Spielberichte

Kaiserslautern vs F95 1:3 – Mehr schlecht als recht … aber egal

Nach einer Stunde Frühjahrsmüdigkeit schlug die glorreiche Fortuna den FCK innerhalb von acht Minuten doch noch.

Bericht · In der ersten Halbzeit am Betzenberg unter den strengen Augen von Ex-F95-Trainer Funkel lieferten nur drei Akteure in Weiß eine akzeptable Leistung: Flo Kastenmeier, Yannik Engelhardt und Taka Uchino – auch wenn das Klauterer Tor so ziemlich auf sein Konto ging. Die anderen? Langsam, schläfrig, unsichtbar… Drei Einwechslungen brachten nach der Pause die Wende; alle drei hätten die Coaches aber auch schon in der Halbzeit vornehmen können, nein, müssen. [Lesezeit ca. 6 min]

Kaiserslautern vs F95: Kastenmeier - voll konzentriert vor dem Spiel (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Kastenmeier – voll konzentriert vor dem Spiel (Screenshot Sky)

Mit Emma Iyoha (45. für den angeschlagenen Uchino), Vince Vermeij (55. für den grauenhaft spielenden Mustapha) und Jona Niemiec (69. für den unterirdisch agierenden Klaus) kam die Wende – und zwar genau im Rhythmus dieser Wechsel. Und so brachten drei herrlich herausgespielte Buden in der 74., 76. und 81. Minute den Sieg gegen solide kickende Klauterer. Das 3:1 bringt die Fortuna zunächst auf den Relegationsplatz, aber der HSV kann am heutigen Ostersonntag wieder vorbeiziehen.

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Trainer Thioune hatte wieder wie in Osnabrück aufgestellt und lediglich Shinta Appelkamp für den gelbgesperrten Jóhannesson und Taka Uchino wieder als Linksverteidiger für den verletzten Gavory gebracht. Ansonsten: Eine Spitze, drei Mann im Mittelfeld. Und auch die Spielidee schien ähnlich … und funktionierte keine Viertelstunde, denn die Teufelchen hatten eine andere Vorstellung von der Partie, griffen mutig an und ließen sich durch zurückhaltende Düsseldorfer nicht in Konterfallen locken.

Kaiserslautern vs F95: Betzenberg-Panorama (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Betzenberg-Panorama (Screenshot Sky)

Die eh nicht funktioniert hätten, weil das Flingeraner Team in weiten Teilen schläfrig wirkte. Gut, Jamil Siebert haute weg, was wegzuhauen war (außer beim Gegentor) und Tim Oberdorf machte keine Fehler. Zimbo Zimmermann wirkte einigermaßen überfordert, vor allem, wenn auf seiner Seite dieser Gladbachsohn namens Ritter stürmte. Und offensiv lief über rechts gar nichts, nix, null, nullkommanix. Felix Klaus war geistig einfach nicht anwesend und versiebte zudem in der 58. Minute einen Hundertprozenter. Den guten Felix hätte Thioune gern schon vor der Pause rausnehmen können.

Kaiserslautern vs F95: Immer wieder Gefahr vor Kastenmeiers Kasten (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Immer wieder Gefahr vor Kastenmeiers Kasten (Screenshot Sky)

Noch grausamer die Vorstellung von Marlon Mustapha, den euer Ergebener ja prinzipiell gut findet. Aber gestern… Der stand in Offensivsituationen eigentlich immer falsch, hatte Probleme bei der Ballannahme und senste sinnlos auf Gegner ein, was ihm auch eine Gelbe Karte eintrug, die schon sehr, sehr dunkel war. Auch Herrn MM hätte man bereits so um die 30. Minute herum erlösen können.

Kaiserslautern vs F95: Grandioser Support der 4.000 Mitgereisten! (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Grandioser Support der 4.000 Mitgereisten! (Screenshot Sky)

Shinta Appelkamp hat auch mitgespielt? Ach was… Und der hochgelobte Herr Tzolis? Wenn Uchino eine Schienenaktion einleitete, war der Chris oft irgendwo anders. Ao Tanaka war geistig auch nicht so recht anwesend, wie überhaupt ein Hauch von Abwesenheit über den Köpfen der Fortunen schwebte. Und dass, obwohl gut 4.000 mitgereiste Fans derart viel Alarm machten, dass sie oft die Anhänger:innen des 1. FC Kaiserslautern in deren eigener Hütte übertönten.

Finde den Fehler: Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, machen also Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Deshalb unsere Bitte an alle: Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn uns auf einem der bekannten Wege – z.B. per Mail an kontakt@fortuna-punkte.de oder über das Kontaktformular. Wir versprechen, falls wirklich etwas Falsches im Beitrag stand, bedanken wir uns nicht nur, sondern korrigieren es umgehend. Schönen Dank im Voraus!

Von einem Mann war noch keine Rede; Yannik Engelhardt, der wohl wertvollsten Verpflichtung der letzten Jahre. Der war durchgehend der beste Fortune auf dem Betzenberg. Den Ergebenen erinnert der gute Yannik immer mehr an Toni Kroos, weil er ebenfalls immer richtig steht, immer die Augen überall hat und die guten Pässe spielt. Seine Vorlage zum 3:1 war da nur das prägnanteste Beispiel. Dass Redakteure einer hiesigen Boulevardzeitung ihm nur eine 2 attestierten, Chris Tzolis dagegen eine 1, verstehe, wer will. Kann doch nicht sein, dass sich die Benotung an der Anzahl der gemachten Hütten bemisst und nicht an der Gesamtleistung.

Kaiserslautern vs F95: Yannik Engelhardt, der Mann des Spiels (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Yannik Engelhardt, der Mann des Spiels (Screenshot Sky)

Engelhardt ist auch deswegen der wertvollste Neuzugang der Ära Allofs-Weber, weil er eben nicht bloß ausgeliehen ist wie Tzolis und Jóhannesson, sondern bis Mitte 2026 per Vertrag an den Verein gebunden ist. Natürlich wäre es klasse, wenn die Verantwortlichen den Griechen und den Isländer kaufen könnten, aber die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist verschwindend gering. Da hilft auch die alberne Spendenaktion wenig, mit der ein paar Nasen für den Ankauf von Tzolis Geld einsammeln.

Zur Geltung kam der leicht frustriert aus der Länderspielpause gekommene Chris Tzolis ohnehin erst nach den drei bereits erwähnten Wechseln. Vor allem Emma Iyoha brachte aus dem Stand für Wirbel. Allein schon durch seine Geschwindigkeit. Überhaupt freute sich nicht nur der Ergebene über die Rückkehr unserer Emma, dem Düsseldorf Jong, der schon seit 2011 die Farben der Fortuna trägt. Bleibt er fit, dürfte Nico Gavory auf linken AV-Position kaum noch zum Einsatz kommen.

Kaiserslautern vs F95: Die Einwechslung von Jona Niemiec brachte Schwung (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Die Einwechslung von Jona Niemiec brachte Schwung (Screenshot Sky)

Das Tor für die Hausherren machte leider der unsympathische Ritter, der es sich durch sein Auftreten beim Hinspiel mit dem Düsseldorfer Publikum ein für alle Mal verschissen hat. Besonders viel Zuneigung schlug ihm ja schon bei seinem kurzen Intermezzo in Rotweiß dank seiner Art nicht entgegen. Jedenfalls nutzte er eine Vollverwirrung der F95-Abwehr in der 26. Minute durch einen klugen Lauf quer zur Strafraumgrenze nach links optimal aus. Siebert stand in der Situation suboptimal, und Uchino verlor den späteren Schützen einfach aus den Augen.

Kaiserslautern vs F95: Jona + Chris = 1:1 (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Jona + Chris = 1:1 (Screenshot Sky)

Man kann nicht sagen, dass der Treffer aus dem Nichts fiel. Im Gegenteil: Die Betzebuben nutzen die Schläfrigkeit der Fortunen konsequent aus. Wegen dieser Müdigkeit fiel es ihnen auch nicht schwer, die Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. So gelang unseren Jungs in Hälfte 1 nicht ein einziger Torschuss, während der Gastgeber insgesamt (die Bude inklusive) vier Mal gefährlich auf Kastenmeiers Kasten feuerten. Eine bessere Chancenverwertung hätte gut und gerne für ein 3:0 zur Pause sorgen können. Eine Spitzenmannschaft – das wird der FCK in dieser Saison auch unter Funkel nicht mehr – hätte unsere Schlafmützen vermutlich auseinandergenommen.

Kaiserslautern vs F95: Zimbo + Shinta = 2:1 (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Zimbo + Shinta = 2:1 (Screenshot Sky)

Man kann sich ja alles schönreden. So wie es Trainer Thioune nach der Partie tat, indem er das Drehen des Spiels als Beleg dafür hernahm, dass die Fortuna zum Spitzenteam heranreift. Tatsächlich waren die Rotweißen erst ab etwa der 65. Minute die bessere Mannschaft – wie bereits mehrfach erwähnt dank der Auswechslungen. Möglich, dass mit dem Ende der Verletzungsmisere die Möglichkeit, auch ohne Not zu wechseln, zum Erfolgsfaktor im Kampf um den Relegationsplatz wird. Hoffen wir, dass die Liste der Verletzten von nun an schön kurz bleibt.

Kaiserslautern vs F95: Yannik + Chris = 3:1 (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Yannik + Chris = 3:1 (Screenshot Sky)

Das Spiel änderte sich deutlich. Jona Niemiec war noch keine vier Minuten auf der Wiese, da tankte er sich auf rechts robust durch und fabrizierte einen maßgenauen Querpass auf den völlig frei gelassenen Chris Tzolis – ein wunderschönes Tor. Auch wenn es nur dadurch zustande kam, dass die Klauterer Abwehr den Überblick verlor. Aber das hatten die Fortuna durch ihren Hochgeschwindigkeitsfußball auch provoziert. Denn der rein physische Speed verlangt außer nach schnellen Beinen auch nach einem flinken Kopf. Da konnten die Funkel-Jungs nicht mithalten.

Beim 2:1 war’s mindestens genauso schön, und auch da spielte die Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Weil er den schnellen Niemiec vor sich hatte, konnten nun auch Zimbo wieder was auf der Schiene reißen. Seine lange Flanke in Richtung langem Pfosten strich nur knapp über die Kopfstoppeln von Tzolis (der glücklicherweise nicht rankam), und Shinta Appelkamp lochte per Direktannahme unhaltbar ein.

Kaiserslautern vs F95: Kurz vor Schluss (Screenshot Sky)
Kaiserslautern vs F95: Kurz vor Schluss (Screenshot Sky)

Damit war den roten Teufelchen der Zahn aber noch nicht gezogen, wo doch sonst Team nach zwei Gegentreffern innerhalb von drei Minuten gern mal zusammenklappen. Im Gegenteil: Die fortunistische Defensive war immer noch gefordert. Aber nun waren die Innenverteidiger auch aufgewacht, und Emma gewann auf seiner Seite alle Zweikämpfe. In der 79. und 80. Minute hatten die FCKler dann aber doch noch zwei gute Chancen: ein Distanzschuss, einmal verzettelt sich der Herr Ritter am Elfmeterpunkt.

Selbst nach dem herrlichen 3:1 gaben die Klauterer nicht auf – dafür muss man dem Team Respekt zollen. Die dritte Hütte fiel in der 82. Minute nach einem traumhaften Lupfer von Yannik Engelhardt auf Chris Tzolis, der den Uralt-Keeper Himmelmann umspielte und ziemlich unsauber einschob. Und wieder hat die mit Abstand erfolgreichste Offensive der Liga mit inzwischen 59 Toren, von denen 36 auswärts erzielt wurden, mit drei Toren gewonnen. Verliert der HSV heute in Fürth, steht die glorreiche Fortuna mit zwei Punkten Vorsprung auf dem dritten Platz. Und bis zu Kiel auf dem zweiten Platz sind es auch nur sechs Punkte…

Damit beendet der euch zutiefst ergebene F95-Beobachter die Übertragung aus der zweiten Liga, weil er sich ab sofort zu 100% auf den Mittwoch konzentrieren muss, der das Zeug hat, ein historischer Tag zu werden, denn „Unser Glaube lebt!“

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