in Erscheinung. Kurz nachdem er die Wiese betreten hatte, servierte er Cedi Itten einen feinen Steckpass; Cedi zieht mächtig ab; die Pille wird von seinem Sonderbewacher mit der Schulter geblockt. Und dann trat Rasmussen zu einem direkten Freistoß aus rund 25 Metern, nicht ganz zentral, an. Nicht nur dem Ergebenen fielen legendäre fortunistischen Freistoßknipser ein, zum Beispiel ein Ao Tanaka. Der junge Däne setzten den Schuss leider daneben.

KSC vs F95: Chris Rasmussen vor dem versemmelten Freistoß (Screenshot Sky)

Eli Egouli war wieder an Bord und machte seine Sache ordentlich. Als es gegen Ende nochmal um ein mögliches Siegtor ging, stand unser Riese im Strafraum, um vielleicht doch mit der Birne einzunetzen – leider vergebens. Sein Nachbar in der Dreierkette, Kenny Schmidt, hatte viel Arbeit, weil das bisschen Offensive der Badener in der ersten Halbzeit vorwiegend über seine Seite kam. Manchmal musste er sich mit dem gefürchteten Wanitzek rumschlagen, der zwar unerwartet tief spielte, aber sich – ebenfalls unerwartet – mehr auf dem rechten Flügel des KSC bewegte als auf der angestammten linken Seite.

So richtig dicke Chancen hatten die Gäste nicht. Nur in der 13. Minute sah es nach einem (Wie sagen Spochtrepochter immer?) „kuriosen“ Tor für die Fortuna aus. Der KSC-Keeper lungert außerhalb seines Sechzehners herum, da erobert Mukki den Ball und probiert eine Bogenlampe aus gut und gern sechzig Metern. Der Torwart erkennt die Gefahr rechtzeitig und legt den Rückwärtsgang ein. Die Länge stimmt, aber das Ei geht daneben; hätte der Tormann aber auch wohl gehabt.

Finde den Fehler: Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, machen also Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Deshalb unsere Bitte an alle: Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn uns auf einem der bekannten Wege – z.B. per Mail an kontakt@fortuna-punkte.de oder über das Kontaktformular. Wir versprechen, falls wirklich etwas Falsches im Beitrag stand, bedanken wir uns nicht nur, sondern korrigieren es umgehend. Schönen Dank im Voraus!

Zur Pause stand es nicht nur 1:0 für die schicke Fortuna, sondern die Truppe führte auch bei den relevanten Quoten. So brachten es die Hausherren wie erwähnt auf einen lächerlichen xGoals-Wert von 0,06, während unsere Buben in dieser Disziplin bei 1,8 lagen. Klar, schließlich hatten sie ja eine Bude gemacht. Und das kam so: Irgendein weites Ding, vermutlich von Oberdorf kommt an der Ecke des Fünfers runter. Der KSC-Tormann will ihn sich greifen, wird aber vom eigenen Mann behindert. So gerät die Pille an des Lenzers Füße. Er legt präzise quer auf den sehr freistehenden Itten, der tut, was sein Job ist: reinhauen, das Ding. Das in der 41. Minute zum optimalen Zeitpunkt.

KSC vs F95: Das feine Tor von Cedi Itten (Screenshot Sky)

Basis für diesen Teilerfolg waren die stabile Dreierkette, die engagierte Arbeit von Satoshi Tanaka und Anou El Azzouzi, die Kreativität von Mukki Muslija und das kluge Spiel des Lenzers. Und natürlich Cedi Ittens Torinstinkt. Wieder mal viel zu unauffällig der Auftritt von Shinta Appelkamp, und Zimbo Zimmermann rannte viel, war aber nicht besonders effizient. Leider war es seine Schiene, die – vorwiegend von Tim Oberdorf – im Spielaufbau gesucht wurde. Und negativ fiel nicht nur dieses rechtslastige Spiel auf, sondern dass viel zu selten das öffnende Mittel des Diagonalpasses genutzt wurde. Insofern lag das Zwischenergebnis eher an der miesen Leistung der Gastgeber als am bezaubernden Spiel der Fortuna.

Es ist anzunehmen, dass KSC-Trainer Eichner – im Rahmen seiner eher friedlichen Mittel – den Blauen den Marsch geblasen hat. Denn die kamen zurück aufs Feld und hatten nur noch Druck, Druck, Druck im Sinn. Sah gefährlicher aus als es war. Denn die nächste echte Chance hatten wieder die Fortunen. In der 50. Minute erobert (mal wieder) Tana das Ei, gibt weiter auf Cedi, der einen klasse Steckpass auf Anou produziert, der sich in guter Torschussposition befindet. Statt draufzupöhlen, meint er, sich den Ball auf den stärkeren Fuß legen zu müssen. Er wird gestört, Chance vorbei.

KSC vs F95: Diskussionen und der Schiri (Screenshot Sky)

Eigentlich machen unsere Jungs jetzt alles richtig und haben Spielkontrolle. Aber dann beginnt die Stunde des sogenannten Unparteiischen namens Bickel. Schon um die 50. herum pfeift er einen Zweikampf in der Nähe der Mittellinie zuungunsten der Weißroten ab. Drei Minuten später wieder. Beide Male hätten sich im Anschluss interessante Optionen für die Fortuna ergeben können, beide Mal zerstört der Schiri den Spielfluss. Und beim zweiten Mal kommt es zu der beschriebenen Situation, die im Ausgleichstreffer mündet. Man kann, ja, man muss sagen: Schiedsrichter Bickel hat die Partie zugunsten des KSC gedreht.

War aber genug Zeit auf der Uhr, den kapitalen Bock von Schiri und VAR auszumerzen. Leider verliert sich die Partie bis zur 75. Minute in fruchtlosem Kleinklein. Zwischendurch wird auf beiden Seiten gewechselt, was dem Spielfluss auch nicht in die Strümpfe hilft. Auch wenn in den meisten Spielberichten steht, der KSC sei nicht mehr so harmlos gewesen wie in der ersten Halbzeit: Der Ergebene hat weiter eine schwache Leistung bei den Hausherren gesehen; am besten gefiel ihm noch Torhüter Bernat, der ein paar heiße Dinger abwehrte – vor allem, wenn sie von Cedi stammten.

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Um es noch einmal zu belegen: Der KSC kriegte zwischen der 54. Minute (Ausgleichstor) und der 81. Minute nicht einen einzigen Torschuss hin! Und das, obwohl die Blauen den Druck hochhielten. Tatsächlich hatten sich unsere Jungs auch einigermaßen zurückgezogen, und phasenweise sah es aus, als seien beide Teams mit dem Unentschieden zufrieden. Das aktuelle Fortuna-Dilemma zeigte sich aber deutlich in den letzten rund zwanzig Minuten: die Offensive.

Wie erwähnt hatte Chris Rasmussen den unauffälligen Shinta Appelkamp ersetzt, was aber keine Veränderung brachte. Und auch die Wechsel in der 87. Minute brachten keinen Fortschritt. Natürlich nicht die Einwechslung von Zan Celar für Cedi Itten; der Ergebene ist sich sicher, dass Celar dem Kader kein bisschen weiterhilft. Vielleicht war es aufgrund des Vertrags nicht möglich, aber man hätte den Leihspieler der Queens Park Rangers in der Winterpause gern gehen lassen können. Nun hat Sven Mislintat mit Jordi Paulina und Marin Ljubicic gleich zwei Mittelstürmer verpflichtet, die aber beide aus Verletzungs- beziehungsweise Fitnessgründen nicht einmal im Kader standen. Wenn keiner der beiden bei möglichen zukünftigen Einsätzen nicht gleich einschlägt, werden wir weiterhin ein Problem mit dem Toreschießen haben.

KSC vs F95: Sportvorstand Sven Mislintat (Screenshot Sky)

Und das würde dazu führen, dass die verbesserte Fortuna weiterhin mehr gegen den Abstieg zu kämpfen haben wird, als den Anschluss ans gesicherte Mittelfeld der Tabelle zu finden. Ein Insasse der sogenannten Expertenrunde sagte kürzlich, Mislintat hätte besser nach einem erfahrenen Knipser, gern auch jenseits der Altersgrenze von Dreißig, schauen sollen, als nach jungen Talenten. Tja, wenn da ein passender im Angebot gewesen wäre – außer Edin Dzeko…

So aber MUSS nächsten Freitag gegen Münster wieder ein Egal-wie-Heimsieg her, wo wir Fans uns doch mal eine Sieg mit mehr als zwei Toren wünschen würden. Es mangelt aber auch am Offensivkonzept. Die Truppe setzt einfach zu wenige, zu leicht durchschaubare Mittel ein. Der öffnende Diagonalpass auf den anderen Flügel kommt zu selten. Steckpässe in die Zentrale findet man nur ein-, zweimal pro Partie. Und auch mit den Distanzschüssen hapert es. Hach, wär so ein Zaubertor aus der Entfernung schön, zum Beispiel von Tana Tanaka, dem das zuzutrauen ist. Auch Shinta Appelkamp hat so was drauf, traut sich aber zu selten. Und wenn von den Flügeln oder aus dem Halbfeld Flanken kommen, dann sind immer noch zu wenig Burschen in der Box, die daraus Hütten machen können.

KSC vs F95: Rasmussen kommt für Appelkamp (Screenshot Sky)

Was Grund zum Optimismus gibt, ist die stabile Defensive, also die Dreierkette plus Tanaka. Die beiden Schienenspieler gehen inzwischen auch schön mit nach hinten, sodass vor dem Ball eine schwer zu knackende Fünferkette die Bemühungen der Gegner behindert. Wie gut die Defensive ist, sieht man ja auch daran, dass die Kontrahenten nur wenig Torchancen rausholen – der KSC hat das überdeutlich gezeigt.

So gesehen, besteht großen Hoffnung auf den Klassenerhalt. Mehr aber auch nicht. Ohnehin zeigen Spielchen mit dem Kicker-Tabellenrechner, dass Fortuna Düsseldorf am Ende im allerbesten Fall auf Platz 9 oder 10 enden könnte. Was aber angesichts der unteren Tabellenhälfte, in der jeder jeden schlagen kann, letztlich unberechenbar bleibt.

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