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Fortuna K*** vs F95 0:0 – Ein Scheißspiel in einem Scheißstadion

Am Sonntagabend kam die Fortuna beim SC F K*** über ein torloses Remis nicht hinaus.

Bericht · Man kann die Überschrift auch eleganter formulieren. Etwa so: Ein nicht besonders gutes Fußballspiel in einem suboptimalen Stadion. Aufs Spiel kommen wir später. Vorher muss festgehalten werden, dass diese Südstadion in Zollstock (Bezirk Rodenkirchen, Stadt K***) für Fußballwettstreite nicht besonders gut geeignet ist. Auf jeden Fall nicht für Zuschauende. Denn der gestern gewöhnungsbedürftige Rasen ist von einer achtspurigen Laufbahn umgeben, und die Ränge (außer der winzigen Haupttribüne) sind nach oben offen. Da verpufft noch so gut gemeinter Support einfach so in den Abendhimmel. Weil aber die Fans der wahren Fortuna diese immer noch volle Möhre unterstützen, war der Auswärtsblock mehr als pickepackevoll, was deutliche Auswirkungen auf Bierkonsum und -ausscheidung hatte. Wie auch immer: Mit dem 0:0 können wir nicht zufrieden sein. Über die Gründe ist zu diskutieren. [Lesezeit ca. 6 min]

Die falsche Fortuna hat sich anscheinend schneller und besser an die dritte Liga gewöhnt als die wahre Fortuna, denn die k**schen Burschen gehen heftig, wenn auch vorwiegend im Rahmen der Gesetze zur Sache – so machen vermeintlich schwächere Teams das auf diesem Level nun mal. Da erscheinen unsere Jungs bisweilen wie verhinderte Künstler, die unter den Härten des Marktes leiden. Wobei: Künstler? Nein, Artisten hat Sportvorstand Samir Arabi in seinem Parforce-Ritt durchs Transferfenster eher nicht eingesammelt. Es sollte ja eine Achse an Ankerspielern an den Seiten mit vielversprechenden Mittelalten angereichert und mit jungen Wilden, gern auch aus eigener Aufzucht, aufgefüllt werden. Leider hatte Chefcoach Alexander Ende auch noch ein paar Wünsche frei. Während Jorrit Hendrix voll und Yassine Bouchama (beide Ex-Preußen) einigermaßen ins Konzept passen, setzte sich der Trainer mit einem Marcel Benger (Preuße) durch. Und bekam als Dreingabe auch nach Philipp Förster, von dem es heißt, er habe von den sechs Kilo Übergewicht, die er mitbrachte, schon zwei abtrainiert.

 

Und wenn das intensive Scheißspiel von gestern eines bewiesen hat, dann dass es der Arabi-Ende-Mischung an Dynamik mangelt. Übrigens nicht nur an körperlicher; auch beim Denken zucken die Synapsen der Fortunen nicht besonders quick. Das ist aber nicht nur eine Folge der personellen Besetzung, sondern zu keinem geringen Teil auch etwas, was das rautenförmige Dingsbums hervorruft: es drängt zur Mitte und vernachlässigt die Flügel. Wenn draußen überhaupt was läuft, dann aufgrund persönlicher Initiative. Ja, genau, Anas Slimani, den der Kicker gnädigerweise mit einer 2,5 benotet. Der Junge ist die Dynamik pur! Nicht nur dem ihm zugeteilten Posten; nicht selten sieht man ihn auf der anderen Seite oder sogar ganz hinten. Auch wenn er nicht alle Dribblings erfolgreich zu Ende bringt: wer’s oft versucht, wird’s oft auch richtig machen.

Also ging schon wieder ein Stöhnen durch die Reihen der fachkundigen F95-Fans: Benger, wieso immer Benger? Auf der defensiven Sechs, wo doch eigentlich Andreas Müller hingehört oder – genauso gut, aber anders – Elias Arden. Man kann nicht sagen, dass Benger ein Risiko ist, aber er macht eben doch Fehler, die ein Kicker auf seiner Position nicht machen sollte. Zum Glück zeigen sich momentan Tim Oberdorf (gut) und Elias Egouli (verbesserungswürdig) als Innenverteidigung stabil. Eli säbelt einfach mit seinen langen Gräten bisschen unkontrolliert in Zweikämpfen herum; vielleicht liegt es daran, dass bei dem Riesen der Kopf so weit weg ist von den Füßen.

Fortuna K*** vs F95: Ein Scheißstadion (Foto: FP)
Fortuna K*** vs F95: Ein Scheißstadion (Foto: FP)

Apropos: Was hindert eigentlich die fürs Eckenschlagen zuständigen Kollegen daran, die Bälle mal dahin zu schießen, wo zweimetervier Eli warten? Überhaupt: Trainieren die auch mal Ecken? Achtmal hatten die Fortunen die Chance, von der Eckfahne aus in den Sechzehner zu legen, keiner der Eckstöße löste auch nur einen Hauch von Gefahr aus. Da standen dann immer zwei am Fähnchen (Warum eigentlich? Dann fehlt doch einer im Strafraum…), und der Schütze hob irgendwie in Richtung Fünfmeterraum. Hey, man kann auch mal ne lange Tante treten und dies den Kollegen signalisieren. Oder scharf aufs kurze Eck.

Die Aufstellung:
Louis Lord (TW); Tim Oberdorf und Elias Egouli (IV), Zimbo Zimmermann (61. Steven van der Sloot) und Eric Wekesser (77. Sascha Risch) (AV); Marcel Benger (68. Elias Arden), Yassine Bouchama (61. Lukas Eixler), Andreas Müller, und Anas Slimani (Mittelfeld); Eric Hottmann (61. Philipp Förster) und Fabian Schleusener (Sturm).

 

Ganz gut gefallen hat dem Ergebenen der neue Eric Wekesser, der deutlich mehr Offensivdrang zeigt als Sascha Risch, aber immer noch ein bisschen gehemmt agiert. Weil aber Yassine Bouchama ebendieser Drang weitgehend fehlt und Zimbo offensiv auch nicht mehr das ist, was er mal war, fand der rechte Flügel wieder mal kaum statt. Außer, wenn es Anas Slimani dorthin trieb. Der Ergebene kriegt ganz feuchte Augen, wenn er an die ersten zwanzig Minuten im Testspiel beim VfL Benrath denkt (dessen Stadion dem k**schen Südstadion verblüffend ähnelt), als Slimani, Sauck und Anhari gemeinsam durch die Gegnerschaft tobten. Das war dynamisch!

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Nein, ihren Mannschaftsbus haben die kleinen K**ner nicht vor ihrem Tor geparkt (Der Ergebene mag diese Metapher); zu Beginn probierten sie es eher mit Hurra, wie kommen! in der Hoffnung, durch schweres Pressing die Düsseldorfer von der eigenen Bude abzuhalten. Was weitestgehend fruchtlos blieb. Erst langsam konnten unsere Jungs das Geschehen in die gegnerische Hälfte schieben. Und übernahmen nach etwas mehr als einer Viertelstunde die Kontrolle. Eric Hottmann wieder hochaktiv, aber irgendwie glücklos, nicht nur, weil er keine Buden macht, sondern weil seine Mitspieler zu selten auf seine Ideen eingehen. Gestern das genaue Gegenteil: Fabian Schleusener, der ansonsten doch der Ballverteiler ist. Irgendwie stehen Müller und er sich zentral oft auf den Füßen.

Immer mal wieder erobern die K***er die Pille und starten das Umschaltspiel, aber meistens werden die empfangenden Spieler getackelt oder abgekocht. Nur einmal in der 36. Minute, da wär’s fast passiert. Einen kräftigen Schuss aus der Mitte in Richtung seines rechten Torecks kann unser Louis Lord mit einer starken Parade gerade noch abwehren. Das war die beste Chance der Partie – für beide Teams zusammengerechnet. Was ihnen an Qualität fehlt, machen die Hausherren mit Engagement wett, aber gegen Ende der ersten Halbzeit sind unsere Jungs einfach besser. Und wäre der Rasen auch nur ein bisschen glatter gewesen, wäre manche Pässe und Flanken genauer angekommen. Wobei immer wieder ein Stöhnen durch die Reihen der F95-Fans ging, wenn jemand einen besonders absurden Fehlpass spielte oder ein potenzieller Empfänger nicht merkte, dass er gemeint war.

oder per Paypal an ergebener@fortuna-punkte.de senden.
 

Und dann kam die 58. Minute. Yassine Bouchama hebt das Ei wunderschön diagonal Richtung langer Pfosten in den Sechzehner. Da steht (ja, wirklich: steht) Andreas Müller completemente ungedeckt. Und meint einen Kopfball aus dem Stand in die Bude platzieren zu müssen. Weil stehend, kein Druck hinter der Kugel. Und das Din geht weit daneben. Ergo: Keeper fängt. Verdammt, das war ein Hundertprozenter! Hätte Andy den Ball mit der Brust gestoppt, hätte er ihn mit Schmackes in die Maschen dreschen können. So vergab er die größte Chance der Fortunen bis dahin.

Es folgt der Dreifachwechsel: van der Sloot für Zimmermann geht klar, Eixler für Hottmann ist eine interessante Variante, aber Förster für Bouchama? Das Schwergewicht für den Aktivposten? Und überhaupt: Weshalb wechselt der Trainer ausgerechnet in einer Drangphase dreifach? Tatsächlich wird das Spiel der Fortunen anschließend für mehr als zehn Minute wieder ein bisschen konfus. Stevie van der Sloot bringt mehr Schwung auf den rechten Flügel, und Lukas Eixler spielt jetzt tatsächlich Mittelstürmer. Yassine Bouchama fehlt. In der 68. ersetzte Elias Arden endlich Marcel Benger, reißt aber auch nicht wirklich viel.

Fortuna K*** vs F95: Der Auflauf (Foto: FP)
Fortuna K*** vs F95: Der Auflauf (Foto: FP)

Es bleibt wieder an Anas Slimani hängen, die Offensive aufzuheizen. Er ist nun vorwiegend auf dem linken Flügel tätig, spielt reihenweise K***er aus, dribbelt wie Libuda und geht ein ums andere Mal bis an die Grundlinie. In der 76. kommt er dort durch bis fast an den Pfosten, und weil er kurz davor den Ball auf seinem rechten Fuß hat, zieht er einfach mal aus ultraspitzem Winkel ab. Der gegnerische Torhüter steht aber richtig und entschärft. Fast exakt dasselbe macht unser Anas in der 85. Minute noch einmal – mit demselben Ergebnis. Erst in der 86. Minute kommt es zu einem schönen Zusammenspiel zwischen van der Sloot und Slimani, das aber nichts einbringt – immerhin einer dieser Diagonalbälle, die Alex Ende so gern sehen möchte.

Es bleibt beim 0:0, und irgendwie sind alle froh, dass es vorbei ist. Noch vor dem Anpfiff hat einer gebrüllt „Ich will hier nicht sein!“. Vermutlich meinte er damit, dass er keinen Bock hat, sich als mitreisender Fan durch diese buckelige Liga zu wühlen. Vielleicht auch, dass er – wenn die Fortuna schon in K*** ranmuss – bitte in einem richtigen Fußballstadion auf richtigen Stehrängen sein möchte, wenn der Verein seines Herzens Koln die Punkte klaut – wie damals, die Älteren werden sich erinnern. Aber auch seinerzeit im Mai 2020 war es nur ein Punkt, den die wahre Fortuna aus dem Domdorf mitbrachte.

Fortuna K*** vs F95: Stümmung durch Feuer und Rauch (Foto: FP)
Fortuna K*** vs F95: Stümmung durch Feuer und Rauch (Foto: FP)

Und weil das Spiel zwar intensiv, aber mental auch anstrengend war, befassten sich viele Düsseldorfer in der Nordostkurve schonmal mit dem nächsten Gegner. Es wurde überlegt, was man mit dem Borstenvieh aus Duisburg machen könnte, und man gab ihnen putzige Spitznamen. Tatsächlich droht am Samstag ein wahnwitziges Derby, von beiden Seiten bis zum Anschlag aufgeladen mit aggressiven Tönen. MSV-Leute sind beispielsweise schon in den nördlichen Düsseldorfer Vororten eingefallen, um massenhaft Fortuna-Grafitti zu übersprayen und F95-Kleber zu entfernen oder eigene darüberzukleben. Es soll auch schon zu körperlichen Begegnungen gekommen sein. Und so wie es aussieht, werden bis zu 12.000 Anhänger:innen der Meidericher am Samstag in der Spielautomatenarena sein. Hoffen wir alle, dass das gutgeht.

Auf der sportlichen Seite hat die Fortuna keine Chance gegen den Tabellenführer mit der schneeweißen Punktewesten, also gilt es, sie zu nutzen. Mit einer Lethargie wie im Südstadion wird das nicht gehen. Speed muss her, Dynamik, Gedankenschnelle und ein bisschen Frechheit. Zu befürchten aber steht, dass Noch-Coach Ende wieder auf die Methode Hasenfuß setzen und uns damit den Spaß verderben wird. Das Ergebnis könnte ziemlich entscheidend für die nächsten Wochen sein. Gewinnt die Fortuna, wird alles gut, und Ende mutiert zum Volksheld. Verliert die Fortuna knapp und nach großem Kampf, geht es erstmal weiter. Kommt es aber zu einer Klatsche, so oberhalb von 0:3, dürfte der Alex am Ende sein. Wetten?

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13 Kommentare zu „Fortuna K*** vs F95 0:0 – Ein Scheißspiel in einem Scheißstadion“

  • Horst Trimilin

    Warum kein Wort zum unsäglichen Kommentar von Herrn Ende zum (zweit)besten Mann auf dem Feld? Hier wird ein Talent niedergemacht, der in dieser Kirmestruppe neben Lord als guter Kicker auffällt? Dieser Trainer ist eine Beleidigung für jeden Fan. Bin so einer seit mehr als 70 Jahren!

    Antworten
  • Gerd Kaussen

    Ich bin einfach nur noch fassungslos, dass man diesen sogenannten Trainer, trotz der immerwieder gleichen Fehler, weiter machen lässt.
    Was muss noch passieren, damit er, aus einem von allen Experten gehandelten Top-Aufstiegsfavoriten, einen Abstiegskandidaten macht oder besser, machen darf. Wer steht noch zu diesem eigenwilligen Kauz, der:
    – es Spiel für Spiel fertig bringt,
    eine Mannschaft zusammen zu
    würfeln, die einfach keine
    Gefahr für den Gegner entfachen
    kann
    – Die jungen Wilden bleiben
    draußen (Arden, Sauck, v.d. Slot – Slimiani hat er scheinbar kapiert) und die behäbigen Altrocker (Benger, Zimbo, Förster mit Übergewicht) bringen es ein ums andere Mal nicht
    Wie soll da Schnelligkeit und Dynamik ins Spiel kommen? Es gehört im negativen Sinne mehr Mut das Kapitel Ende nicht zu beenden als es schleunigst zu
    beenden.
    Der Frust der Fans ist riesengroß , wehe er weitet sich zur Wut aus gegen die Verantwortlichen. Den Scherbenhaufen wäre unübersehbar. Quo Vadis Herzensverein?

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  • Alexa Dufke

    ERGEBENER und alle Fortuna-Fans, die noch nicht die Schnauze voll haben, seid gegrüßt!
    Nachdem mein Partner mich in den letzten Wochen ununterbrochen mit dem Schicksal der Fortuna marterte, zerrte er mich am Sonntagabend zur Krönung mit in eine Kneipe, wo er gespannt auf einen Bildschirm in der Größe einer Tischtennisplatte starrte, um das Fortuna-Spiel in der Kölner Südstadt live mitzuverfolgen.
    Bei der Mannschaftsaufstellung war ich baff – ein Lord im Tor! Bei Lord denke ich sofort an einen streng erzogenen, adligen Großgrundbesitzer auf einem Pferd, der in einem herrschaftlichen Landhaus wohnt – inklusive Hausmädchen, Köchin und Bluthund. Und an die Zigaretten, die ich während der Grundschule vor Eltern und Lehrern verstecken musste.
    Zum Spiel: Selbst einer Frau wie mir, die sich in erster Linie für Klamotten und Körperpflegeprodukte interessiert und bis vor Kurzem noch die Viererkette für einen chinesischen Talisman hielt und ihn verzweifelt auf TEMU gesucht hatte, stellte sich die Frage, wer hier eigentlich der Aufstiegskandidat zur zweiten Liga ist.
    Das Freund-Feind-Muster findet sich nicht nur in der Politik, sondern ist auch unter Fußballfans weit verbreitet. In der Anfangsphase hielt ich dummerweise die Heimelf für die Düsseldorfer Fortuna. Als ich bei einer gelungenen Aktion der Kölner Beifall zollte und sie lautstark anfeuerte, wurde ich daraufhin von den anderen Gästen schief angesehen. Mein Partner hat das entweder nicht wahrgenommen oder er hielt mein Schauspiel für pure Ironie, an die er sich bei mir inzwischen gewöhnt hat.
    Dabei habe ich als gebürtige Ulmerin absolut nichts mit Köln am Hut. Okay, beide Städte haben ein großes gotisches Kirchengebäude, aber das war es dann auch. Der bekannteste Ulmer ist Einstein, damit meine ich nicht Doc Browns Hund aus »Zurück in die Zukunft«, sondern diesen Wissenschaftler, der nie Zeit fand, einen Friseur aufzusuchen. In Bezug auf Köln kommt mir sofort Lukas Podolski in den Sinn, der zwar nicht in der Stadt geboren wurde, aber mir sonst niemand anderes einfällt. Dieser Lukas war ein ehemals gefürchteter Fußballer, der sich nun als Dönerverkäufer ein paar Zloty dazuverdient. Während Einstein einen überdurchschnittlichen IQ vorweisen konnte, ist es beim Poldi eher umgekehrt. Aber ein Fußballer soll ja nicht die Welt erklären, sondern Tore schießen.
    Spätestens um Acht war es allen im Lokal klar, dass ich die Düsseldorfer unterstütze. Selbst dem bereits stark angetrunkenen Dicken mit dem Schnäuzer im Fortuna-Trikot und der blauen Jeans, den sie noch vor Abpfiff des Spieles zum Uber tragen mussten, ging nach 30 Minuten ein Licht auf, dass ich auf der richtigen Seite stand.
    Dann das Highlight! Ein Kölner Spieler schließt in der 36. Minute aus kurzer Distanz ab, nachdem ein Querpass in die Mitte gespielt wurde. Der Lord hält den Ball aus kürzester Distanz mehr als überragend und lenkt ihn zur Seite. Wow! Das entsprach überhaupt nicht dem Bild, das ich von einem Lord hatte. Bravo!
    Die Langeweile des Spiels führte dazu, dass nach der Halbzeitpause einige männliche Gäste anfingen, meine übereinandergeschlagenen Beine ins Visier zu nehmen, anstatt sich weiter mit dem Gekicke zu quälen. Es wäre besser, wenn ich zu solchen Veranstaltungen keine Netzstrumpfhose im Gothic-Punk-Stil und einen schwarzen Lederminirock mehr anziehen würde.
    Der Partner hat von alledem wieder rein gar nichts mitbekommen; ihn interessierte nur das Spiel, welches er unbeirrt verfolgte. Hin und wieder ließ er lautstark ein paar Sprüche vom Stapel, mit denen er entweder die gegnerischen Spieler, den gegnerischen Trainer oder das Schirigespann beleidigte. Dieser verbale Kraftakt kostete ihn eine Menge an Energie. So musste sein Körper stetig mit frisch gezapftem Altbier bedient werden.
    Um endlich Bezug zum Spielbericht des ERGEBENEN zu nehmen, stimme ich voll mit ein: Am Ende waren alle froh, dass es vorbei war. Nach den Trainerwechseln in der vergangenen Saison kam es zu keinerlei Erkenntnisgewinn. Aber das könnte ein Erkenntnisgewinn sein, hätte Einstein vielleicht interpretiert. Mit Anfang kam das Ende. Oder auch: Nach Anfang kam der Ende. Beides grammatisch absolut korrekt. Guter Übergang zu Jesus, dem A und O, dem Anfang und dem Ende. Gott hat mehr Humor, als viele zu glauben denken. Sonst hätte er 1895 mit aller Wucht die Vereinsgründung von Fortuna Düsseldorf verhindert.
    Ja, Fortuna-Fans haben sich in den letzten Jahren heftig blamiert, das muss echt peinlich gewesen sein, hab ich mir sagen lassen. Um solche Krisen schadlos zu bewältigen, bedarf es eine Menge an Humor. Das macht mir die F95-Fans irgendwie sympathisch. Obwohl fußballtechnisch das Derby in Köln keine Augenweide war, freue ich mich bereits auf das nächste Spiel gegen die Fohlen. Oder waren es die Hengste? Auf alle Fälle geht es gegen irgendwelche Säugetiere. Eigentlich kann es für die Fortuna nur besser laufen.

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    • Gerd Kaussen

      Wunderbare und süffisante Persiflage!

      Antworten
    • Berti

      Es gibt auf jeden Fall Unterschiede in der weiblichen und in der männlichen Denkweise. Das kann man nicht weiter bewerten, weil das als Tatsache zu nehmen ist so wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht und ein Blatt nach unten fällt und nicht nach oben. Also weder das eine ist besser oder schlechter sondern beide Denkweisen haben ihre Berechtigungen. Also Gleichberechtigung. Wobei die Frauen kommunikativ stärker sind und mir fällt es oft auf, dass nur noch Frauen im Bundestag sitzen oder Frauen das Aktuelle Sportstudio moderieren, aber das ist auch kein Problem.

      Antworten
      • Der Frauenanteil im Bundestag liegt bei 32,4 Prozent. In den Sportsendungen liegt das Verhältnis Frauen zu Männern bei rund 53 zu 47 Prozent.

        Antworten
    • Der Ergebene bedankt sich heftig. Er hofft, dass ihr, liebe Leserinnen und Lesern, sein stetiges Bemühen zwischen dem nötigen Ernst und dem noch viel nötigeren Humor in der Fußballberichterstattung erkennt.

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  • Roberto Hundertmark

    58. Minute: Kopfball von Müller „Ergo: Keeper fängt.“???
    Nein, der ging 4 Meter rechts am Tor vorbei!

    Antworten
  • Schommi

    Aus dem Fortuna-Forum:
    „Die Null steht. Leider bei uns an der Seitenlinie.“
    Mehr muss man nicht sagen.

    Halt! Doch:
    Wann gibt es endlich Punktabzug für Pyro?!

    Antworten
  • F95Seb

    Machen wir uns nichts vor, am Samstag spielt wahrscheinlich wieder Hendrix anstelle von Slimani. Er dürfte nur ran weil Hendrix gesperrt war….das war es dann auch mit der letzten Dynamik im Spiel.

    Antworten
    • Matthias

      Ich habe noch eine kleine Hoffnung, dass wenn Hendrix zurück ist, Slimani auf die 10 geht und Müller Benger auf der 6 ersetzt.

      Antworten
  • Peter Ratajczak

    Passen deine blumigen Worte überhaupt zu dem was wir auf dem Platz sehen ? Den letzten Absatz lese deiner Aufsätze ich immer — da steckt die Wahrheit drin !

    Antworten

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