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Testspiel: 1. FC Monheim vs F95 0:6 – 6 Alte und 15 Neuzugänge machen Hoffnung

Wie vor ziemlich genau einem Jahr gewann eine völlig neue Fortuna-Truppe beim hochsympathischen 1. FC Monheim 1910 bei schönem Sonnenschein wieder mit 6:0.

Bericht · Mal ehrlich: Es grenzt an ein Wunder, dass die gebeutelte Fortuna nur knapp sechs Wochen nach dem Abstieg und nach sage-und-schreibe EINUNDZWANZIG Abgängen überhaupt einen testspielfähigen Kader auf die Beine gestellt hat. Wir müssen dafür nicht nur den neuen Sportvorstand Samir Arabi loben, sondern auch den ewigen Goran Vucic, seinen wichtigsten Gehilfen. War ja auch wieder typisch: Kaum vierzehn Tage nach dem Abstiegsspiel in Fürth maulten schon die ersten Nörgelfans, wo denn die Neuzugänge blieben. Dieselben arbeiteten sich dann abschätzig und/oder beleidigend an uns verlassende Spieler ab. Als Arabi dann aber neue Kicker im 48-Stunden-Takt präsentierte, hörte man von den Defätisten nix mehr. Wie auch immer: Am sonnigen, aber nicht zu heißen Freitagabend standen nur noch sechs alte Kollegen (Zimmermann, Oberdorf, Sauck, E. Egouli, Hamza Anhari und Jordi Paulina) auf dem bestens gepflegten Rasen im hübschen Rheinstadion zu Monheim. [Lesezeit ca. 5 min]

Wie immer war die Betreuung der Gästefans durch die ehrenamtlichen Helfer des 1. FC Monheim herzlich und engagiert. K**sch musste man nicht trinken, denn es gab auch Alt. Die Stadionwurst war auf Paul-Janes-Niveau. So war alles angerichtet für ein erneutes Familienfest am Rhein. Der Stadionsprecher verkündete übrigens, dass ganz Monheim zur Fortuna stehe und viele Anhänger:innen des 1. FC natürlich auch Fortuna-Fans seien. Mindestens 2.000 F95-Schlachtenbummler waren anwesend, und, wer weiß, hätten die Toten Hosen nicht am selben Abend ihr Heimspiel gehabt, wären es vielleicht noch mehr geworden. Aber auch so war es voll genug.

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Dass es erneut 0:6 gegen die Gastgeber ausging, obwohl ihnen dieses Mal „nur“ ein Drittligist gegenüberstand, hat nichts zu sagen, denn die Ausgangssituation auf fortunistischer Seite war vor einem Jahr eine völlig andere. Kaum zu glauben, aber wahr: In diesem Jahr ist die Kaderplanung deutlich weiter fortgeschritten als in 2025. Man denke: Da spielten noch Abgänger wie Vermeij und Niemiec sowie sogar Jastrzembski mit und als Neue lediglich Sotiris, El Azzouzi und Hettwer.

Die Aufstellung in der ERSTEN Halbzeit: Louis Lord (TW); Steven van der Sloot (AV), Tim Oberdorf (IV), Dominique Heintz (IV), Levi Mentzel (AV); Zimbo Zimmermann, Jorrit Hendrix und Elias Arden (Mittelfeld); Killian Sauck, Fabian Schleusener und Mechak Quiala Tito (Sturm).

Und trotz der relativ kurzen Trainingsphase bisher wirkte die Mannschaft schon relativ geschlossen. Auffällig, dass auf dem Platz viel mehr und viel lauter gesprochen wird. Natürlich stimmten die Laufwege noch gar nicht, und die Anordnung der Ketten und Rauten war auch nicht selten schief. Besonders gut hat Eurem Ergebenen Steven van der Sloot auf der rechten Schiene gefallen, der unermüdlich rannte, oft seine Gegenspieler austrickste und einige schicke Flanken schlug; schade, dass dessen endgültiger Verbleib immer noch nicht final gesichert ist. Und da wäre dann noch Elias Arden (17), den außer regelmäßigen Beobachtern der U19 nur wenige F95-Freund:innen auf dem Zettel hatten; der junge Mann tat mit, als wäre er schon länger Profi, zeigte ein gutes Abwehrverhalten und trat eine Menge feiner Pässe.

Monheim vs F95: Lustiges Gehopse beim Warmmachen (Foto: FP)
Monheim vs F95: Lustiges Gehopse beim Warmmachen (Foto: FP)

Tja, und unser zukünftiger Knipser schlug dann gleich in der 7. Minute zu: Nach einer Ecke gibt’s ein Kopfballballett, und einer landet bei Fabian Schleusener (34) im Fünfer, der die Pille locker einnetzt. In der 34. Minute läuft „Schleuse“ – wie sie ihn nennen – frei auf den Monheimer Torwart zu. Aber anstatt das Ei zu hämmern oder zu lupfen, versucht der den Keeper zu umkurven, bleibt aber hängen. Das 2:0 fiel dann in der 40. Minute, und es war ein klares Abseitstor. Vorgeschichte dazu: Der Linienassi sprach uns am Gatter an und meinte, wir seien sein VAR und sollten ihm Bescheid geben, falls er sich vertut. Nun stand der Ergebene in dieser Situation genau auf Ballhöhe, als Jorrit Hendrix steil nach außen auf Killian Sauck passte, und der war eben im Abseits, bevor er den etwas schlecht postierten Tormann düpierte und ins kurze Ecke schob. „War doch abseits!“, meinte ein Fan, und fügte hinzu: „Ich bin Linienrichter, ich muss sowas sehen.“ Dem tatsächlichen Fahnenmann sagten wir dazu allerdings nichts.

Über unseren neuen Torwart, den jungen Louis Lord (22), lässt sich nicht viel sagen, weil er nix zu halten hatte. In Sachen Abschlag war er noch sehr vorsichtig, aber das Zusammenspiel mit der Viererkette klappte prima. In der spielte Tim Oberdorf das, was ein Tim Oberdorf eben so spielt. Dominique Heintz, der ja nach Meinung vieler ein „Königstransfer“ ist, gab einen soliden IV, während Levi Mentzel als linker AV deutlich weniger auf der Schiene anrichtete als sein Counterpart auf rechts. Durch seinen Kampfgeist, der sich in heftigen Zweikämpfen mit zugehörigen Ballgewinnen zeigte, fiel Jorrit Hendrix positiv auf. Genau wie Zimbo Zimmermann, der ja nun endlich im Mittelfeld spielen darf und das ganz überzeugend tat. Der hochtalentierte Killian Sauck war eher übereifrig und leistete sich ne Menge Fehler, während Mechak Quiala Tito in der Spitze relativ blass blieb.

Die Aufstellung in der ZWEITEN Halbzeit: immer noch Louis Lord (TW); Kaden Amaniampong (AV), Noah Egouli (IV), Eli Egouli (IV), Sascha Risch (AV); Jomaine Consbruch, Miguel Gonçalves und Hamza Anhari (Mittelfeld); Anas Slimani, Eric Hottmann und Jordi Paulina (Sturm).

Zum zweiten Durchgang schickte Trainer Alex Ende, der beinahe ununterbrochen mit den Spielern auf dem Platz kommunizierte, eine komplett andere Zehn auf die Wiese; nur Louis Lord blieb über neunzig Minuten. Hach, wie schön, die Brüder Noah und Eli Egouli als IV-Paar zu sehen! Der Kaden mit dem unaussprechlichen Nachnamen übernahm die rechte Schiene, während der aus Dresden gekommene Sascha Risch die linke Seite beackerte. Vorne nun Eric Hottmann und Jordi Paulina; das Mittelfeld übernahmen Jomaine Consbruch, Miguel Gonçalves, Hamza Anhari und Anas Slimani.

Leider fand der Ergebene nach der Pause und dem dritten Mineralwasser keinen so gute Platz mehr und hatte kaum noch einen Blick auf das Angriffsbemühen der Fortunen, die in einem dieser bescheuerten Sondertrikots in Blau antreten mussten. Vermutlich wird sich diese Unsitte der Mottoleibchen in der dritten Liga legen, zumal es jetzt deutlich weniger Menschen in der F95-Marketingabteilung gibt, die ihre Existenz mit derlei Mätzchen begründen müssen. Nicht nur euer zutiefst ergebene Fortuna-Berichterstatter ist der Meinung, dass Teams dieses eingetragenen Vereins ausschließlich in Spielkleidung antreten sollten, die rot und weiß in beliebiger Musterung ist. Und weil’s ja auch ein Ausweichtrikot geben muss, dann darf das auch gern schwarz, grau oder beige sein – KEIN Blau, KEIN Grün, KEIN Pink oder Lila!

Der folgende Halbzeitbericht fällt also knapp aus und speist sich aus dem Betrachten des Spielfilms auf f95.tv. Besonders auffällig: Hamza Anhari, der schon letztes Jahr in der Saisonvorbereitung positiv auffiel, aber viel Pech mit Verletzungen hatte. Der lupfte das Ei in der 77. Minute perfekt zum 4:0 ins Gehäuse. Gefallen hat dem Ergebenen auch noch Jordi Paulina, nicht nur, weil er einen Elfer herausholte und den höchstpersönlich in der 49. Minute einlochte. Kaden Amaniampong und Sascha Risch konnten als Schienenspieler nicht mit den beiden Kollegen der ersten Halbzeit (van der Sloot und Levi Mentzel) mithalten. Die Herren Consbruch und Gonçalves bespielten das Mittelfeld solide und bedienten gern einmal die Außen. Von Anas Slimani hat der Ergebene nicht viel gesehen, eigentlich auch nicht von Eric Hottmann, der allerdings genau wie sein Knipserkonkurrent Schleusener mit dem Kopf die Bude zum 5:0 machte.

Monheim vs F95: Das Abseitstor zum 2:0 (Screenshot f95.tv))
Monheim vs F95: Das Abseitstor zum 2:0 (Screenshot f95.tv))

Die Monheimer, ebenfalls massivst durchgemischt, konnten dann auch kräftemäßig kaum noch mithalten, sodass die Fortuna ungefähr ab er der 75. Minute machen konnte, was sie wollte. In der 82. Minute legte der lange Eli Egouli die Kugel mit dem Kopf zum 6:0 nach – möglicherweise schon als Ergebnis einer einstudierten Ecke. Man weiß ja seit mindestens einem Jahr, dass einstudierte Standards im Fußball immer wichtiger werden.

Also, dafür, dass der Haufen total neu gemischt ist und erst seit knapp drei Wochen richtig zusammen trainiert, sah das Ganze schon sehr gut aus. Die Anführer kristallisieren sich schon klar und deutlich heraus: Zimmermann, Heintz, Hendrix und Schleusener – hoffentlich entsteht da kein zerstörerischer Konkurrenzkampf. Zimbo trug die Kapitänsbinde, und der Ergebene findet, dass das so bleiben sollte – wobei das Ding auch Eli Egouli, der sie in Hälfte Zwo anhatte, gut steht. Von den Neuen gefielen vor allem van der Sloot und Hendrix, Sonderlob geht an Elias Arden und Hamza Anhari. Ob die Testspiele nächste Woche gegen St. Tönis und den VfL Benrath weitere Erkenntnisse bringen, wird man sehen.

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2 Kommentare zu „Testspiel: 1. FC Monheim vs F95 0:6 – 6 Alte und 15 Neuzugänge machen Hoffnung

  • Gerd Kaussen

    Ich denke es war fürs erste ein guter Test. Habe selbst, bei der Orts-Konkurrenz SF Baumberg, im Tor gestanden. Lang, lang ist es her. Danach beim VFB Langenfeld, was seit einiger Zeit HSV Langenfeld ist. Bin seit Kindesbeinen Fortuna-Fan, die gibt es also auch in Baumberg.
    Es macht Spaß zuzusehen wie die Verantwortlichen, Fans und Sponsoren unsere geliebte Fortuna wieder in eine gute Zukunft führen wollen. Ein Anfang ist gemacht, ich bin voller Hoffnung.

    Antworten
  • Christian Stahl

    Der Ergebene ist wieder da, dann kann es ja wieder losgehen…
    Freu mich schon auf Ihre Kommentare..

    Antworten

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