SW Alstaden vs F95 (Pokal) 0:12 – Schöner Abend an einem schönen Ort und schöne Tore dutzendweise
Im mit 6.000 Menschen ausverkauften Paul-Janes-Stadion schlug eine gut gelaunte Fortuna den Bezirksligisten aus Alstaden standesgemäß.
Bericht · Das Schönste am gestrigen Abend waren die Bilder und Töne im pickepackevollen PJS am Flinger Broich, die wir größtenteils den Ultras zu verdanken haben. Von denen viele ja noch nicht einmal geboren waren, als die Fortuna zum letzten Mal dort ein Pflichtspiel bestritt. Das war witzigerweise ebenfalls eine Partie im Niederrheinpokal, ebenfalls durch Heimrechttausch entstanden, nämlich gegen die TGD Essen am 10. August 2008. Damals gewann F95 „nur“ mit 4:0. Dieses Mal war Schwarzweiß Alstaden zu Gast und musste ein Dutzend schönster Tore hinnehmen. UD und die anderen Ultra-Gruppierungen hatten die komplette Nordtribüne eingenommen und supporteten, was das Zeug hielt. Als sie dann noch ein Banner zeigten, auf dem „So wie heute sollte Fußball sein“ stand, hatte der Ergebene ein bisschen Pipi in den Augen. [Lesezeit ca. 5 min]

Bevor es losging, marschierten Jungs mit einem mannshohen Banner vor der Nord auf; „Fortuna spielt groß auf. Wir müssen nach Haus“ – Zitat aus dem legendären Song „Wir sind Düsseldorfer Jungs“ der Mimmis und zusammengebastelt aus Stücken von Choreos der letzten 15 Jahre. Was für eine wunderbare Idee! Das Banner „Fortuna ewige Liebe geschwor’n – Seite an Seite immer nach vorn“ hatten sie in der Arena abmontiert und oberhalb des Blocks angebracht. Dann gab es eine prächtige Pyroshow mit ein paar Raketenstürmen. Das gefiel nicht nur dem Ergebenen, während er inzwischen das vereinzelte Zünden individueller Bengalos irgendwann ohne Grund gar nicht mehr mag – er findet, das fühlt sich an wie Revierpinkeln junger Hunde.
Fußball wurde auch gespielt. Und wie. Der Ergebene und die ihn umgebenden Fans auf der Süd direkt unter der Anzeigetafel fragten sich, ob Cheftrainer Alexander Ende den Jungs einfach gesagt hatte: „Geht’s naus und spuit’s“, denn wie die Kicker die Sache angingen, unterschied sich dramatisch von allen bisherigen Auftritten in der Liga. Schon in der 2. Minuten fiel das 1:0, weil Steven van der Sloot im Stil eines Linksaußen runter bis zur Grundlinie gelaufen war, um dann flach und scharf nach innen zu passen, wo Jomaine Consbruch einfach nur die Flosse reinhalten zu müssen. Nochmal zum Mitschreiben: a) bis zur Grundlinie b) scharf und flach nach innen c) abstauben. Dürfen die das? fragten sich die erwähnten Ketzer. Denn der Ende’sche Fußball besteht aus One-Touch-Kurzpässen und hat, verdammt nochmal, durch die Mitte zu gehen.
Lasse Rieß (TW); Lukas Bornschein und Marcel Benger (IV), Sascha Risch und Steven van der Sloot (72. Tim Oberdorf) (AV); Elias Arden, Andreas Müller (83. Elias Egouli), Jomaine Consbruch (60. Zimbo Zimmermann) und Philipp Förster (47. Noah Egouli) (Mittelfeld); Eric Hottmann und Lukas Eixler (60. Fabian Schleusener) (Sturm).
Und wie um ihren Chefcoach zu ärgern, machten sie es in der 7. Minute einfach noch einmal. Dieses Mal kommt der Pass von Eric Hottmann (Bester Fortune auf dem Platz! Nicht nur wegen VIER Buden und VIER Vorlagen), nicht ganz so weit unten und außen, wieder flach und scharf, und Lukas Eixler muss nur noch schieben. Okay, alles lief über rechts, weil Sascha Risch sich offensiv wieder wenig traute und sein Schienenmann, Andreas Müller, überall zu finden war, außer am linken Flügel.

Beeindruckend die Phalanx langer Fortunen auf dem Platz: Lukas Bornschein, Elias Arden und Lukas Eixler – später auch noch Noah und Eli Egouli. Und der Spaß, den vor allem Eric Hottmann und Lukas Eixler hatten. Andreas Müller wühlte und kämpfte um jeden Ball, Jomaine Consbruch gab teils eine dritte Spitze und Lukas Bornschein und Elias Arden organisierten das Spiel von hinten heraus. Ende hatte doch tatsächlich diesen Marcel Benger in die Innenverteidigung gesteckt – warum? Wie leider zu erwarten erwies er sich als einziger (leichter) Unsicherheitsfaktor in der Defensive. Und nachdem ihn Noah Egouli ersetzte, durfte er sich auch noch als Zehner versuchen, als Zehner! Was fällt Ende denn noch ein, um seinen Liebling irgendwie auf den Platz zu kriegen? Stellt er ihn demnächst ins Tor?
Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, also machen sie Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn bitte auf einem der bekannten Wege:
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Jedenfalls wirbelten die Rotweißen nach dem 2:0 zunächst in unverändertem Tempo und Stil weiter: Eric Hottmann macht in der 12. Minute nach bekanntem Muster (van der Sloot tief und außen) das 3:0, Lukas Eixler in der 21. das 4:0 – schicke Hütte! Steilpass von Jomaine Consbruch auf den Lukas, der tanzt den Keeper aus und netzt ein. Danach nahmen die Fortunen die Füße ein wenig von den Gaspedalen. Es folgten gefühlt zehn Ecken, alle ein wenig anders ausgeführt, alle ohne zählbaren Erfolg. Die Schwarzweißen, die sich tapfer wehrten und einen wirklich klasse Keeper im Tor hatten (ohne den sich noch vier, fünf Buden hinzugekommen wären), hielten trotz allem die Köpfe oben. Und die eindrucksvollste Defensivaktion gelang Marcel Benger, der einen schnell mit Ball am Fuß anstürmenden Alstadener perfekt ablief – seine bisher beste Aktion im F95-Dress.
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Nach der Pause sahen die fröhlichen Menschen im PJS, darunter geschätzte 200 Leute aus Oberhausen-Alstaden, die einzige Torchance für Schwarzweiß; einen Kopfball nach einer Ecke. Stattdessen zog einer von ihnen Eric Hottmann in aussichtsreicher Position im Strafraum die Füße weg. Den Elfer in der 50. Minute vollstreckte der Eric persönlich zum 5:0. In der 60. Minute kamen Zimbo Zimmermann und Fabian Schleusener unter großem Jubel aufs Feld. Während Schleuse Eixler 1:1 ersetzte, durfte sich Zimbo endlich mal wieder im Mittelfeld versuchen.

Auch das 6:0 in der 62. Minute war ein Leckerchen: Supersteilpass (von Elias Arden?) auf Schleusener im Strafraum, der legt geistesblitzartig rüber auf Andreas Müller, der sich mühelos in die Schützenliste einträgt. In der 67. Minute dann Ähnliches mit anderem Personal: Marcel Benger auf Steven van der Sloot, der legt auf Zimbo an – 7:0. So hatten sich die Optimist:innen unter den F95-Fans das vorgestellt. Wobei die Dinger 5, 6 und 7 nach Ende-Fußball aussah, weil es durch die Mitte ging.
In der 75. Minute dann auch mal eine Bude nach Ecke. Nein, keiner der langen Kerls köpft ein, sondern Fabian Schleusener, der olle Knipser. Und dann hatten die Schwarzweißen einfach nicht mehr genug Sprit im Tank, um sich noch ernsthaft zu wehren. Die Treffer 9 (Schleusener) und 10 (Hottmann) waren schon recht einfach. Diese beiden Buben machten also in den Minuten 86 bis 90 insgesamt drei Tore, sodass bei Abpfiff tatsächlich das Dutzend voll war.
Hat diese Partie gegen einen überforderten Bezirksligisten irgendeine Bedeutung für den Ligaalltag? Der Ergebene würde sagen: Vielleicht. Ein bisschen. In den Köppen der Kicker, eventuell. Vor allem das Spiel über Außen, das in der Liga bisher fast ganz fehlte, könnte man nun öfter sehen. Und wenn Anas Slimani auf links wirbelt, fände das möglicherweise auf beiden Flügeln statt. Weil Lukas Eixler klasse auftrat, haben wir plötzlich drei vielversprechende Knipser. Enttäuschend wieder Marcel Benger, und auch Philipp Förster konnte gestern wenig reißen. Lukas Bornschein als IV gefiel und könnte Elias Egouli den Platz streitig machen. Ach so: Lasse Rieß, der nix zu tun hatte, bekam von der Süd freundlichen Auflaufapplaus, was ihn sichtlich freute.
Schalten Sie wieder ein, wenn es am 7. Oktober 2026 wieder heißt: Fortuna Düsseldorf im Niederrheinpokal – jetzt im Achtelfinale! Den Gegner reicht der Ergebene nach.
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Alles schön geschrieben, aber sportlich ohne jeglichen Wert. Da ist jeder Satz des Lobes für die Spieler vor dem Hintergrund der in der Liga in allen !! Spielen ( weniges vom Spiel gegen den MSV ausgenommen) gezeigten Leistungen ein einziger Hohn. Ein Spiel gegen eine Mannschaft auf Kreisliganiveau taugt zu keinerlei sportlichen Bewertung . Alles andere am FB war lediglich Folklore. Die war toll – das war es aber auch. Natürlich brauchen wir kein F95-Bashing, aber Hofberichterstattung alá RP, der zu Recht vernünftige Berichterstattung abgesprochen wird, nun wirklich auch nicht! Alles schön zu lesen hier, aber 5 Sätze hätten völlig ausgereicht.
Aber wahrscheinlich folgt hier nach dem Spiel gegen den nächsten Kreisklassenverein, dem DSC 99, die nächste aus rot gefärbter Brille formulierte Lobhudelei über unseren Herzensverein.
Trost: ich muss es ja nicht lesen.
Wir sprechen uns nach der Hinrunde wieder, dann ist eine Bewertung möglich. Wenn es in der Liga allerdings so weitergeht, wird F95 bis auf weiteres nur gegen Kreisklassenmannschaften erfolgreich sein.
Auf alle Fälle 95 Ole und wir sehen uns wie immer mit großer Erwartungshaltung gegen Verl im Stadion…..
Der Ergebene versteht deinen Kommentar nicht. Wo steht denn, dass dieses Pokalspielchen irgendwie zur Bewertung von irgendwas taugt? Es hat einfach Spaß gemacht. Muss auch mal sein. Und Lob für Spieler nur, wenn’s gegen einen starken Gegner ging? Ja, okay, es ist eine harte Welt da draußen im Drittligafußball. Und irgendwelche Vergleiche mit der RP in der aktuellen Verfassung verbittet sich der Ergebene ausdrücklich.
Aha, offenbar nicht kritikfähig, der nach wir von mir durchaus geschätzte Erhabene. Zitat:
Hat diese Partie gegen einen überforderten Bezirksligisten irgendeine Bedeutung für den Ligaalltag? Der Ergebene würde sagen: Vielleicht. Ein bisschen. In den Köppen der Kicker, eventuell. Vor allem das Spiel über Außen, das in der Liga bisher fast ganz fehlte, könnte man nun öfter sehen.
Sei es wie es sei. Vorschlag: beim nächsten Heimspiel gegen Verl unsere Mannschaft wieder unvermindert anfeuern. Denn wir Fans von Ultra bis Tribünengucker haben nach wie vor Bundesliganiveau!
95 Olè
PS Das mit der RP nehme ich zurück. Da hast Du Recht – Sorry, Entschuldigung!
Nicht dass hier eine Metadiskussion entsteht, aber „nicht kritikfähig“ ist eine ganz kleine Münze, die jederzeit anwendbar ist, wenn der Kritisierte nicht sofort schreit: „Ja, du hast Recht, ich liege falsch, total falsch“ ;–))
Irgendeine Bedeutung? Vielleicht, eventuell, möglicherweise … vielleicht aber auch nicht. So war das gemeint.
Beim Heimspiel gegen Verl ist der Ergebene leider nicht dabei, eine Reise ließ sich nicht verlegen.
Ansonsten: 95 olè zurück