Kaum zehn Monate nach dem letzten Pokalheimspiel gegen den SC Freiburg darf die liebe Fortuna am Sonntag es wieder gegen denselben< Gegner versuchen.
Analyse · Manchmal ist der Ergebene so froh, dass er jetzt bloß noch Blogger ist und gewisse Spochtjournalisten nicht mehr „Kollegen“ nennen muss. Denn was vor allem das Lügenblatt und der fortuna-feindliche Schreibfink von Der Westen seit Tagen abziehen, ist einfach nur zum Kotzen. Ja, klar, Chaosmeldungen bringen Klickzahlen, aber dass irgendwer aus den Gremien Gerüchte ausgerechnet an diese miesen Typen durchsteckt, ist bei allem Frust schwer vorstellbar. Aber, Populismus geht immer, also den Wutfans nach der Schnauze schreiben. Die haben sich auf Borgerding und Fuchs eingeschossen, ohne überhaupt zu wissen, was genau der F95-Aufsichtsrat zu entscheiden hat – die Satzung lesen hilft. In der zunächst einmal sportlich schwierigen Situation kommt die Partie gegen den SC Freiburg am Sonntag gerade recht. Die Fortuna hat als krasser Außenseiter nichts zu verlieren. Wenn es gut läuft, werden uns die Jungs so viel Spaß bereiten wie gegen den BVB, wenn’s sehr gut läuft, ziehen sie in die nächste Pokalrunde ein. [Lesezeit ca. 5 min]
Nur eine wirklich schlimme Klatsche würde die Situation verschärfen. Und anstatt Intrigen herbeizufantasieren sollten sich die Schreibfinken lieber mal den Kicker vornehmen und den gut recherchierten Beitrag (hinter der Paywall – mit einem Testabo für 0,99 Euro lesbar) über die wahren Auswirkungen des Fortuna-für-alle-Konzepts lesen. Dort finden sich deutlich mehr Fakten als Spekulationen.
Das Gegnerporträt
Als Bundesligist, der international spielt, ist der SC Freiburg inzwischen so weit weg, dass sich eine Beschäftigung mit dem Verein nicht lohnt. Interessanter ist es, einen Blick auf die sportliche Entwicklung seit unserer unglücklichen Niederlage in der zweiten Pokalrunde letztes Jahr im Oktober zu werfen. Wie weit weg die Breisgauer inzwischen sind, illustrieren die Transferzahlen mit grausamer Härte: Der SCF hat zur kommenden Saison für 36 Mio (darunter 12 Mio für den Torwart Backhaus!) eingekauft und 87,5 Mio durch Verkäufe eingenommen. In Worten: Backhaus hat mehr gekostet, als der gesamt F95-Kader wert ist. Bei den Freiburgern ist übrigens jetzt auch Yannik Engelhardt gelandet, der bei uns zum Spitzenspieler geworden ist.
Trainer Julian Schuster ist SCF-Urgestein und hat ab 2008 zehn Jahre für den Club gespielt, bevor er dann vom legendären Trainer Streich sorgfältig zum Nachfolger herangezogen wurde. Jetzt geht er in seine dritte Saison als Chefcoach. Vor zwei Jahren wurde er völlig zu Recht zu Deutschlands Fußballtrainer des Jahres gewählt. Diese Kontinuität steht schon fast symbolisch für das langjährige Erfolgsrezept des Sportclubs aus Freiburg, und dem wird alles untergeordnet. Spieler, denen das nicht passt, müssen gehen – selbst wenn sie sportlich erfolgreich sind. Und wer zum SCF kommt, weiß genau, was ihn erwartet und wie er sich entwickeln kann. Insofern: Glückwunsch zur Rückkehr, Yannik!
Die Saisonvorbereitung der Freiburger läuft flüssig, und die Niederlage gegen Fürth ist zu vernachlässigen. Schuster lässt meistens ein 4-2-3-1 oder das benachbarte 4-3-2-1 spielen, also wirklich immer mit Viererkette und einer Spitze. Sein Credo ist es, Spielerpaare zu bilden, die von Beginn der Vorbereitung an in jedem Training miteinander arbeiten. Nur der Torwart bleibt natürlich solo. So gehören jeweils der Außenverteidiger zum offensiven Mittelfeldmann auf dem jeweiligen Flügel, und der Zehner bildet ein Duo mit der Spitze – so wie auch die beiden Sechser mit dem jeweiligen Innenverteidiger.
Schusters Spielweise zeichnet sich durch extrem kluges, raumorientiertes Pressing, hohe Intensität, starke Zweikampfführung, eine variable Offensive sowie eine stabile Innenverteidigung aus. Also insgesamt: wenig Manndeckung, feste Strukturen und angestrebt längere Ballbesitzphasen. Was aber auch heißt, dass der SCF nicht gern das Spiel macht, sondern darauf setzt, im Mittelfeld Bälle zu erobern, um dann schnell über die Flügel in den gegnerischen Sechzehner zu kommen. Stark waren sie in der letzten Saison auch bei Standards.
Die Fakten:
Ausfälle:
F95: Hamza Anhari, Eli Egouli(?), Lukas Meiser
Freiburg: 2 Spieler
Info:
Sonntag, 23. August 2026, 18:00 in der Esprit-Arena
Schiri: Robert Hartmann (46): Hat Fortuna zuletzt gegen Bochum am 25. Februar 2026 korrekt und unauffällig gepfiffen.
TV: Sky (€), Wow (€)
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Spielplan, System, Aufstellung
Die Begegnung vor zehn Minuten begann mit einem Schock: Schon nach 6 Minuten stand es 2:0 für den SCF. Aber dann bekrabbelten sich die Fortunen, kamen in der 20. Minute zum Anschlusstreffer und hatten in der 54. Minute eine Riesenchance zum Ausgleich. Das 3:1 fiel dann in der Nachspielzeit, in der F95 alles nach vorn warf. Der Trainer damals hieß Markus Anfang und ließ wie sein Trainerkollege auf der anderen Seite ein 4-2-3-1 spielen. Vielleicht wäre die Fortuna eine Runde weitergekommen, hätte Itten nicht schon nach 21 Minuten verletzt rausgemusst. Das als Rückblick.
Für die Partie am Sonntag sind die Karten neu gemischt. Zwischen den Kontrahenten liegen zwei Ligen, Freiburg hat den Kader klug verstärkt, während Fortuna den maximalen Umbruch hinter sich hat. Und wenn man nur mal so rund 260 Mio Marktwert gegen die knapp 11 Mio der Fortuna hält, dann wird klar: Wir haben keine Chance. Oder doch. Alex Ende zeigte sich diese Woche a) selbstkritisch und b) kämpferisch. Es wird keine Manndeckung übers Feld mehr geben und keine Aufstellungsexperimente. Also könnte es so aussehen:
Die größte Frage wird sein: Lässt er den vielversprechenden Andreas Müller starten? Der Ergebene wäre bei allen Risiken dafür. Auch wenn dessen Startelfaufstellung zulasten des aufstrebenden Elias Arden läuft. Dabei ist der Wechsel zwischen den beiden eh vorprogrammiert. Dass Stevie van der Sloot jemals wieder am linken Flügel wird spielen müssen, werden wir alle nicht erleben. Falls doch, wäre das das Ende von Ende. Sascha Risch hat gegen Hoffenheim gezeigt, dass er nicht so sehr durch den Wind ist, dass er nicht gut mitmachen kann. Tim Oberdorf plus Dominique Heintz als IV sind aktuell alternativlos. Und damit hätten wir schon die Viererkette.
Auch die Raute dürfte feststehen, denn an deren Außenecken sollten wieder Jorrit Hendrix (dessen Sperre nicht im Pokal gilt) und Yassine Bouchama antreten – die kennen sich gut. Müller/Arden als defensiver Sechser geht auch klar. Unbedingt als Zehner sollte jetzt aber mal endlich Anas Slimani eingesetzt werden. Und das Sturmduo, wenn auch bisher nicht sonderlich erfolgreich, sollte doch aus Fabian Schleusener und Eric Hottmann bestehen, wobei Hottmann bei Bedarf durch Jordi Paulina ersetzt würde.
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Aber wie sähe mit dieser Elf der Spielplan aus? Es wird in erster Linie um die zwei dicken B gehen: Ballbehauptung und Balleroberung, also zwei kämpferische Aktionen. Um aber überhaupt in diese Situationen zu kommen, sind zwei Dinge nötig: die Räume eng machen und ein gezieltes Pressing auf diese ominösen Duos. Das alles sollte im Rahmen der Fähigkeiten unseres Kaders liegen. Sorgt aber noch lange nicht für Torchancen. Die zu erzeugen, wird gegen den SC Freiburg sicher sehr, sehr schwierig. Sodass der Spielplan lauten müsste: Gegnerische Tore vermeiden und aus den vermutlich wenigen Chancen mindestens ein Tor machen. Dann könnte ein Wunder möglich werden.
Der Tipp
Zwischen den ergebenen Körperteilen herrscht maximale Uneinigkeit. Der Kopf sagt auf seine nüchterne Art, dass die Rotweißen eher kein Tor schießen, die Freiburger aber deren mindestens zwei. Das Herzchen glaubt an ein Wunder und tippt auf 1:0 für die Fortuna. Der Bauch glaubt, dass es in eine Verlängerung gehen wird, dass der SCF am Ende aber die Nase vorn haben wird. Alle drei sind sich nur in einem Punkt einig: Ein Desaster wird ausbleiben, und die Vorstellung der Jungs wird Hoffnung machen.
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