An diesem Freitagabend beginnt die hoffentlich bald wieder glorreiche Fortuna ihre Drittligasaison gegen den mehr berüchtigten als berühmten Waldhof aus Mannheim.
Analyse · Der größte Teil der Vorbereitung der Fortuna hat Spaß gemacht, und der Optimismus unter den Fans ist erstaunlich groß. Aber, so isser, der Düsseldorfer: Wütend grantelnd, wenn’s scheiße läuft, fröhlich grinsend, wenn’s … ja, was? Wenn es aussieht, als würde die Sonne wieder scheinen. Apropos: Das Wetter hat Chefcoach Alex Ende nicht gemeint, als er eine hitzige Atmosphäre weissagte. Er erwartet ein typisches Drittliga-auf-die-Knochen-Spiel. Dafür ist – siehe oben – der Waldhof mehr berüchtigt als berühmt. Ob er auch die zu erwartende feindliche Stümmung der Mannheimer Anhänger:innen gegenüber den mehr als 4.000 angereisten Fortuna-Fans meinte, ist unbekannt. Fest steht: Diese Partie ist der ideale Einstieg für F95 in die erste Drittligasaison seit 2009. [Lesezeit ca. 4 min]
Woran wir Menschen, denen die Fortuna am Herzen liegt, uns gewöhnen müssen: F95 gilt als Topteam und Aufstiegskandidat, obwohl der Verein weder den wertvollsten Kader hat noch über das höchste Budget verfügt. Das ist einerseits komisch, hat aber – wenn es von Experten kommt – damit zu tun, dass die personellen Qualitäten der von Samir Arabi zusammengestellten Truppe enorm hoch geschätzt werden. Der Ergebene meint: zu Recht!
Das Gegnerporträt
Um mal aus der Saisonprognose des Ergebenen zu zitieren: „Komischerweise wird unser erster Gegner in der neuen Saison von den Experten recht weit oben gesehen. Das mag daran liegen, dass sie sich recht interessant verstärkt haben. Und am neuen Trainer Rui Mota, der mit Rasgrad schon Erfahrungen in den europäischen Ligen gesammelt hat. Dort hat er erfolgreich auf ein System mit Raute gesetzt und wurde mit Rasgard bulgarischer Vizemeister.“ Hinzu kommen erstaunliche Erfolge in den Testspielen: Die Waldhöfer gewannen gegen den FC Thun, den aktuellen Schweizer Meister, und gegen den FC Liefering, dem Farmteam der Salzburger Dosen, die in Österreich in der zweiten Liga kicken.
An Bord ist mit 35 Jahren immer noch der US-Stürmer Boyd, für den das Adjektiv „wuchtig“ erfunden wurde. Ein Auge müssen unsere Jungs auch auf Rexhepi haben, einen Mittelfeldmann mit Torriecher. Dazu den erfahrenen Thalhammer. Mit Nijhuis haben sie außerdem einen guten, holländischen Tormann. Da kommt eine Menge Power zusammen. Ob die in der Vorsaison schwache Defensive, die in der Vorsaison die drittmeisten Tore in der Liga kassiert hat, besser geworden ist, wird man sehen.
Die Fakten:
Tabelle:
| Platz | Verein | Spiele | S | U | N | Punkte | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Fortuna | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 |
| 1. | Mannheim | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0:0 |
F95: Hamza Anhari, Eli Egouli und Jorrit Hendrix (Rote Karte)
Mannheim: 3 Spieler
Info:
Freitag, 7. August 2026, 19:00 im Carl-Benz-Stadion
Schiri: Fabienne Michel (41): Hat Fortuna noch nie gepfiffen.
TV: Magenta TV (€), Onefootball (€)
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Spielplan, System, Aufstellung
Wenn man die Freundschaftsspiele gegen unterklassige Gegner – insbesondere gegen Monheim und Benrath – zum Maßstab nimmt, dann sieht es so aus, als würde die Fortuna Baujahr 2026 gegen schwache Verteidigungslinie gern viele Tore schießen. Und wenn die Defensive der Mannheimer so schwach ist wie vergangene Saison, dann könnte das bedeuten, dass unsere Jungs im Carl-Benz-Stadion ein paar Buden machen. Was wiederum voraussetzen würde, dass unsere Coaches das Rautensystem offensiver ausrichten. Und anordnen, dass gern auch über die Flügel angegriffen werden darf. Denn dass ist eine (die einzige?) Schwäche des von Alex Ende so geliebten 4-4-2 mit Raute, dass es dazu neigt, eher durch die Mitte aufs gegnerische Tor zu gehen.
Dem kann die Elf entgehen, indem sie einerseits die entsprechenden taktischen Weisungen befolgt, und andererseits durch eine entsprechende personelle Ausstattung. Womit wir bei der Aufstellung sind. Wer als Fan die vergangene Saison verfolgt hat, wird mit großen Kinderaugen auf die Verletztenliste starren: Hä? Gibt’s doch gar nicht – nur zwei verletzte Spieler, nur einer davon fällt länger aus? Ja, es ist wahr. Nur den armen, armen Pechvogel namens Hamza Anhari hat es in Benrath schlimmer getroffen, wobei die neusten Nachrichten vorsichtig optimistisch stimmen. Eli Egoulis Blessur scheint dagegen eher harmlos, und der kurzzeitig angeschlagene Felix Meiser ist schon wieder ins Training eingestiegen.
Auf dieses positive Phänomen meinte Coach Ende in der PK, man habe sich bei der Auswahl der Neuzugänge auch sehr genau mit der jeweiligen Verletzungshistorie befasst und auf Kicker gesetzt, die für eine hohe Verfügbarkeit stehen. Kann man auch als Seitenhieb auf die Kaderplaner für die Saison 2025/26 lesen. Ob schon die personellen Änderungen am medizinischen Team eine Rolle spielen, lässt sich noch nicht sagen.
Wie auch immer: Die Coaches können – wie es so schön heißt – aus dem Vollen schöpfen, also die Besten der Besten aufstellen. Bis auf eine Ausname: Käpt’n Hendrix hat eine rote Karte aus der Vorsaison mitgeschleppt und ist gesperrt. Übrigens – und auch das ein Unterschied zur Vorsaison – fährt nicht nur der gesperrte Kapitän selbstverständlich mit nach Mannheim, sondern auch die verletzten Kollegen sowie die Kicker, die es nicht in den Spieltagskader geschafft haben. Da herrscht ein neuer Geist.
Nicht nur der Ergebene schlägt vor, als (nicht positionsgetreuen) Ersatz für Hendrix Zimbo Zimmermann in die Raute zu holen. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass der schnelle und schlaue Steven van der Sloot als rechter Außenverteidiger den offensiven Druck auf dem Flügel steigern kann. So wie vergangene Saison kein Weg an Tim Oberdorf als IV vorbeiführte, wird Dominique Heintz IMMER dort spielen, wenn er fit ist. So bitter das für ihn ist: Der Tim ist aktuell nur Ersatz auf seiner Position; selbst Neuling Felix Meiser könnte ihn verdrängen. Sascha Risch ist als linker AV gesetzt – so lange es keine Neuverpflichtung für diesen Posten gibt. Kaden Amaniampong, eigentlich gelernter Rechtsverteidiger, ist aktuell die einzige Alternative.
Als Doppelspitze werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Fabian Schleusener und Eric Hottmann antreten. Und mit nur minimal weniger Wahrscheinlichkeit wird Yassine Bouchama die Spitze der Raute bilden. Dass die beiden Spätzugänge Marcel Benger und Philipp Förster zumindest als Teilzeitarbeiter reinkommen, hat Ende angekündigt. Wobei der Ergebene am meisten auf den Förster gespannt ist, der Bouchamas Position einnehmen würde.
Das Schöne an der Raute ist, dass die beiden Kollegen, die die beiden Außenzacken bilden, nicht automatisch und nicht die ganze Zeit als Schienenspieler agieren müssen. Hier wünscht sich der Ergebene ganz klar Elias Arden als den coolen Youngster mit den Defensivqualitäten und natürlich den quicken Anas Slimani, der dann oft sogar mit Schleusener rochiert und in die Spitze geht, während Schleuse dahinter rumturnt und auf Chancen hinarbeitet.
Im Tor steht Lasse Rieß, die festgelegte Nummer 1. Neben den beiden Neuen sitzen also Amaniampong, Consbruch, Eixler, Paulina und Sauck auf der Bank. Bleibt Meiser außen vor, rückt Miguel Gonçalves in den Spieltagskader.
Der Tipp
Ach, ja, das Herzchen singt lauthals „Wir gewinnen, wir gewinnen, wir gewinnen sowieso!“ Da lacht der Bauch und sagt das auch. Nur der Kopf, der olle Skeptiker tippt auf ein 2:2 in einer hitzigen Schlacht.
Wie wär’s? Ein Stadion‑Alt (5,50 €)
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