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Regensburg vs F95 1:2 – Schritt für Schritt zum Sieg

Am Dienstagabend holte die immer besser auftretende Fortuna im Jahnstadion von Regensburg drei Punkte und setzt ihre Siegesserie fort.

Bericht · Und schon wieder stellt sich die Frage: Was für eine Art Sieg war das denn? Also, glänzend war er nicht. Dafür war die Fehlerquote viel zu hoch, gerade in der ersten halben Stunde. Okay, nennen wir das 2:1 gegen den Jahn einfach mal einen Arbeitssieg. Denn gearbeitet haben die Jungs rund um Käpt’n Hendrix wirklich durchgehend. Und die Regensburger damit zermürbt. Das Verrückte daran: Der Ablauf ähnelte dem aus dem Derbysieg gegen den MSV ziemlich stark. Vielleicht bildet sich da so was wie das Erfolgsrezept 2026/27 der Fortuna heraus – einfach die Konzentration ein bisschen länger hochhalten als der Gegner. [Lesezeit ca. 6 min]

Regensburg vs F95: Der lebendige Auswärtsblock (Screenshot: Magenta TV)
Regensburg vs F95: Der lebendige Auswärtsblock (Screenshot: Magenta TV)

Bis zur elften Spielminute sah es gar nicht gut aus für unsere Jungs. Der Jahn machte Druck, die Fortuna konnte sich dem wegen zahlreicher Fehler nicht entziehen. Schon in der 2. Minute hatten die Hausherren eine große Chance, in der 5. Minute die nächste. Zu diesem Zeitpunkt machte sich der Ergebene ernsthafte Sorgen um seine Lieblingsmannschaft und fühlte sich ein wenig an die eklige Niederlage gegen Hoffenheim II am zweiten Spieltag erinnert, als es schon in der 3. Minute im Düsseldorfer Kasten klingelte. Aber so ist es eben in dieser Saison nach dem furchtbaren Abstieg und diesem unfassbaren Personalumbruch: Vertrauen in die Mannschaft hat man noch nicht. Auch dem Trainer vertrauen die Fans noch nicht so richtig.

 

Wobei sich der Nebel langsam lichtet. Stammformationen zeichnen sich ab, inklusive Varianten und programmierter Wechsel, die Möglichkeiten der taktischen Grundordnung werden nachvollziehbar und die Bereitschaft der Spieler, den für Alex Ende typischen One-Touch-Fußball zu spielen. Und mit jedem Sieg werden all diese Dinge selbstverständlicher und zu Erfolgsfaktoren. Andererseits: Je mehr der Kader diese Philosophie inhaliert, desto mehr wird das ganze Konstrukt abhängig von Alexander Ende. Egal, denn nach den zehn Punkten aus den vergangenen vier Spielen sind die Trainerdiskussionen erst einmal verstummt.

Die Aufstellung:
Louis Lord (TW); Tim Oberdorf und Elias Egouli (IV), van der Sloot (58. Zimbo Zimmermann) und Eric Wekesser (87. Lukas Bornschein) (AV); Andreas Müller, Yassine Bouchama, Andreas Müller, und Philipp Förster (58. Jomaine Consbruch) (Mittelfeld); Anas Slimani (73. Lukas Eixler) und Eric Hottmann (58. Fabian Schleusener) (Sturm).

 

Erkältungsbedingt und deshalb mit wattiger Birne verfolgte der Ergebene die Partie am heimischen Notebook in der Onefootball-Übertragung. Und ärgerte sich fortlaufend über den Kommentator mit der unangenehmen Stimme, der zwar offensichtlich ziemlich Düsseldorf-freundlich ist, aber in Bezug auf die Team schlecht vorbereitet ans Mikro kam. Deshalb musste er sich auch ständig über die Jahn-Choreo auslassen und über das Schicksal der Fortuna filosofieren. Zum eigentlichen Thema Fußball hatte er wenig beizutragen. Offiziell hatten sich nur rund 8.000 Zuschauende eingefunden, darunter ca. 1.500 Fans der glorreichen Fortuna. Die hatten genug Platz, sodass sich diejenigen, die das Spiel verfolgen wollten, von den fahnenschwenkenden Ultras fernhalten konnten.

Regensburg vs F95: Die Begrüßung (Screenshot: Magenta TV)
Regensburg vs F95: Die Begrüßung (Screenshot: Magenta TV)

Die größte Überraschung bei der Startaufstellung war, dass unser Anas Slimani dieses Mal zweite Spitze neben Eric Hottmann spielte und Fabian Schleusener zunächst draußen blieb. Eric Wekesser scheint sich als linker AV langsam gegen Sascha Risch durchzusetzen, der gestern (Grippe) nicht mit nach Regensburg fuhr. Dass Steven van der Sloot anstelle von Zimbo Zimmermann startete, dürfte was mit der berüchtigten Belastungssteuerung zu tun haben. Bleibt die ominöse Raute, die inzwischen zu drei Vierteln vorprogrammiert scheint. Die Achse bilden Andreas Müller auf der Sechs und Philipp Förster auf der Zehn, als linker Achter spielt Käpt’n Hendrix. Sein Pendant auf dem rechten Flügel ist aktuell Yassine Bouchama, der diese Aufgabe solide erfüllt, wobei dem Ergebenen momentan Jomaine Consbruch da besser gefällt. Das Charmante an der taktischen Grundordnung ist, dass positionsgenaue Wechsel nicht in dem Maße Pflicht sind wie in solchen Systemen mit fünf Mittelfeldlern und einer Spitze.

Bis sich all das in Realität umsetzte, eierte die Fortuna ganz schön rum. Und das Beinahe-1:0 für den Jahn in der 2. Minute war Beweis dafür. Erst haut Andreas Müller einen Fehlpass ins Toraus. Dann kommt eine hohe Flanke an den langen Pfosten. Ein Regensburger legt per Kopf nach innen, und sein Kollege haut drauf. Eric Hottmann kratzt das Ei von der Linie. Nachschuss: drüber. Puuh, gerade nochmal gut gegangen.

Regensburg vs F95: Das 1:0 für den Jahn  (Screenshot: Magenta TV)
Regensburg vs F95: Das 1:0 für den Jahn (Screenshot: Magenta TV)

Immerhin zeigten Slimani und Hottmann, wie gut sie zusammenpassen. In der 13. Minute verteilt Philipp Förster die Pille nach links außen auf Slimani, der eine wunderbare weite Flanke in den Strafraum auf Eric Hottmann schlägt – punktgenau. Leider ist der Eric gut gedeckt und wird so am präzisen Torschuss gehindert. Ganz anders Boujellab, der bei Schalke ausgebildete ehemalige marokkanische Nationalspieler. Dem serviert ein Kollege den Ball zentral am Rand des Strafraums. Der Regensburger hat Käpt’n Hendrix vor sich, den er locker abkocht und dann präzise zum 1:0 einlocht.

Finde den Fehler

Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, also machen sie Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn bitte auf einem der bekannten Wege:

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Das Gute an der Lage: Die Fortunen sind durch das 0:1 nicht im mindesten geschockt, sondern spielen ihren Stiefel mit abnehmender Fehlerhäufigkeit einfach weiter runter. Ob man den Angriff der Fortuna in der 22. Minute einen Konter nennen sollte? Nein, eher einen perfekt vorgetragenen schnellen Angriff, bei dem vier Männer in den schwarzen Auswärtstrikots auf einer Linie nach vorne stürmen und im Prinzip doch acht Jahn-Kicker vor sich haben. Die Geschwindigkeit der Sache scheint die Verteidiger aber zu überfordern, denn irgendwann steht Eric Wekesser völlig ungedeckt in der linken Hälfte des Sechzehners und Steven van der Sloot schlägt von ganz rechts eine präzise Flanke genau auf den Eric, der sich gar nicht besonders anstrengen muss, das Ding per Kopf einzulochen.

Regensburg vs F95: Der Torjubel nach dem Ausgleich (Screenshot: Magenta TV)
Regensburg vs F95: Der Torjubel nach dem Ausgleich (Screenshot: Magenta TV)

In der Rückschau kann man sagen, dass dieser Ausgleich in der 22. Minute der Kipppunkt der Partie war. Nur noch einmal kam der Jahn in der ersten Halbzeit gefährlich auf. Ein Konter über rechts, bei dem es Elias Egouli gleich mit zwei Regensburgern zu tun hat und nicht so richtig mitkommt. Toptorschütze Hermes übernimmt den Ball und kommt in den Strafraum, aber bevor er so richtig schießen kann, stört Andreas Müller ihn entscheidend. Inzwischen hat Tim Oberdorf ein Pflaster auf der Nase, nachdem ihm Boujellab den Ellenbogen ins Gesicht gerammt und dafür Gelb gesehen hat. Hier wie durchgehend ist Schiri Gansloweit zu loben, der unauffällig und fehlerfrei pfiff; dass sich beide Trainer am Spielfeldrand ständig über ihn aufregten, hatte keine Grundlage.

Nein, es war bis dahin kein gutes Fußballspiel, aber auch kein zäher Kick. Für Aufregung (und Unterhaltung bei unbeteiligten Zuschauenden) sorgten vor allem die Fehler auf beiden Seiten. Auf Fortuna-Seite gefielen dem Ergebenen besonders Steven van der Sloot und Eric Hottmann, während Anas Slimani dieses Mal auffallend viel schiefging. Bei Eric Wekesser merkt man, dass er früher offensiver Mittelfeldler war, denn gestern traute er sich offensiv viel mehr zu als bei seinen bisherigen Einsätzen.

oder per Paypal an ergebener@fortuna-punkte.de senden.
 

Nach dem Wiederanpfiff ging’s erst einmal weiter wie zuvor. Die Regensburger kamen mit einfachem Spielaufbau nach vorne, kreierten aber kaum gefährliche Situationen. Die Fortunen bauten langsam auf, hatten aber keine Ideen. Dass es durch den Dreifachwechsel in der 58. Minute besser werden könnte, erschien dem Ergebenen unwahrscheinlich. Denn mit Philipp Förster (für ihn kam Jomaine Consbruch) ging der Ballverteiler. Zimbo Zimmermann ersetze positionsgetreu den bis dahin äußerst aktiven Steven van der Sloot, und ebenfalls positionsgetreu kam Fabian Schleusener für Eric Hottmann. Die Wechsel auf beiden Seiten taten dem Spiel überhaupt nicht gut – einzige gute Aktion auf Fortuna-Seite blieb ein Pass von Käpt’n Hendrix auf den zentral einlaufenden Jomaine Consbruch, der aber über den Kasten haute.

Aber: Während der Jahn immer konfuser und auch langsamer auftrat, wirkte unser Team zunehmend geschlossen und konzentriert. Besonders die Art und Weise, wie Jomaine Consbruch seinen Job interpretierte, hat dem Ergebenen gefallen. In der 73. Minute musste Anas Slimani raus; der hatte immer weniger mitgespielt, was möglicherweise ein Kraftproblem war. Denn viele hatten ja vorher sogar gedacht, Anas könnte im Sinne der Belastungssteuerung in diesem Spiel pausieren. Für ihn holte Trainer Ende Lukas Eixler rein, den der bekloppte TV-Kommentator einen Woltemade nannte – bloß weil der Lukas auch lange Gräten hat? Egal: Dass der junge Emsländer enorm ehrgeizig ist, hat er bei seinem Einsatz im Niederrheinpokal schon gezeigt. Jetzt ist er einer von vier Mittelstürmern und hat, weil Jordi Paulina verletzt ist, die Gelegenheit, in der Hierarchie aufzusteigen.

Regensburg vs F95: Lukas Eixler feuert sein Tor (Screenshot Magenta TV)
Regensburg vs F95: Lukas Eixler feuert sein Tor (Screenshot Magenta TV)

Sein Siegtreffer in der 80. Minute könnte dazu beitragen. Elias Egouli schießt einen langen Pass in die Spitze. Fabian Schleusern lässt den Ball geschickt durch, weil er sieht, dass Lukas Eixler startet. Das Ei springt vom Bein eines Regensburgers genau in Lukas‘ Lauf. Der ist zudem schneller als die beiden Verteidiger neben ihm, umkurvt den Torwart und schiebt locker ein zum 2:1. Natürlich freut sich alles, was rotweiß denkt und fühlt über den Siegtreffer. Der Ergebene freute sich aber auch darüber, dass beide Tore aus richtig guten Angriffsaktionen entstanden.

Am Samstag müssen unsere Jungs nach Aachen zu den Kartoffelkäfern, die in dieser Saison eine wahre Wundertüte sind. Zuhause verlieren sie mit 0:3 gegen Meppen, eine Woche drauf gewinnen sie mit 3:0 auswärts in Ingolstadt. Sehr merkwürdig. Schaut man sich deren bisherigen Ligaspiele an, kann man deren Offensivstärken schon erkennen, die Defensivschwächen aber auch. Heißt für die Fortuna: Leicht wird’s nicht in der Soers, aber ein dritter Sieg ist möglich.

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5 Kommentare zu „Regensburg vs F95 1:2 – Schritt für Schritt zum Sieg“

  • Gerd Kaussen

    Der Kommentar des Ergebenen legt die gewonnene Stärke und die gebliebene Schwäche offen.
    Die Mannschaft ist kompakt, kämpferisch und willentlich auf einem guten Weg, ergo Fortschritte gemacht.
    Spielerisch steckt viel, viel mehr in ihr, was hin und wieder aufblitzt, dann wird es entsprechend gefährlich und führt zu zwingenden Torchanchen. Da es in der Mannschaft steckt muss es umgesetzt werden. Hier liegt m.E. das Problem, das mit diesem Trainer nicht zu lösen ist. Das beginnt damit, dass es immer noch nicht ein festes Mannschatsgerüst für eine klare Idee und Spielweise gibt. Van der Slot und Zimbo zwei völlig unterschiedliche Spielertypen-mal spielt der Eine mal der Andere. Hottmann und Schleusener beide geholt um die Torarmut zu beheben-mal spielt der Eine mal der Andere. Warum fast ausschließlich Fußballarbeiter und der Verzicht auf Fußballspieler?
    Es freut mein ergebendes Fußballherz, dass wir aus dem Keller in die obere Tabellenhälfte, durch zwei gewonnene Kampfspiele, geklettert sind. Doch Ende verkörpert nicht den Typ Trainer, der das spielerische Potenzial der Mannschaft auf höchstes Niveau bringen kann. Eine zwingende Notwendigkeit um nicht jedesmal nur mit Kampf und Krampf um einen möglichen Sieg bis in die Schlußsekunden zu zittern. Der Ergebene hat Vorschläge für eine offensivere, kreativere, dynamischere und inspirierende Spielweise gemacht.
    Allein mir fehlt die Fantasie, dass ihn Ende erhört.
    Auf also zum nächsten zerfahrenen Kampfsieg auf dem Tivoli, mit kleinen spielerischen Einsprengslern-solange es gut geht.

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    • Michael Krenzel

      Wollte selber etwas schreiben, aber Du hast schon alles gesagt.

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  • Alexa Dufke

    ERGEBENER und Fans der Fortuna – jetzt wird gespart!

    Gespart wobei? An der Lesezeit! Ich konnte das Spiel in Regensburg nicht live am Bildschirm mitverfolgen. Außerdem hat der ERGEBENE das Geschehen auf dem Platz bereits mit seiner umfassenden Routine zusammengefasst und dokumentiert. Im Unterschied dazu betrachte ich mich als die Göttin der ungezwungenen Unterhaltung. Erwartet daher keine detaillierte Analyse des Spiels oder strategische Ratschläge für die nächste Partie von mir. Aufgrund des gestrigen Tages mangelt es mir ohnehin an Kraft, weshalb ich meinen Text nun ausnahmsweise auf höchstens zehn Sätze beschränke.

    Mein Partner und ich hechelten am Dienstag mit Mountain-Bikes durch das obere Mittelrheintal. Nach dem Motto „Geiz ist geil“ buchten wir im Voraus das preiswerteste Zimmer in der Nähe zur Loreley. Einen Fernseher gab es in dem Kabuff nicht. Andersfalls hätten wir das Spiel auf einer Videotexttafel im Auge behalten können, ohne extra dafür auf ein Handy glotzen zu müssen. Auch wenn ich jetzt ein ganz neues besitze, da ich das alte am Wochenende endgültig kaputtgespielt habe.

    Es gibt glücklicherweise genügend Radiosender, die online verfügbar sind, wie Antenne Düsseldorf, die ihre Zuhörer über den aktuellen Spielstand der Fortuna informieren. Darüber hinaus wird einer ihrer Mitarbeiter als Livereporter ins Stadion strafversetzt. Leider wird diese Liveberichterstattung regelmäßig von Werbespots, Nachrichten und Warnmeldungen unterbrochen. In Zusammenarbeit mit Antenne Düsseldorf hat die Feuerwehr Düsseldorf seit vielen Jahren die Möglichkeit, im Ernstfall in das laufende Programm des Lokalsenders einzusprechen, um die Bevölkerung zu informieren und zu warnen, etwa wenn der freche Zwergpinscher von Oma Schmitz beim Shoppen ausreißt und beginnt, unschuldige Menschen in den Schadow Arkaden zu terrorisieren, schlimmstenfalls zu zerfleischen.

    Regensburg liegt in der Oberpfalz, das gehört zu Bayern, wo man Bier aus außergewöhnlich großen Krügen trinkt und es einen außergewöhnlich großen Ministerpräsidenten gibt. Zumindest hält er sich dafür. Durch Regensburg fließt die Donau. Mein geliebtes Ulm liegt ebenfalls an der Donau. Aufpassen! Überquert man diesen Fluss von der Innenstadt kommend, landet man in Neu-Ulm, im Freistaat Bayern. Dort herrscht bereits dieser Söder.

    Der Hauptsponsor des SSV Jahn Regensburg ist ein Lebensmitteldiscounter, der durch den Werbeslogan bekannt ist: Dann geh doch zu …! Deswegen wurden beim Erwerb einer Stehplatzkarte automatisch 20 Payback-Punkte gutgeschrieben, bei einer Sitzplatzkarte 50. Ich kann leider nicht sagen, ob beim Verzehr einer Stadionwurst zusätzlich Punkte verbucht wurden. Bei Vorlage der Eintrittskarte gab es jedoch am Spieltag in einer Braustube in unmittelbarer Nähe des alten Jahnstadions zwei Bier zum Preis von einem. Das Logo des Sponsors zeigt eine rote Schrift, die von einer gelben Farbe umgeben ist. Es verhält sich bei meinem neuen Bekannten Eddie, dem niedlichen Dicken aus dem Lokal, genau andersrum. Seine gelben Zähne werden von einer roten Gesichtsfarbe umgeben.

    Der Partner und ich schunkelten uns eine halbe Stunde vor Anpfiff bei Party-Hits auf Radio Bollerwagen in unserer Unterkunft in Stimmung. Die Stadtwerke Düsseldorf präsentierten die Berichterstattung auf Antenne Düsseldorf. In dieser Saison war es auch mal ein Hersteller von Paniermehl aus Neuss. Offenbar konnte man nach diesem blöden Abstieg auf die Schnelle nichts Besseres finden. Wir empfingen die Berichterstattung im Internet mit einer Zeitverzögerung von etwa zwei Minuten, sodass ein Tor auf einer aktualisierten Videotexttafel wahrscheinlich früher angezeigt worden wäre.

    Livereporter dieser Begegnung war, wie könnte es auch anders sein, Oliver Bendt, der schon seit Jahren dabei ist und, wie der ERGEBENE, den Effzeh aus der Domstadt nicht mag – absolut nicht. Hier wieder was für die Kids, wegen der Pisa, ihr erinnert euch. Das Maskottchen dieses Vereins, der Geißbock Hennes, ist eine bunte deutsche Edelziege. Eine bunte deutsche Edelziege also, für die mich, nebenbei bemerkt, auch meine Ex-Freunde halten.

    Olli benutzt gern das Wort „dermaßen“, um das darauf folgende Eigenschaftswort zu betonen. Er hat es in der letzten Saison besonders häufig verwendet, da bei ihm oft alles so dermaßen schlecht, so dermaßen mies, so dermaßen daneben war. Es ist nicht erforderlich, eine Menge Grips zu besitzen, um zu kombinieren, worauf sich das bezogen hatte.

    Heinrich Heine, der eigentlich Harry Heine hieß, war ein berühmter Düsseldorfer. Er verfasste das Gedicht über die mystische Dame Loreley, die von zahlreichen Männern begehrt war. Wer schon mal auf einem Ausflugsdampfer an der Loreley vorbeigetuckert ist, kennt das Prozedere. Die Passagiere werden über die Bordlautsprecher auf diese sagenumwobene Schieferfelswand aufmerksam gemacht, und das Lied der Loreley erklingt. In diesem Moment zücken alle ihre Handys, filmen wie die Weltmeister und knipsen sich ihre Fingerchen wund. Vor allem die Asiaten sind dafür bekannt, dass sie die Kapazität ihrer Speicherchips hier vollständig ausschöpfen. Heine hätte den misslungenen Saisonstart der Fortuna dichterisch in etwa so verarbeitet:

    Fortuna, was soll das bedeuten,
    dass du so traurig spielst?
    Liegt es an den Spielereinkäufen
    oder läuft des Trainers Taktik schief?

    Und das Geschehen auf dem Regensburger Rasen? Naja … Kein gutes Spiel der Fortuna, lautete Ollis Fazit. Damit hat er uns nicht viel Neues erzählt. Es war mitnichten ein Samstagskracher, aber den gibts ja immer erst am Wochenende. Welche Erkenntnisse bleiben? Yassine Bouchama in der Startelf? Lohnt sich nicht! Aber Lukas Eixler als frischen Stürmer in der zweiten Halbzeit lohnt sich sicher.

    Zumindest nimmt die Fortuna abzüglich der Stadiongebühr und der Schiristeuer drei Punkte netto mit nach Hause. Es ist bedauerlich, dass dieser Betrag nicht, wie an der Ladenkasse möglich, aufgerundet werden kann. Andernfalls hätte die Fortuna sieben zusätzliche Punkte auf ihrem Konto und wäre in die Höhe geschnellt wie die Preise an den Tankstellen.

    Ups, mittlerweile sind es deutlich mehr als zehn Sätze geworden. Doch ihr solltet euch bewusst sein: Wer heutzutage noch den Aussagen einer Frau Glauben schenkt, hat den ironischen Unterton nicht bemerkt. Und wer die Werbeversprechen für bare Münze nimmt, wird letztlich eine Menge Geld für Dinge ausgeben, die man eigentlich gar nicht braucht. Glaubt mir 😉

    Antworten
  • MagierTom

    Der Ergebene hat wieder alles gut zusammen gefasst. Die spielerische Qualität und die Offensiv-Aktionen haben natürlich noch viel Luft nach oben. Der Trend geht erstmal in die richtige Richtung. Am Ende zählen im Fußball nur die Ergebnisse und diese sind mit 10 Punkten aus den letzten 4 x Spielen sehr gut!

    Antworten
  • Christian

    Dem Ergebenen fallen am Rande Dinge auf, wie die furchtbare Stimme des Kommentators.

    Ich komplettiere mit einer anderen Phänomen.Warum müssen Trainer immer sofort Wasser saufen, sobald sie auf dem Platz sind. Bekomnen die zu Hause nix?

    Oder: warum interviewt man Spieler? Und weiter geht der Satz mit, die jeden Satz mit zweimal „ja“ füllen, weil sie sonst stammeln Wenn die nicht sprechen können, sollten die es doch besser ihrem Beruf nachgehen.
    Immerhin kommt jetzt schon mal weniger „von Spiel zu Spiel“…, leider aber immer noch „der Mannschaft helfen“ anstatt „ich hab ne geile Bude gemacht“

    Dieses stereotype Zeug gehört mal in den Fußballmüll

    Antworten

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