F95 vs Slovan Liberec (0:0) 3:1 – Die muntere B-Elf gewinnt
In einem durchaus lustigen Testspiel gewann Fortuna gegen Liberec durch Tore in den letzten zehn Minuten dann doch noch.
Bericht · Das werden sie gar nicht gerne hören, Jesper Daland, Mo Heyer, Jordy de Wijs, der Lenzer, Zimbo, Tim Breithaupt, Anou El Azzouzi, Hamza Anhari, Zan Celar und Karim Affo, dass der Ergebene sie als B-Elf tituliert. Fakt ist aber, dass diese zehn Buben erst zur 61. Minute auf das putzige Spielfeld im frühlingshaften Spanien durften, nachdem die A-Elf mit 0:1 zurücklag, das Ding mit viel Power und Fantasie gedreht haben. Leicht war’s nicht gegen den Tabellensechsten der ersten tschechischen Liga, der kämpferisch robust, aber offensiv harmlos auftrat. Man weiß: Am Ende kackt die Ente, und als die genannten Helden kamen, merkte man jedem einzelnen an, dass er gewillt war, den Schaden auszumerzen. Schließlich kann man sich in solch einer Freundschaftsbegegnung beim Trainer für die kommenden Zweitligapartien empfehlen. [Lesezeit ca. 4 min]
Die – okay, lassen wir es mit der Buchstabierung – Jungs, die starteten, waren einigermaßen vorhersehbar Käpt’n Kastenmeier, Kenny Schmidt, Eli Egouli, Tim Oberdorf, Emma Iyoha, der neue Satoshi Tanaka, Sima Suso, Luca Raimund, Florent „Mukki“ Muslija, Shinta Appelkamp und Cedi Itten. Bis zur 60. Minute konnte man davon ausgehen, dass diese elf Herren auch am kommenden Freitag im Heimspiel gegen Bielefeld bei Anpfiff auf dem Rasen stehen werden. Zur Halbzeit kam Marcel Lotka turnusmäßig für Florian Kastenmeier. Chris Rasmussen fehlte, weil er sich über Nacht so’ne Magen-Darm-Geschichte eingefangen hatte.
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Mit in Marbella waren außerdem Valle Lunddal und Soto Sotiris, die auch fleißig mit trainierten sowie der neue Jordi Paulina, der nach einem bisschen Muskelfaseranriss im Aufbautraining versorgt wurde. Verletzt sind aktuell übrigens nur noch Florian Schock und Julian Hettwer, während Tim Rossmann gerade eine individuell angepasste Reha macht. Schließlich war auch Simon Vu an Bord, der Supermann aus der Zwoten.
Bis zur 60. Minute sah es so aus wie in mehreren der Zweitligaspiele, in denen die Fortuna gut war und die Gegner teilweise dominiert hat … und dann keine Bude machte. In Hälfte 1 standen für die Roten vier echte Torschüsse zu Buche, während die Freunde aus Liberec davon nur einen hinkriegten. In der zweiten Halbzeit hieß es in dieser Bilanz dann sogar 7:1 zugunsten unseres Teams.
Spaß gemacht hat es, unserem Neujapaner Satoshi Tanaka zuzuschauen, der sich – einigermaßen unjapanisch – als Beißer entpuppte, der jedem Ball nachging und sich mit jedem Gegner gern einließ. Freude bereitet nun schon seit Wochen, wie selbstverständlich der lange Eli Egouli den Innenverteidiger macht und mit welchem Selbstbewusstsein Sima Suso nicht bloß einen Sechser gibt, sondern sich im Fall des Falles offensiv beteiligt und auch mal aufs Tor schießt. Kenny Schmidt fiel wieder einmal positiv auf, Cedi Itten sowieso. Schön zu sehen, dass im Trainingslager eindeutig die Passschärfe verbessert wurde und die ganze Truppe einfach mehr Offensivideen produziert – wunderbar die schönen weiten Diagonalflanken.
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Wie so oft bei Testspielen war es möglich, während der etwas hakeligen Live-Übertragung die lauten Anweisungen von Cheftrainer Markus Anfang zu verfolgen. Offensichtlich hat er mit der Mannschaft Kurzbefehle eingeübt, sodass die Jungs immer wussten, was gemeint war, selbst wenn die Ansage nur „1 und 2!“ lautete. Sportvorstand Sven Mislintat hat Recht: Coach Anfang hat das Team in jeder Hinsicht besser gemacht.
Der Gegentreffer für die Tschechen fiel allerdings aus einer Situation, die wir Fans nun wirklich nicht mehr sehen wollen und die mit dem Begriff „Hühnerhaufen“ am besten beschrieben ist. Fußballgottseidank war es die einzige Federviehaktion der F95-Defensive, die ansonsten sicher stand.
Wie gesagt: Die B-Elf kam mit großem Willen auf das Feld, die Partie nicht nur unentschieden zu gestalten, sondern zu gewinnen. Da war viel Schwung im Spiel, und auch Anou El Azzouzi, von dem es hieß, er habe während der Tage in Marbella ziemlich schlechte Laune gehabt, weil er die Verpflichtung von Tanaka-san als gegen sich gerichtet empfunden interpretierte, warf sich voll rein. Und noch einmal möchte der Ergebene eine fette Lanze für Christopher Lenz, den Lenzer, brechen, der in seiner halben Stunde zeigte, dass er auf Erstliganiveau kickt. Möge er doch bitte in der Rückrunde unverletzt bleiben! Dann hätten wir auf der LV-Position kein Problem mehr.
Was haben sie außerdem Zan Celar in den Kaffee getan, dass der plötzlich so richtiges Team-Mitglied ist und es sich, der Fortuna und seinem Heimatverein QPR beweisen will, was er kann, wenn man ihn lässt? Auguren berichten, dass es nicht nur mit ihm intensive Vieraugengespräche gegeben habe, übrigens nicht nur mit Markus Anfang, sondern auch mit Sven Mislintat. Ja, man MUSS mit diesen jungen Männer auch mal reden, muss ihnen zuhören und ihre Befindlichkeiten ernst nehmen. Dasselbe soll auch für Soto Sotiris gelten, der sich anscheinend endlich auch als Teamplayer versteht.
Jedenfalls war es Czeki, der in der 81. Minute mit einem Flugkopfball knapp über der Grasnarbe den Ausgleich erzielte, nachdem es zuvor diverse Schüsse und Köpper auf den tschechischen Kasten gegeben hatte. Er im Verbund mit Hamza Anhari und Karim Affo, assistiert vor allem vom Lenzer auf links, Anou El Azzouzi in der Mitte und Zimbo auf rechts, wirbelte die C-Elf von Slovan, die zur zweiten Halbzeit gekommen war, ordentlich durcheinander. Dass es dann Hamza und Karim waren, die in der 87. und 89. auf 3:1 stellten, freut das Fortuna-Herz.
Und wäre der Ergebene vor Ort gewesen, er hätte sicher die „Jordy, Jordy“-Rufe angestimmt, die er immer dann mitbrüllt, wenn unser blondierter Holländer zum Aufwärmen unten am Block vorbeikommt. Der war ab der 60. Minute ein dermaßen integrierter Teil der Truppe, dass man ihm immer noch und immer wieder mehr Spielzeit wünscht. Und wenn einer nicht positiv herausstach, dann war es erneut Tim Breithaupt, der gegen die anderen Sechser keinen Hauch einer Chance mehr hat; seine Leihe könnte man gern beenden.
Nun soll man in so’ne Testpartie am Ende eines Trainingslagers nicht zu viel hineininterpretieren, aber der Ergebene hatte den starken Eindruck, dass die positive Entwicklung aus den letzten drei Ligaspielen hier sogar noch einmal beschleunigt wurde. Außerdem nahm er für sich (und euch) die Erkenntnis mit, dass dieser Kader nicht unbedingt eine weitere Verstärkung braucht. Ob das so ist, werden wir am kommenden Freitag so gegen 20:30 Uhr besser beurteilen können. Besonders wenn die Jungs sich für das blöde 1:5 auf der Alm gegen Bielefeld revanchiert haben.
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[Leider nur mit einem Symbolbild, das vom Testspiel gegen Slovan Liberec vor zweieinhalb Jahren stammt, weil der Ergebene vergessen hat, von der heutigen Partie Screenshots zu machen.]
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