Am Freitagabend MUSS unsere arme Fortuna UNBEDINGT gegen Kiel gewinnen – das ist alternativlos!
Analyse · Um eine alte Trainerweisheit zu zitieren: „Wir müssen nur nach vorne schauen.“ Irgendwelche Diskussionen über Verletztenmiseren, verfehlte Kaderpolitik, vercoachte Spiele und unglückliche Niederlagen bringen jetzt nichts mehr. Am Freitagabend steht ein erstes Endspiel gegen den Abstieg an. Zum Glück geht es gegen Holzbein Kiel, ein ziemlich verunsichertes Team mit einem neuen Trainer, das von den letzten zehn Partien sieben verloren hat. Was nix heißen will. Nur gegen die durch eine Gelbrote geschwächten Bochumer konnten sie gewinnen. Und die Fortuna? Drei furchtbare Niederlagen am Stück. Da hilft nur noch der Glaube, dass das Schicksal sich auch wieder mal zu unseren Gunsten wenden könnte. [Lesezeit ca. 4 min]
Ob der F95-Vorstand auch dagegen entschieden hätte, die Mannschaft nicht in diesem fürchterlichen Sondertrikot antreten zu lassen, wenn die aktive Fanszene nicht massiv darauf gedrängt hätte, ist unklar. Nur so besteht die Möglichkeit, dass die Arena von den einzigen wahren Farben beherrscht wird, denn gleichzeitig gilt der Aufruf an alle Fortuna-Fans, in Rot und Weiß gekleidet zu erscheinen … und die Truppe natürlich nach Kräften anzufeuern.
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Das Gegnerporträt
Bis zum Anfang der Rückrunde sah es noch so aus, als etablierten sich die Störche im sicheren Mittelfeld der Tabelle. Da hatten sie schon 23 Zähler auf der Uhr und eine ausgeglichene Tordifferenz. An sich bisschen wenig für einen Erstligaabsteiger, aber Kiel hatte einen extremen Umbruch hinter sich, und der Kader schien nicht besonders ausgeglichen besetzt. Im Pokal kamen sie bis ins Viertelfinale, aber nie sahen sie irgendwo wie der sichere Sieger aus.
Bis Ende Februar holten die Kieler dann nur noch ein Pünktchen, und die Verantwortlichen beschlossen einen Trainerrausschmiss. Rapp musste gehen, der (nicht sehr sympathische) Tim Walter (Wir erinnern uns an seine Zeit beim HSV) kam. Und hat in fünf Partien magere vier Pünktchen geholt. Harmonisch wirkte die Truppe nicht. Wer sich über Fortunas Kaderpolitik aufregt, sollte sich mal die Ostseebande anschauen: nicht viel besser. Von den vier teuren Neueinkäufen (darunter zwei Dänen und ein Norweger) sind nur zwei Stammspieler, und von integrierten Eigengewächsen ist (außer im Tor) nichts zu sehen.
Schaut man sich einzelne Spiele der Störche an, wird man feststellen, dass sie dieselben Schwächen zeigen wie die Fortunen: harmlos im Torabschluss, oft versagend in wichtigen Defensivsituationen. Dafür glänzt das Kieler Mittelfeld, aus dem manchmal Ideen für gefährliche Angriffe kommen.
Die Fakten:
Tabelle:
| Platz | Verein | Spiele | S | U | N | Punkte | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 11. | Fortuna | 28 | 12 | 4 | 12 | 31 | 26:43 |
| 16. | Kiel | 28 | 7 | 8 | 13 | 29 | 34:42 |
Ausfälle:
F95: Anhari, de Wijs(?), Iyoha, Lenz, Rossmann, Schmidt, Zimmermann und Suso (Rotsperre)
Kiel: 5 Spieler
Info:
Freitag, 10. April 2026, 18:30 in der Arena
Schiri: Matthias Jöllenbeck (39): Hat Fortuna zuletzt beim Auswärtssieg in Fürth im September 2024 gepfiffen und uns einen Elfer geschenkt.
TV: Sky (€) / Wow (€)
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Spielplan, System, Aufstellung
Ein Blick auf Lazarett und Strafbank zeigt: Die gesamte Defensive stellt sich von selbst auf. Weil nur drei Innenverteidiger fit sind, ist eine Viererkette ausgeschlossen, und wir müssen uns mit Jesper Daland am westlichen Ende der Kette abfinden. Vielleicht macht er ja endlich mal ein fehlerfreies Spiel. Genauso alternativlos ist das Duo Sataoshi Tanaka und Anou El Azzouzi im zentralen Mittelfeld als Sechser und Achter sowie Cedi Itten als Spitze. Na, mitgezählt? Sechs Positionen sind schon vergeben (die von Käpt’n Maskenmann sowieso). Es geht also nur um die Schienen und die Halbstürmer.
Der Ergebene würde Valle Lunddal rechts auf die Außenposition stellen und nicht Luca Raimund, der in K’lautern mit dem Job überfordert war. Auf der anderen Seite führt kein Weg an Florent Muslija vorbei, der seine Aufgabe sehr offensiv interpretiert, was der Offensive guttut, aber die Defensive schwächt – was mit Daland auf diesem Flügel hinten nicht ohne Risiko ist.
Chris Rasmussen hat dem Ergebenen beim Spiel gegen die Teufelchen in den wenigen Minuten, die er auf dem Platz stand, ganz gut gefallen; deshalb würde er ihm das rechte Halbfeld geben und ihn als halbe Spitze hinter Itten sehen. Irgendetwas an der Tatsache, dass als elfter Mann nun Shinta Appelkamp aufs Feld müsste, stört den Ergebenen. Shinta hat lichte Momente, kann sich aber auch prima verstecken und unauffällig mitschwimmen. Ach, wäre Tim Rossmann doch fit! Der wär genau der Richtige für den Job. Wie wär’s mit Julian Hettwer? Der ist gelernter Linksaußen und sollte inzwischen wieder voll einsatzfähig sein.
Und damit haben wir den rationalen Teil auch hinter uns. Es wird um Emotionen gehen, nicht nur (hoffentlich) auf den Tribünen, sondern auch auf dem Platz. Dafür sind die Spieler ganz allein verantwortlich, da kann ihnen der Trainer wenig helfen. Da müssen sie mit Herz und Mut auftreten. Ja, da müssen sie auch ins Risiko gehen – wer nichts wagt, gewinnt auch nicht. Da müssen nicht nur die Kämpfer (Tan Tanaka, Anou El Azzouzi und Cedi Itten) kämpfen, da muss auch Vizekäpt’n Oberdorf ein bisschen mehr Leidenschaft zeigen. Da muss auf dem Feld mehr und lauter geredet werden, da darf nicht nur gespielt werden, was eingeübt wurde, da müssen sich alle auch mal was trauen. Und wenn die Jungs das tun, dann gehen auch die Fans mit. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Der Tipp
Schon seit Anfang der Woche tragen Kopf, Bauch und Herz nur noch rotweiße Kleidung – Unterwäsche inklusive. Damit wollen sie ihre volle Solidarität mit den Jungs demonstrieren. Und um die Jungs schon vorher zu motivieren, strahlen sie vor Optimismus: Kopf sagt 2:1, Herz meint 3:1 und Bauch tippt auf 3:2.
Wie wär’s? Ein Arena-Alt (5,50€) pro Vorbericht – einfach per Paypal ausgeben:
oder per Paypal an ergebener@fortuna-punkte.de senden.
