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Vorbericht: Fürth vs F95 – Zeigt’s uns noch einmal!

Nun ist es also doch zum Endspiel um den Abstieg gekommen – dazu muss die Fortuna am Sonntag nach Fürth reisen und darf nicht verlieren.

Analyse · Die einschlägigen Spochtrepochter der hiesigen Presse rennen seit Tagen mit einem breiten Grinsen durch die Stadt, bietet ihnen doch die Tabellensituation im Allgemeinen und die der Fortuna im Speziellen massig Stoff für Artikel mit und ohne Nährwert, die aber sicher ganz dolle Klicks generieren. Hach, waren das noch Zeiten, als die zuständigen Redakteure wahre Fortuna-Fans waren! Egal, denn das Vorgeplänkel ist jetzt vorbei, nun geht es an die einzige wahre Wahrheit, und die liegt auf dem Platz. Was den Ergebenen sehr optimistisch stimmt, ist, was er bei den letzten drei Partien von unseren Jungs gesehen hat. Dass sich die Truppe unter Alex Ende dem Tabellenzweiten Elversberg über lange Strecken überlegen zeigte, ist kein Zufall. Und warum sollten unsere Kicker hinter diese Leistungen zurückfallen? [Lesezeit ca. 5 min]

Was den Rückblick angeht, sieht es für unseren Gegner aus Fürth eher mau aus. Der letzte Erfolg liegt fünf Wochen zurück und war auch nicht das Ergebnis einer überragenden Leistung. Was die SpVgg Greuther Fürth besonders motivieren könnte: Seit 1996 spielen sie immer entweder in der ersten oder zweitem Liga; ihre Zeit auf dritt- oder viertklassigem Niveau fand noch vor der Fusion der traditionsreichen SpVgg Fürth mit der Teefabrikswerksmannschaft aus Vestenbergsreuth und damit nach der finanziellen Gesundung statt. Ein Absturz in Liga 3 wäre für den dreimaligen deutschen Meister eine Schmach.

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Das Gegnerporträt

Am 16. Juni 1926 gewann der damalige Spitzenclub SpVgg Fürth mit 5:1 gegen die Fortuna, damals ein Klassenunterschied. Es dauerte bis zum Februar 2013, dass sich die beiden Traditionsvereine wieder auf höchster Ebene begegneten, dieses Mal in der ersten Bundesliga, und F95 gewann zu Hause mit 1:0. Am Ende stiegen diese beiden Aufsteiger dann nach nur einer Saison wieder ab. Während Fürth schon Wochen zuvor als Absteiger feststand, wurde unsere geliebte Fortuna erst am letzten Spieltag durch den unmöglichen Sieg von Hoffenheim beim Vizemeister BVB in die Hölle geschickt.

Seit 2009 – nach einem Intermezzo zwischen 1997 und 1998 – treffen wir also vorwiegend in der zweiten Liga aufeinander und dort meist mit knappen Ergebnissen. Die Schicksale der beiden Clubs sind aber auch durch einige wichtige Personalien miteinander verbunden. Zuletzt durch den kurzfristigen Wechsel von Felix Klaus nach Fürth vor etwas mehr als einem Jahr. Oder Matthias Zimmermann, der von der SpVgg kam sowie Heini Schmidtgal. Und dann ist da noch Rachid Azzouzi, der als Funktionär bei uns keine gute Figur machte. Was uns aber aktuell am meisten verbindet, ist, dass sowohl Fürth als auch die Fortuna ihre letzten Heimspiele gegen die SV Elversberg gewonnen haben. Immerhin.

Beide Teams waren mit gemischten Erwartungen in die Saison gestartet. Bei der SpVgg sollte es einfach nur wieder aufwärtsgehen, Klaus Allofs erklärte die Fortuna dagegen zum Aufstiegskandidaten. Der Ergebene schätzte den Weg der Spülvereinigung in seiner Saisonprognose völlig falsch ein, weil er ihnen den 6. Platz in der Endtabelle prophezeit hat. Woran es lag? Ja, woran lag es denn? Verrückt genug: Auch die Fürzchen hatten unter einer dauerhaft langen Verletztenliste zu leiden, darunter auffällig viele muskuläre Probleme. Auch das verbindet uns mit denen.

Die Fakten:

Tabelle:

PlatzVereinSpieleSUNPunkteTore
15.Fortuna3311873733:50
17.Fürth3397173446:68
Ausfälle:
F95: de Wijs, El Azzouzi, Muslija und Schmidt sowie Itten (5. Gelbe) und Zimmermann (5. Gelbe)
Fürth: 3 Spieler

Info:
Sonntag, 17. Mai 2026, 15:30 im Ronhof
Schiri: Harm Osmers (41): Hat Fortuna zuletzt im April 2024 gegen Schalke gepfiffen und nahm den Elfer in der 95. Minute gegen uns zu Recht zurück.

TV: Sky (€) / Wow (€)

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Spielplan, System, Aufstellung

In der PK zum Spiel hat Chefcoach Alex Ende mit dem für ihn typischen Schmunzeln von einer „Überraschung“ nach Anpfiff gesprochen. Die Startaufstellung kann er nicht meinen. Denkt er vielleicht an einen Anstoßtrick? Wie jener, der in der Partie der DFB-Auswahl gegen Frankreich im April 2024 nach 7 oder 8 Sekunden zu einem Tor durch Florian Wirtz führte? Wir werden sehen. Viel mehr hat der Trainer wie üblich nicht verraten. Stattdessen lobte er bei der Frage nach dem „Ersatz“ für den mit Gelb gesperrten Cedi Itten ausdrücklich Marin Ljubicic und dessen Leistung gegen Elversberg.

Beim Personal wird es darum gehen, ob und für wie lange es Satoshi Tanaka auf dem Platz aushält. Ähnliches gilt für Sima Suso. Was zu einer kurzen Betrachtung führte, ob es zeitlich festgelegte Wechsel geben wird. Wird es nicht – die Coaches werden situativ entscheiden. Bleibt vor allem die Frage, wer neben Ljubicic die zweite oder anderthalbte Spitze spielen wird. Vieles spricht für Luva Raimund; von Chris Rasmussen, der nominell wieder fit ist, war komischerweise nicht die Rede.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie man das mit einer rautenförmigen Konstellation im 4-4-2 macht, wenn kein dezidierter Knipser á la Itten im Kader steht. Am ehesten bleibt man bei der 2 ganz vorne, die beide als falsche Neuner agieren, massiv rochieren und sich ganz vorne abwechseln. In dieser Variante tragen die beiden Halbstürmer (rechts vermutlich Emma Iyoha, links mit einiger Wahrscheinlichkeit Sotiris) besonders viel Verantwortung für die Offensive, weil sie nicht immer bloß über außen kommen dürfen, sondern mit in den Sechzehner gehören, wenn einer der beiden Außenverteidiger auf dem Flügel zum Flanken kommt.

Noch viel mehr Verantwortung trägt dann der Zehner, also Shinta Appelkamp, der Regie führen MUSS, also die verschiedenen Angriffskonstellationen einleitet. Je nachdem, wie fit genau Tana Tanaka ist, übernimmt er diese Rolle ebenfalls. Als Außenverteidiger kommen eigentlich nur der Lenzer (links) und Valle Lunddal (rechts) in Frage. Geht einer von beiden vorzeitig raus, wird wieder Iyoha die freigewordene Position übernehmen.

So könnte das 4-4-2 mit Raute aussehen.

In diesem Fall würde Raimund aus der Spitze auf die rechte Halbstürmerposition wechseln und vielleicht Julian Hettwer kommen. Sima Suso wäre die Allzweckwaffe für eine Einwechslung; er könnte für Lenz oder Tanaka kommen. Da dies alles extrem auf Kante genäht ist, müssen wir alle hoffen, dass niemand, der für 90 Minuten vorgesehen ist, per Verletzung ausfällt.

Für eine Gegneranalyse taugt am ehesten das 3:2, mit dem die Fürther den Lilien den möglichen Aufstieg versaut haben. Immer wieder spielten das Kleeblatt schnell und ohne Schnickschnack nach vorne, gingen dabei Zweikämpfen durch präzise Pässe aus dem Weg und bedienten diesen Futkeu im Zentrum, der tatsächlich dreimal eintütete. Schwachpunkt in der Fürther Elf war nicht zum ersten und einzigen Mal Torwart Prüfrock, der a) nur 1,80 groß ist, b) eine schwache Schusstechnik hat und c) gern mal auf der Linie bleibt. Natürlich müssen unsere Jungs auf den Methusalem Hrgota achten, der wuchtig in Zweikämpfe geht und gefährliche Fernschüsse draufhat. Und Felix Klaus, den und dessen Fähigkeiten kennen wir ja.

Weil zu Alex Endes System – das hat die Mannschaft in den letzten drei Partien bestens umgesetzt – die Mann-zu-Mann-Deckung zwingend gehört, müssen diejenigen, die auf Futkeu, Hrgota und Klaus angesetzt werden, besonders konzentriert und kampfstark zu Werke gehen. Denn Ziel Nummer 1 des Spiels am Ronhof ist es, KEIN TOR zu kassieren. Das würde nämlich unabhängig von den Ergebnissen auf den anderen Plätzen den direkten Abstieg verhindern. Alles Weitere entnehmen Sie bitte dem Tabellenrechner ihres Vertrauens.

Der Tipp

„Das ist Zensur!“ brüllt der Bauch, weil der Ergebene den Körperteilen strikt verboten hat, für das Spiel in Fürth Tipps abzugeben. Stattdessen sagt er selbst einen Sieg mit 2:1 für die gnadenlose Fortuna voraus.

Wie wär’s? Ein Arena-Alt (5,50€) pro Vorbericht – einfach per Paypal ausgeben:

oder per Paypal an ergebener@fortuna-punkte.de senden.


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