Vorbericht: Darmstadt vs F95 – Gut, dass der Kader so breit ist
Am Samstag muss die liebe Fortuna nach Darmstadt ans Böllenfalltor, um sich eine erwartbare Niederlage abzuholen … oder ein Wunder zu vollbringen.
Analyse · Okay, eine Niederlage bei den Lilien ist angesichts der Tabellensituation und der gezeigten Leistungen eingepreist. Erschwerend kommt für unser Team der fürchterliche Krankenstand hinzu. Vor allem im Tor. Stammkeeper und Käpt’n Kastenmeier sowie Zweitorwart Lotka waren/sind unter der Woche krank. Weil der arme Flo Schock immer noch verletzt ist, könnte es zum Ernstfall kommen, und die einzige Alternative, sollten die drei Gerannten nicht antreten können, ist Milan Czako, der Tormann der Zwoten. Im Idealfall sind Kaste und Lotti fit genug. Macht die Sache nur ein bisschen besser, denn inzwischen ist Kenny Schmidt für längere Zeit ins Lazarett eingerückt, und auch Jesper Daland könnte wegen einer Schulterverletzung ausfallen. Um die Sache weiter zu verschlimmern, war auch der Lenzer schnupfenbedingt die Woche über nicht voll dabei. Die Darmstädter vermelden bloß zwei Verletzte in einem 27er-Kader. Beschissener könnten die Voraussetzungen für die Partie zwischen einer abstiegsbedrohten Fortuna und einem Aufstiegskandidaten kaum sein. [Lesezeit ca. 4 min]
Jetzt zeigt sich, darauf hat auch Chefcoach Anfang hingewiesen, wie gut es ist, dass F95 einen Kader mit 31 Insassen hat – eine Tatsache, die unter Fans teils auf erhebliche Kritik gestoßen ist. Wobei es wirklich ärgerlich ist, dass der als Soforthelfer im Wintertransferfenster angeschaffte Marin Ljubicic nach wie vor nicht einsatzfähig ist. Immerhin: Da Kenny Schmidt nicht mitmachen kann und der Einsatz von Jesper Daland fraglich ist, stehen die Chancen für einen Starteinsatz von Jordy de Wijs so gut wie nie. Es sei denn, Markus Anfang entscheidet sich für eine Viererkette, was er für gut möglich erklärt hat.
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Das Gegnerporträt
Der SV Darmstadt 98 ist einer der Clubs, denen von unserer Seite immer ein bisschen Sympathie entgegengebracht wurde – weiß der Fußballteufel warum. Den Lilien ging es 2013 ziemlich scheiße; sie spielten in der Regionalliga und gastierten ein paar Mal in der dritten Liga. 2009 waren sie praktisch pleite und konnten den Kopf nur gerade eben so aus der Insolvenzschlinge ziehen. Am Ende der Saison 2012/13 konnten sie nur mit Mühe den erneuten Abstieg in die Hessenliga verhindern. Und dann begann das Wunder vom Böllenfalltor. Nämlich der Durchmarsch bis in die erste Bundesliga, wo sie in der Saison 2015/16 dauernd gegen den Abstieg spielten und in der folgenden Spielzeit sang- und klanglos wieder zurück in die zweite Liga purzelten; ab dem 14. Spieltag standen sie durchweg auf dem letzten Platz.
Nachdem sich der 98er nach diesem Abstieg langsam wieder aufgerappelt hatten, gaben sie 2023/24 noch einmal ein Gastspiel in Liga 1, das genauso deprimierend verlief wie das in den Jahren 2016/17. Aber, im Gegensatz zu einigen anderen Clubs, die mal kurz in der ersten Liga vorbeischauten, gingen die Lilien-Verantwortlichen mit dem Geld, das ihnen die höchste Liga eingebracht hatte, sorgfältig um. Außerdem agierten sie besonnen und setzten nicht auf den direkten Wiederaufstieg um jeden Preis. Den Lohn dafür ernten sie jetzt. Darmstadt 98 hat einen sehr ausgewogenen Kader mit einem Marktwert unter 30 Millionen und mit Florian Kohfeldt einen Trainer, der zum Verein und zum Kader passt.
Kein Wunder also, dass sie wieder um den Aufstieg spielen und aktuell Zweiter sind. Die letzte Niederlage (eine von insgesamt zwei – bester Wert der Liga) holten sie sich Ende Oktober auf Schalke ab. Sie haben die meisten Tore erzielt und sahen gerade gegen die Teams der unteren Tabellenhälfte immer glänzend aus. Kohfeldt lässt ein offensiv betontes 4-4-2 spielen. Die geschossenen Tore verteilen sich auf den notorischen Lidberg (aktuell 12) und Hornby Fraser (8) sowie weitere sechs(!) Kollegen; fehlt nur, dass der hervorragende Keeper Schuhen sich in die Torjägerliste eingetragen hätte.
Was das Schlimmste für jeden Gegner ist: Obwohl Kohfeldt taktisch nicht viel variiert, zeigen sie kaum benennbare Schwächen. Auch bemerkenswert, dass die Lilien von allen Mannschaften die wenigsten gelben Karten eingesammelt haben. Für den Ergebenen ist der SC Darmstadt noch vor Schalke, Elversberg, Hannover und Paderborn zurzeit Aufstiegskandidat Nr. 1.
Die Fakten:
Tabelle:
| Platz | Verein | Spiele | S | U | N | Punkte | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2. | Darmstadt | 22 | 11 | 9 | 2 | 42 | 42:24 |
| 12. | Fortuna | 22 | 7 | 4 | 11 | 25 | 20:31 |
Ausfälle:
F95: Kastenmeier(?), Lotka(?), Schock, Anhari, Breithaupt, Daland(?), Hettwer, Lenz(?), Ljubicic, Rossmann, und K. Schmidt
Darmstadt: 2 Spieler
Info:
Samstag, 21. Februar 2026, 13:00 am Böllenfalltor
Schiri: Michael Bacher (34): Hat Fortuna zuletzt gepfiffen beim 2:0 über Schalke am 10.05.2025 und bot in der ersten Halbzeit eine erschreckend schwache Leistung, pfiff aber in der zweiten Hälfte voll korrekt.
TV: Sky (€) / Wow (€)
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Spielplan, System, Aufstellung
Angesichts der Gesamtsituation möchte man den Fortunen samt Trainerstab zurufen: „Ihr habt keine Chance, also nutzt sie.“ Und wenn man Markus Anfang auf der (erneut mangels journalistischer Fähigkeiten der teilnehmenden Medientypen) ziemlich fruchtlosen PK zum Spiel lauscht, hat der keinen Bock auf Abschenken und lieferte eine kurze, präzise Analyse des Gegners. Nur irgendeine Form von Spielplan brachte er nicht mit. Wie auch, wenn er als Cheftrainer nicht mal weiß, welche Kicker ihm zur Verfügung stehen werden?
Also konzentrierten sich seine Grübeleien um Vierer- vs. Dreierkette auf die Dichotomie zwischen Stabilität und Dynamik. Im Klartext: Anfang & seine Kollegen werden wirklich erst Samstagmorgen festlegen können, wer in welcher taktischen Grundordnung nach welchem Rezept spielt. Da geht es dem Ergebenen nicht anders, sodass er eigentlich nur eine Idee von einem möglichen 3-4-2-1 hat:
Überraschend daran wäre vor allem, dass er Florent Muslija zunächst draußen lassen würde; Shinta Appelkamp rückte nach links, Chris Rasmussen käme auf den rechten Flügel. Und als Schienenspieler auf der linken Seite würde er auf Soto Sotiris setzen. Und wenn’s ne Dreierkette gibt, müsste Jordy de Wijs deren linkes Ende bespielen. Interessant bei dieser Konstellation wäre die Bank, auf der mit Muslija, Emma Iyoha und auch Jordi Paulina drei Burschen säßen, die mit großer Wahrscheinlichkeit eingewechselt würden.
Okay, auch eine Viererketten-Variante hat der Ergebene im Ärmel. Ausgangspunkt wären Oberdorf und Egouli als Innenverteidiger sowie Emma Iyoha als linker Außenverteidiger. Mutig wäre, vorne Jord Paulina als zweite (hängende) Spitze einzusetzen und auf den Flügeln mit Sotiris und Rasmussen zu starten. Zugegeben: Diese Startelf werden wir wohl nicht sehen.
Der Tipp
Galgenhumor beim Kopf, der schon ein Unentschieden für ein Wunder hielte und realistisch auf ein 2:0 für die Hausherren tippt. Das Herz ist schon vorher am Rumheulen und möchte die Höhe der Niederlage nicht vorhersagen. Und der Bauch, der ja in der laufenden Saison so häufig Recht hatte, fürchtet ein schreckliches 5:1 für die Lilien.
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