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Testspiel: VfL Benrath vs F95 1:12 – Bunte Mischung in erheblicher Torlaune

Benrath vs F95: Strafraumszene (Foto: FP)

Benrath vs F95: Strafraumszene (Foto: FP)

An einem ziemlich warmen Sommerabend im traditionsreichen Benrather Stadion schlug eine bunt gemischte Fortuna den 120-jährigen VfL ausgesprochen torreich.

Bericht · Manche Fortuna-Fans sind komisch. Da kommentiert einer den 12:1-Sieg gegen den VfL Benrath folgendermaßen: „Wie kann man sich über einen hohen Sieg gegen einen Kreisligisten so freuen?“ Hey, lieber Tastaturkrieger, wer genau hat sich denn SO gefreut – außer den anderen Social-Media-Junkies? Wir Fans, die wir das Stadion in Benrath gestern Abend fast vollständig füllten, hatten einfach unseren Spaß an einem Fußballspiel, in dem es um nichts ging – nein, auch nicht um den F95-Sieg. Es war – wie schon gegen Monheim und St. Tönis – ein wahres Freundschaftsspiel. Und hätten es die Gastgeber geschafft, für rund 7.000 Gäste mehr als zwei Bier- und Bratwurststände zu organisieren, wäre der Spaß noch größer geworden. Immerhin lief der Verkauf der merkwürdig gestückelten Verzehrkarten flink ab. Ansonsten waren wieder ganz viele Menschen mit einem F95-Herz anwesend, um zu gucken, was Samir Arabi uns da zusammengestellt hat. [Lesezeit ca. 4 min]

Benrath vs F95: Die Teams bei der Begrüßung (Foto: FP)

Was auch bedeutete, dass nicht wenige ständig das Smartphone in der Hand hatten, um nachzusehen, wer denn diese Nr. 11 wieder ist. Den hatten wir doch noch nicht. Richtig: Neuzugang Lukas Eixler durfte, kaum war die Vertragstinte trocken, in Halbzeit Zwo mittun. Das wird noch dauern, bis die Fans die Namen aller aktuell und offiziell NEUNZEHN (Stand 10.7. vormittags) Zugänge kennen und deren Rückennummern zuordnen können. Mehr Umbruch war in den letzten 25 Jahren noch nie bei der Fortuna.

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Dass Chefcoach Alexander Ende am 4-4-2 mit Raute festhält, wundert niemanden. Dass sich allerdings die Zuordnung der Kaderinsassen auf die drei Systemabteilungen (Verteidigung, Mittelfeld, Sturm) auch schon verfestigt, damit war nicht unbedingt zu rechnen, zumal ja unter den Neuzugängen einige Kollegen sind, denen man das neumodische Etikett „polyvalent“ anheften kann. Unter den Alten übrigens auch: Hamza Anhari kann den schienenspielenden Außenverteidiger ebenso gut wie den echten Flügelstürmer spielen oder auch einen Achter; Zimbo darf nun endlich den Sechser geben, wäre aber immer noch als Außenverteidiger brauchbar. Besonders polyvalent scheint Neuzugang Lukas Eixler zu sein, der in der zweiten Halbzeit als Zehner auftrat, aber alle Mittelfeldpositionen beherrscht und auch als Spitze einsetzbar ist.

Die Aufstellung in der ERSTEN Halbzeit: Milan Czako (TW); Steven van der Sloot (AV), Noah Egouli (IV), Dominique Heintz (IV), Sascha Risch (AV); Jorrit Hendrix, Jomaine Consbruch, Elias Arden und Hamza Anhari (ab der 24. Minute Kaden Amaniampong) (Mittelfeld); Eric Hottmann und Jordi Paulina (Sturm).

Die Tore fielen wie beim Brezelbacken in den Minuten 5, 8, 22, 25, 26, 31 und 41. Wie das kam? Hauptsächliche Ursachen waren das robuste Zweikampfverhalten und das kluge Passspiel. Denn die Jungs vom VfL hatten den Fortunen schon rein körperlich so gut wie nichts entgegenzusetzen. Leider haben die Benrather harte Zeiten hinter sich, die sie aus der Landesliga bis in die Kreisliga A beförderten, das ist dann achtklassig. Übrigens: Eine alte Fußballbauernregel besagt, dass bei Partien zwischen Teams aus verschiedenen Ebenen der Ligenhierarchie der höher angesiedelte Club pro Liga Unterschied zwei Tore mehr zu erzielen habe. Also: F95 3. Liga, VfL Benrath 8. Liga = 5 Ligen Unterschied = mindestens 10 Tore … mission accomplished.

Benrath vs F95: Hamza Anhari leider verletzt (Foto: FP)

Tja, der Ehrentreffer zum 1:2 in der 13. Minute fiel nach einem üblen Ballverlust (War es Jorrit Hendrix? Vom Standort des Ergebenen leider nicht zu sehen …) durch einen Konter der ausgesprochen flinken Benrather Stürmer. Da hatte Torwart Milan Czako – in der aktuellen TW-Hierarchie die Nummer 3 – gar nix zu halten. Und der konnte sich mangels weiterer Chancen für die Gastgeber ansonsten überhaupt nicht auszeichnen. Wirklich scheiße, dass sich ausgerechnet Hamza Anhari nach dem 1:3, das er perfekt vorbereitete, verletzt raus musste. Der wunderbare Kicker, den der Ergebene fest in der zukünftigen Startelf sieht, hat schon wieder Pech.

Die Aufstellung in der ZWEITEN Halbzeit: immer noch Milan Czako (TW); Kaden Amaniampong (ab der 72. Minute Miguel Gonçalves) (AV), Tim Oberdorf (IV), Noah Egouli (IV), Levi Mentzel (AV); Zimbo Zimmermann, Lukas Eixler, Anas Slimani und Killian Sauck (Mittelfeld); Fabian Schleusener und Mechak Quiala Tito (Sturm).

Nachdem der Abschied von Bruder Eli feststeht, durfte Noah Egouli die neunzig Minuten durchspielen, und er machte die Sache kein bisschen schlechter als sein drei Jahre älterer Bruder. Kaden Amaniampong, der Hamza Anhari in der ersten Halbzeit ersetzte, durfte bis zur 72. Minute mitmachen und wurde dann durch Miguel Gonçalves ersetzt, was eine Umstellung mit sich brachte, denn nun rückte Levi Mentzel in die Innenverteidigung, Amaniampong ging nach links, und Zimbo übernahm seinen alten Posten als rechter Außenverteidiger. Auch durch diese Umstellung fand nach dem 1:9 in der 57. Minute offensiv erst einmal wenig statt.

Benrath vs F95: Noah Egouli wie sein Bruder (Foto: FP)

Aber dann machte Knipser Schleusener aus seinem einen Tor in der 57. Minute einen waschechten Hattrick – einmal per Kopf, einmal per Elfer. Aufregend, wieder einmal die Wirbeleien der jungen Wilden namens Killian Sauck und Anas Slimani zu beobachten. Überhaupt schienen die rötliche Gestreiften ziemlich viel Spaß am Spiel zu haben.

Was dem Ergebenen sonst noch in Erinnerung blieb: Der spezielle Laufstil des Dominique Heintz mit seinem Rundrücken und die Souveränität des Elias Arden als Spielmacher aus dem zentralen Mittelfeld. Selbst wenn auch dieses Freundschaftsspiel keine direkten Rückschlüsse auf die Saison geben konnte, zumindest ein gutes und optimistisches Gefühl gibt dieser Kader den treu ergebenen Fans des Düsseldorfer Turn- und Sportvereins Fortuna 1895. Dass diese rotweiß fühlenden Menschen fest zur Fortuna stehen, beweist der unerwartet grandiose Dauerkartenverkauf und die Tatsache, dass nach dem Abstieg mehr neue Vereinsmitglieder gekommen als gegangen sind.

Jetzt fahren sie erstmal nach Österreich, wo sie zwei Testspiele gegen den Linzer ASK (Samstag, 18.7., 15:30) und den slowakischen Erstligisten MFK Ruzomberok (Dienstag, 14.7., 18:00) absolvieren werden. Der Ergebene wird dazu Spielberichte verzapfen.

Wie wär’s? Ein Schumacher-Stadion-Alt (5,50 €) pro Spielbericht – einfach per Paypal geben:

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