Vorbericht: F95 vs Hertha – Rupft das Hühnchen!
Die gar nicht mehr so schlechte Fortuna hat am Sonntag die olle Tante Hertha zu Gast und wird nicht als Verlierer vom Platz gehen.
Analyse · Ja, mit dem BSC aus der Hauptstadt hat unsere Fortuna immer noch das Hühnchen von 2012 zu rupfen. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Jedenfalls in den Augen der F95-Fans, die damals schon dabei waren und denen Preetz und Rehhagel samt Advokaten damals eine Aufstiegsfeier gestohlen haben. Rache ist Blutwurst, und mindestens Halbangst sollten die Berliner haben, wenn sie wieder und wieder in der Spielautomatenarena aufkreuzen. Apropos: So wie die Dinge liegen, hat die Hertha auch in dieser Saison wieder nichts mit dem Aufstieg zu tun. Das gefällt nicht nur dem Ergebenen. [Lesezeit ca. 4 min]
Standen vergangene Woche noch bis zu 14 Burschen auf der Verletztenliste, sind es jetzt momentan „nur“ sieben Kollegen. Was nicht heißt (Wie sagt man so schön?), dass Trainer Markus Anfang aus dem Vollen schöpfen kann. Denn da sind eine ganze Reihe F95-Kicker, die (Wie sagt man so schön?), die behutsam herangeführt werden sollen und müssen. Wer fit für 90 Minuten ist, werden wir wohl erst am Spieltag selbst erfahren.
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Das Gegnerporträt
Im Rahmen seiner gewagten Prognosen für den Saisonausgang hat der Ergebene Hertha BSC als sicheren Aufstiegskandidaten gesehen. Zumal der Kader zu den Top 3 beim kumulierten Marktwert zählt. Auf dem Papier sieht die Truppe auch gut aus, aber aus irgendwelchen Gründen haben die balltretenden Angestellten (Wie sagt man so schön?) die PS nicht auf die Straße gekriegt. Im Oktober und November brachten sie eine veritable Siegesserie zustande, aber seit Beginn der Rückrunde läuft es nicht mehr so rund. Auf viele Verletzte können sich Trainer Leitl und sein Stab nicht rausreden.
Ganz offensichtlich hängt der Erfolg der ollen Tante viel zu sehr von der jeweiligen Form des – nach Meinung des Ergebenen – besten Zweitligaspielers, nämlich Fabian Reese, ab. Und hätte Torwart Tjark Ernst nicht so oft so toll gehalten, lägen sie auch nicht bei nur 31 kassierten Buden.
Das alles fällt in eine Phase der Stabilisierung des Vereins nach den bescheuerten Investorenabenteuern der vergangenen Jahre. Sie wissen selbst, dass dieser Weg noch nicht gegangen ist, dass es mehr braucht als ein paar schillernde Zugänge. Und trotzdem ist die Hertha der Saison 2025/26 nie zu unterschätzen. Oder, doch? Denn im Hinspiel im O-Stadion zu Charlottenburg war die Fortuna durchgehend überlegen, machte natürlich kein Tor und kassierte dann in der 97. Minute den Treffer, der so bitter war.
Die Fakten:
Tabelle:
| Platz | Verein | Spiele | S | U | N | Punkte | Tore |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 6. | Hertha | 26 | 11 | 8 | 7 | 41 | 37:31 |
| 11. | Fortuna | 26 | 9 | 4 | 13 | 31 | 24:35 |
Ausfälle:
F95: Anhari, de Wijs, Iyoha, Ljubicic(?), Rasmussen, Rossmann, Schmidt und Zimmermann
Hertha: 6 Spieler
Info:
Sonntag, 22. März 2026, 13:30 in der Spielautomatenarena
Schiri: Eric Weisbach (29): Hat Fortuna zuletzt am 23. August 2025 beim Sieg in Paderborn gepfiffen und bot eine sichere Leistung.
TV: Sky (€) / Wow (€)
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Spielplan, System, Aufstellung
Man ist es ja auch leid, dass in der Pressekonferenz ständig nur darüber gesprochen wird, wer mitmachen kann, wenn ja, wie lange und überhaupt. Musste aber auch wieder sein, denn von den Spielern, die nicht mehr explizit im Lazarett hocken, darf man nicht zu viel verlangen. Blöd ist das ganz vorne. Cedi Itten ist wieder gesund, aber noch nicht voll belastbar. Marin Ljubicic hat sich in Braunschweig womöglich überfordert und hatte im Training Fragezeichenprobleme. Ja, könnte man sagen, kein Ding: Cedi spielt 45 Minuten Spitze, Marin die anderen. Wenn’s so einfach wäre.
Überhaupt steht Markus Anfang wieder vor einem Puzzle, bei dem ein Steinchen hier hin dafür sorgt, dass zwei Steinchen woandershin geschoben werden müssen. Und weil nicht alle Spieler (Wie heißt es so schön?) polyvalent sind, hat die Aufstellung eines bestimmten Mannes auch Auswirkungen auf den Spielplan. Zum Beispiel Luca Raimund, dem der Chefcoach eine gute Entwicklung attestierte: Käme er anstelle des verletzten Emma Iyoha auf die rechte Schiene, würde das wohl für offensive Impulse sorgen, aber eventuell für defensive Schwächen. Andersrum: Wieder Mo Heyer für Emma bringt mehr Stabilität in der Verteidigung, aber deutlich weniger Offensivspiel auf dem rechten Flügel.
Oder: Ist Christopher Lenz fit genug, würde er die linke Schiene besetzen, sodass Klaus Sima Suso ans linke Ende der Dreierkette rücken könnte. Dann müssten wir nicht darauf vertrauen, dass Jesper Daland keinen schlechten Tag hat. Wenn aber Anou El Azzouzi noch nicht fit genug für einen Start ist, wäre Suso vielleicht der Richtige neben Satoshi Tanaka auf der Sechs. Da wäre dann auch noch Soto Sotiris für diesen Job… Über alles gerechnet sind die einzigen Konstanten Tim Oberdorf und Eli Egouli in der Dreierkette, Tana Tanaka als Sechser sowie das Halbfeldduo aus Mukki Muslija und Shinta Appelkamp. So gesehen ist die Startaufstellung eine Wundertüte, sodass der Ergebene ausnahmsweise auf seine Ideen für die Aufstellung verzichtet.

Nach der länglichen Fragerunde mit Anfang und genau ZWEI Medienvertretern kam dann eine interessante Fachdebatte zwischen dem Trainer und dem neuen Mann der RP auf, in der Letzterer aber so richtig Knowhow in moderner Fußballtaktik zeigte – das ist so erfreulich, dass der Ergebene diesen Punkt ausdrücklich hervorheben will. Es ging um die Stärke der Hertha im Umschaltspiel und was dagegen zu tun ist. Vereinfacht ausgedrückt: Hohes Pressing vs tiefer Block. Anfang ist einer, der beides einüben lässt und ein kurzes Loblied auf Atletico Madrid und deren radikales Blocken sang. Er selbst, sagte er schmunzelnd, mag das nicht so sehr – er habe lieber den Ball.
Der Schlüssel zum Erfolg, da waren sich Anfang und der RP-Vertreter einig, liegt darin, die Flügelspieler (Reese und Brekalo) so weit wie möglich an ihrem Tun zu hindern. Zum Beispiel dadurch, genau diese beiden durch frühes Anlaufen in Zweikämpfe zu verwickeln, was den Spielfluss der Hertha verlangsamen und so die Gefahr verringern würde. Dazu, darüber zu diskutieren, welche Auswirkungen diese Erkenntnis auf die Aufstellung hätte, kamen die beiden Experten dann nicht mehr.
Der Tipp
Nüchtern in seinem Urteil ist ja immer nur der Kopf, der alle verfügbaren Daten heranzieht, um eine Prognose abzuliefern. Für das Spiel am Sonntag sieht er schwierigen Sieg mit 1:0 voraus. Da nickt das Herz und legt noch einen drauf: 2:1. Der Bauch aber, dieser olle Spielverderber, der so oft Recht hat, fühlt dagegen leider nur ein müdes 1:1.
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