Euer Ergebener

Unsere Lieblingsabsteiger 2022/23: Hoffenheim, Hertha und der Äff-Zeh

Gehen wir mal davon aus, dass unsere glorreiche Fortuna auch in der Spielzeit 2023/24 in der Zweiten Bundesliga antreten wird. Da stellt sich die Frage: Welche Absteiger würden wir denn gern begrüßen?

Meinung · Das ist diese Saison ein bisschen verzwickt, denn es gibt da aktuell keine Mannschaft in der Ersten Liga, die dort nur mal eine Ehrenrunde gedreht hat und geschwächt absteigen wird (siehe Ingolstadt, Bielefeld, Fürth….). Das bedeutet, dass es im “Unterhaus” (Ja, es gibt noch immer Spochtrepochter, die das so sagen…) in der Saison 2023/24 für alle, auch F95, schwieriger sein wird, im Aufstiegskampf mitzumischen. Aus sportlicher Sicht ist es also beinahe egal. Aber mit ein paar Clubs haben wir noch verschiedene Flattermänner zu rupfen. [Lesezeit ca. 4 min]

Insofern ergibt sich die Wunschliste eures zweifelsfrei Ergebenen aus purer Lust an der Revanche, der Schadenfreude, der Missgunst und der Häme.

Na, schon gespannt auf diesen Beitrag? Nach einer kurzen Werbeunterbrechung geht’s weiter. Denn die Fortuna-Punkte verstecken sich nicht hinter einer Paywall. Alles, was du hier findest, ist gratis, also frei wie Freibier. Wenn dir aber gefällt, was du liest, dann kannst du uns finanziell unterstützen – zum Beispiel mit dem Kauf von Lesepunkten. Wir würden uns sehr freuen.

Lieblingsabsteiger Nr. 1: Hertha BSC

Wer so ab ca. 2004 schon Teil der Fortuna-Bevölkerung war, hat diesen unwahrscheinlichen, unaufhaltsamen Weg aus der Oberliga nach oben mitgemacht. Und der gipfelte im Mai 2012 in den Relegationsspielen gegen den Big Shitty Club, gegen die Hertha BSE, gegen diesen Verein, der seinerzeit im kalten Krieg – ähnlich wie Schalke aus anderen Gründen – per Dekret vor dem Abstieg gerettet wurde, weil das Berlin der freien Welt ja unbedingt in der Bundesliga vertreten sein sollte.

In der Saison 2011/12 unter der Regie des Ex-Fortunen Mischael Preetz lief’s nicht rund für die “Alte Dame” – nicht unter (einem der wohl erfolglosesten Trainer Deutschlands) Markus Babbel, nicht unter Michael Skibbe und nicht mal unter Otto Rehhagel. Am Ende erreichte die Hertha nur with a little help from Hoffenheim mit Müh und Not den Relegationsplatz.

Mal wieder im Albert-Speer-Stadion... (Foto: FP)
Mal wieder im Albert-Speer-Stadion… (Foto: FP)

Dort wälzte man sich in Arroganz. Fortuna Düsseldorf? Was sollte gegen die anbrennen? Am 10. Mai 2012 aber eroberten die Rotweißen im Stadion, das immer noch nach Albert Speer riecht, einen 2:1-Sieg. Da waren Preetz und Rehhagel aber baff. Denn ihre Truppe war gespickt mit “Stars”, während bei F95 Leute wie Levels, Bröker und Ilsö mitmachten. Das Ding zu ihren Gunsten zu drehen, schien den Überheblichen aus der Bundeshauptstadt easy. Der Rest ist Geschichte.

Nach dem 1:0 durch Maxi Beister in der 1. Minute drehen die BSE-Anhänger frei. Nach dem 2:1 durch Rani Jovanovic in der 59. Minute setzen sie auf Spielabbruch. Dutzende Bengalos werden von den Asis auf den Platz geschmissen. Polenböller landen gezielt neben Fotografen und Ordnern, die Wichsfrösche rasten völlig aus. Der Schiri unterbricht das Spiel. Und dann das Ding: In der Annahme, ein Pfiff wäre der Schlusspfiff stürmen Hunderte F95-Fans den Platz. Ein völlig hirnloser Affe gräbt den Elferpunkt aus. Die Spieler werden vom Platz gescheucht. Fast 20 Minuten dauert die Unterbrechung. Es steht 2:2, und es wären noch gut 90 Sekunden zu spielen – schießt die Hertha noch ein Tor, bleibt sie drin. Macht sie aber nicht…

Fortuna Düsseldorf ist nach 15 Jahren wieder Erstligist. Preetz aber will das nicht wahrhaben und beauftragt den renommiertesten Winkeladvokaten des deutschen Fußballs damit, die Wertung der Partie anzufechten. Die Sache zieht sich über Wochen hin und bringt mit Rehhagels Spruch von der “Halbangst” ein Bonmot für die Ewigkeit. Wir Fans aber werden von Preetz und seinen Konsorten um eine ordentliche Aufstiegsfeier gebracht.

Und das wird der Ergebene Hertha BSC nie, nie, nie verzeihen. Deshalb wünscht er diesem Verein alles erdenkbar Schlechte und so viele Abstiege wie nur möglich.

Lieblingsabsteiger Nr. 2: TSG Hoffenheim

Nie verzeihen wir der Ergebenen diesen Spruch des Sohns einer herzensguten Mutter aus dem Mai 2008: “Oder wollen wir jetzt Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga holen?” Und Figuren wie Ralf Rangnick werden auf ewig auf der Höllenwunschliste des Ergebenen stehen. Angesichts des großangelegten Betrugs eines Brausekonzerns verblasst ja, was der SAP-Unsympath Dietmar Hopp da in der Kurpfalz angerichtet hat. So gesehen trifft die TSG Hoffenheim jede Form von Ablehnung zu Recht.

F95 in Hoppelheim (Screenshot: Sky)
F95 in Hoppelheim (Screenshot: Sky)

Aber wir Fortunen haben noch aus anderen Gründen Anlass, ähem, sauer auf Hoppelheim zu haben. Dass die TSG unter ihren meist charakterschwachen Trainern gern regulierend ins Ligageschehen eingreifen, wenn ihr selbst nichts mehr passieren kann, ist bekannt (siehe oben). Was aber am 18. Mai 2013 geschah, wurde nie wirklich untersucht und geklärt: Mit einem 2:1-Sieg durch zwei Elfer in den letzten fünf Minuten beim amtierenden Meister und Pokalsieger sowie Tabellenzweiten zieht die Truppe von Mäzen Hopp den Kopf aus der Schlinge und erreicht anstelle von Fortuna Düsseldorf den Relegationsplatz … eine TSG, die eine Woche zuvor noch sang- und klanglos mit 1:4 gegen den HSV verlor.

Mister Hopp hat offensichtlich den Spaß an seinem Konstrukt verloren, zieht sich zurück – nicht ohne der TSG ihre Schulden zu erlassen. Größere Rücklagen hat der Club nicht, und ob er in der Zweiten Liga noch einmal den (beschämenden) Zuschauerschnitt von rund 22.000 erreichen würde, ist fraglich. Schöne wäre es, wenn dieses Kunstprodukt in der Dritten Liga verschwinden würde, wo es hingehört.

Lieblingsabsteiger Nr. 3: Äff-Zeh K***

Ausnahmsweise spielt die abgrundtiefe Abneigung des Ergebenen gegen den Hundmithörnerverein bei diesem Abstiegswunsch nicht die Hauptrolle. Es ist einfach immer wieder etwas Besonderes gegen den Club, der erst 1948 durch Zwangsfusion von bis dahin eher unbedeutende Vereine entstanden ist, in einer Liga zu kicken. Deshalb…

Ein Gedanke zu „Unsere Lieblingsabsteiger 2022/23: Hoffenheim, Hertha und der Äff-Zeh

  • Ich bin voll bei dir, was Hertha angeht, das die uns die unmittelbare Aufstiegsfreude gekillt haben ist unverzeihbar bis in alle Ewigkeit. Und nur mal als Anmerkung, wenn du immer wieder drauf hinweist, das manche Reporter die 2.liga als “Unterhaus” bezeichnen, nutzt du das Narrativ ja leider auch. Muss ja nicht, 2.liga reicht. 😁

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert