Spielberichte

Kiel vs F95 1:1 – Gut gespielt, vom Schiri beschissen

In einem hochinteressanten Spiel trotzte die glorreiche Fortuna den aufsteigenden Kielern ein Remis ab – und wurden übelst verpfiffen.

Bericht · Irgendwie gut, dass die Skandalszene der Partie so früh entstand. Man stelle sich vor, dieser Jablonski hätte der Fortuna den klaren Elfer kurz vor Schluss beim Stande von 1:1 verwehrt. So aber versandete der Zorn über diese absurde Fehlentscheidung im Verlauf der Spielzeit ein wenig. Wirklich niemand, der das Spiel beobachtete und ein bisschen Ahnung vom Fußball hat, konnte nicht nur die Entscheidung, sondern auch das Verhalten des Referees in der 4. Minute verstehen. Da meldet sich der K***er Keller, und Mister J. trabt erst zum Monitor, nachdem ihn die Grottenolme dringend darum gebeten haben. Kurz guckt er sich die eingespielten Bilder an, um dann auf Eckball zu entscheiden – auf Ecke! Was eigentlich das Eingeständnis der Fehlentscheidung ist, weil er ja zu dieser Einschätzung nur kommen kann, wenn er gesehen hat, dass der Ball vom Kieler ins Aus gespielt wurde. Und mit welchem Körperteil? Genau: mit der Hand. [Lesezeit ca. 7 min]

Kiel vs F95: Das Handspiel in voller Schönheit (Screenshot Sky)
Kiel vs F95: Das Handspiel in voller Schönheit (Screenshot Sky)

Bleiben wir bei der Szene. Denn es hätte auch noch eine rote Karte für den Holstein-Kicker geben müssen. Der verhindert nämlich mit seinem offensichtlichen Handspiel ein Tor für die Fortuna. Das Tor ist frei, weil der Kieler Keeper zuvor bei einem Abwehrversuch mit Felix Klaus zusammengerasselt ist, und ein andere KSV-Kicker war auch nicht auf der Torlinie. Nehmen wir mal an, Chris Tzolis hätte den Strafstoß zu souverän versenkt wie den in der 70. Minute, dann hätte es 1:1 gestanden, und die Burschen in Weißblau hätten den Rest des Spiels in Überzahl arbeiten können. Die Wahrscheinlichkeit, dieses entscheidende Spiel zu gewinnen, wäre dramatisch gestiegen.

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Nein, F95 hätte nicht AUF JEDEN FALL gewonnen, auch das muss festgestellt werden. Wobei sich die Kieler angesichts der großartigen Leistung der Düsseldorfer über eine Heimniederlage und die Vertagung des Aufstiegs nicht hätten beschweren dürfen. Und dass die wundervolle Diva an der Ostsee am Ende doch nicht gewonnen hat, lag vor allem an der mangelhaften Nutzung der vielen Torchancen. Je nach Statistik-Provider standen für die Fortuna am Ende 21 beziehungsweise 19 Torschüsse auf dem Zettel, davon nur 8 beziehungsweise 6 AUFS Tor – ein Wert, der den Chancenwucher bestens dokumentiert.

Kiel vs F95: Unsere Ultras im Holstein-Stadion (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Unsere Ultras im Holstein-Stadion (Screenshot: Sky)

Auch die subjektive Beobachtung bestätigt diese Aussage. Der Ergebene, der die Partie an einem wunderbaren Ort mit tollen Leuten und leckerem Essen verfolgen durfte, erinnert sich am meisten an Bälle, die weit über den Kieler Kasten hinweg fliegen oder links und rechts daneben gehen. Der Holstein-Schlussmann musste deshalb nur zweimal wirklich so tun, als wäre er ein Klassetormann. Zudem wurde eine ganze Reihe aussichtsreicher Schüsse auf die Störche-Bude von Verteidigern geblockt.

Dabei hatte alles so richtig scheiße begonnen. Bereits in der zweiten Minute bringen die Kieler einen ordentlich Angriffszug auf die Bahn, der zu einer Flanke von links in den fortunistischen Sechzehner führt. Jordy de Wijs lässt den Mann, für den er zuständig ist, aus den Augen und orientiert sich völlig sinnlos auf einen Angreifer, der aber schon gedeckt ist. Die Pille landet auf dem nun völlig freistehenden Storch, der unbedrängt einlocht. Der Führungstreffer in der 2. Minute, ein Bock von Jordy.

Kiel vs F95: Eine Chance für Vermeij (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Eine Chance für Vermeij (Screenshot: Sky)

Direkt anschließend dann die Szene, in der dieser Jablonski uns den Elfer versagte. Übrigens bewertete der Scheinschiri den Zusammenprall von KSV-Torwart mit Felix Klaus gar nicht. Auch da wäre eine VAR-Bewertung angebracht gewesen, weil das Verhalten des Keepers auch als grobes Foul hätte ausgelegt werden können. Immerhin erlitt der gute Felix eine Gehirnerschütterung und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Jona Niemiec, der für viel Action auf dem rechten Flügel sorgte, dessen Zusammenarbeit mit Zimbo Zimmermann allerdings nicht oft funktionierte.

Finde den Fehler: Menschen machen Fehler. Schreiber:innen sind Menschen, machen also Fehler. Und Schreiber ohne großes Team hinter sich – wie der Ergebene – machen natürlich auch Fehler. Deshalb unsere Bitte an alle: Wer einen Fehler im Text entdeckt, meldet ihn uns auf einem der bekannten Wege – z.B. per Mail an kontakt@fortuna-punkte.de oder über das Kontaktformular. Wir versprechen, falls wirklich etwas Falsches im Beitrag stand, bedanken wir uns nicht nur, sondern korrigieren es umgehend. Schönen Dank im Voraus!

Dass Jordy de Wijs reinkam, lag daran, dass sich der arme Jamil Siebert im Training einen Sehnenabriss zugezogen hat, eine wirklich üble Verletzung, die im ungünstigsten Fall viele Monate Rekonvaleszenz erfordert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jamil zum Beginn der kommenden Saison wieder mitmachen kann, ist gering; es riecht eher nach Wiedereinstieg zum Beginn der Rückrunde 2024/25. Ihm zu Ehren und zum Trost hielt Chris Tzolis nach dem von ihm versenkten Elfer ein Trikot mit der Nummer 20 und dem Namen Jamil Siebert in die Höhe.

Apropos Trikot: Nicht wenige F95-Fans wunderten sich, dass unsere Jungs dunkelblaue Hosen und Stutzen zu den weißen Jerseys trugen, also in einer Mischung aus Auswärts- und Ausweichkleidung antraten. Auch das geht angeblich auf das Konto von diesem Jablonski (der sich nie, nie wieder in Düsseldorf blicken lassen sollte!), der habe diese merkwürdige Kombi gefordert, weil sonst der Unterschied zu den Kielern nicht groß genug gewesen sei. Belegt ist das nicht, aber es würde zum irren Gebaren dieses nur scheinbar Unparteiischen passen.

Kiel vs F95: Hartes Foul an Tzolis (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Hartes Foul an Tzolis (Screenshot: Sky)

Wie mental sauber die Schützlinge von Daniel Thioune sind, zeigte sich daran, dass sie sowohl den Gegentreffer als auch den Beschiss schnell wegsteckten und ihr Spiel aufzogen. Das war ein kleines bisschen anders angelegt als sonst im 4-3-3, was vor allem am frühen Wechsel von Klaus auf Niemiec lag, aber auch daran, dass Yannik Engelhardt und Ao Tanaka nicht selten wie Doppelsechser agierten und Shinta Appelkamp den Zehner machte. Hauptfigur war aber beinahe durchgängig Chris Tzolis, der im Zusammenspiel mit Emma Iyoha den linken Flügel beherrschte.

Und den hätten die Kieler auch beinahe aus dem Spiel gefoult. In der 51. Minute setzte er zum Kopfballduell mit Holtby an, der ihn in der Luft mit maximaler Härte und offensivem Ellenbogen checkte. Das roch nach Rippenbruch, ging aber noch einmal gut aus. Auch diese Situation ein Beleg für die bescheuerte Pfeiferei des Jablonski, der viele Kloppereien der Hausherren durchgehen ließ, und bei den Fortunen eine strengere Messlatte anlegte. Gut, dass da zwei faire Teams aufeinandertrafen; wären es zwei Kloppertruppen gewesen, hätte der Schwarzling mit Sicherheit die Kontrolle über die Partie verloren.

Kiel vs F95: Tzolis schießt den Elfer (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Tzolis schießt den Elfer (Screenshot: Sky)

Schon fast witzig die Szene in der 60. Minute als Iyoha mit dem Störche-Japaner aneinandergeriet. Nachdem der nach Pfiff die Pille wegkickte, beugte sich Emma über den Typ und geigte ihm die Meinung. Ein kleines Rudel bildete sich, und Ao Tanaka kam hinzu, um mit seinem Landsmann zu reden; da hätte man möglicherweise ein paar saftige japanische Schimpfwörter lernen können. Am Ende trennten sich die beiden mit angedeuteten Verbeugungen im Nippon-Style.

Und auch den zweiten klaren Strafstoß nach einem Foul an Jona Niemiec wollte dieser Jablonski uns verwehren Wieder mussten sich die Kollegen aus dem Videoverlies melden und ihn bitten, sich das doch nochmal zu überlegen. Offensichtlich lag es nicht im Plan des Schwarzkittels, den Düsseldorfern Siegchancen einzuräumen. Das wundert zunächst angesichts der Tatsache, dass dieser Herr für seine Arbeit in den Bundesligen durchgehend gute Noten sammelt, und nährt den Verdacht, dass er von Beginn an nicht objektiv war. Dafür spricht auch, dass Jablonski jede Aussage zum gestrigen Abend verweigert. Es soll ja Schiedsrichter geben, die sich nach solch spielentscheidenden Fehlern wenigstens entschuldigen…

Kiel vs F95: Tzolis humorloser Strafstoß (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Tzolis humorloser Strafstoß (Screenshot: Sky)

Jedenfalls ließ er sich dann nach drei Minuten bequatschen, doch noch auf den Punkt zu zeigen. In rotweißen Fankreisen hatte man damit kaum noch gerechnet. Natürlich trat das griechische Schlitzohr an (der nach Meinung des Ergebenen mal wieder Fortune des Tages war) und versenkte ohne Mätzchen sicher und flach in die linke Ecke. Hätte schon der Siegtreffer sein können… Tatsächlich aber hatten die Gäste nun noch 40 Minuten Zeit, drei Punkte zu holen, um den direkten Aufstieg um Bereich der Möglichkeiten zu halten.

In der 74. Minute gab es dann zwei Wechsel, von denen einer bei den Beobachtenden ein erstauntes Hä? auslöste. Thioune brachte Duffy Daferner für Vince Vermeij. Weil Vince aber weder angeschlagen noch ausgelaugt wirkte, scheinen die Coaches gemeint zu haben, Duffy würde in der letzten Viertelstunde eher scoren als Vince – ein verrückter Gedanke! Sicher, Mijnherr Vermeij überzeugte mit seiner Arbeit nicht in dem Maße wie gegen Nürnberg, aber mit seinem Kopfball, den ein Kieler mit der Hand abwehrte, hatte er eine der größten Torchancen des Spiels, und er war nicht verantwortlich dafür, dass es keine Bude wurde.

Kiel vs F95: Rettungstat des Störche-Schlussmanns (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Rettungstat des Störche-Schlussmanns (Screenshot: Sky)

Ísak Jóhannesson ersetzte Shinta Appelkamp, der nach einer fleißigen Vorstellung ein bisschen platt war, und brachte auch einen Ticken mehr Dynamik in die Sache. Seine Bude gegen Nürnberg scheint ihm auch die eigene Fehlentscheidung ausgetrieben haben, er könne besser spielen als Tore schießen. Jedenfalls ließ Ísak in der 81. Minute eine Bombe aufs Tor los, die der Störche-Torwart mit Mühe entschärfen konnte.

In der 83. Minute Marlon Mustapha für Yannik Engelhardt zu bringen, war nachvollziehbar. Erstens, um eine Doppelspitze auf den Platz zu holen, und zweitens, weil der gute Yannik leicht angeschlagen war, nachdem er von einem Gegner was auf den Knöchel bekommen hatte. Außerdem brachte Daniel Thioune Käpt’n Hoffmann für Jordy de Wijs, dem nach seinem Klopper in der zweiten Minute keine Fehler mehr unterlaufen waren. Der Grund dafür könnte gewesen sein, dass sich der Hoffy drau0en auf der Bank am meisten über die krasse Fehlentscheidung aufgeregt hatte und dementsprechend emotional aufgeladen auf die Wiese kam.

Kiel vs F95: Tzolis' letzte Chance (Screenshot: Sky)
Kiel vs F95: Tzolis‘ letzte Chance (Screenshot: Sky)

Und trotz der immer noch sichtbaren Wut blieben Rudelbildungen aus, was angesichts der bekloppten Schiri-Leistung an ein Wunder grenzt. Denn dass dieser Jablonski unsere Jungs verpfiffen hat, darüber herrscht auch in den diversen Medienberichten Einigkeit. Und doch bleibt die Frage, ob die Fortuna diese entscheidende Partie wirklich gewonnen hätte ohne den nicht gegebenen Elfer und die ebenfalls notwendige rote Karte. Auch wenn die Mannschaft ein gutes Spiel lieferte und den Hausherren durchgehend leicht überlegen war.

Nutzt alles nichts. Nachdem der FC St. Pauli heute wie erwartet gegen Osnabrück gewonnen hat, geht es also in die Relegation am 23. und 27. Mai gegen den Verein, der dann in der ersten Liga den 16. Tabellenplatz belegt. Zur Auswahl stehen – zumindest theoretisch – der Äff-Zeh, Union, Mainz und Bochum. Aktuell spricht vieles dafür, dass es diesen Karnevalsverein aus Rheinland-Pfalz treffen wird. Man kann sagen, dass dies das schwerste Los wäre, denn die Meenzer haben ihre letzten acht Partien nicht verloren, und nur die Tatsache, dass der BVB mal wieder auf unfaire Weise in den Abstiegskampf eingegriffen und sich hat schlagen lassen, bringt die Rettung der 05er in Reichweite.

Euer Ergebener Berichterstatter hat überhaupt keinen Bock auf Relegation und findet immer noch, dass diese Ausscheidungsspiele abgeschafft gehören, weil es nicht sein kann, dass zwei Partien ein Team um den Lohn einer gelungenen Saison bringen können.

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3 Gedanken zu „Kiel vs F95 1:1 – Gut gespielt, vom Schiri beschissen

  • Also schwach wie sich de Wijs beim Gegentor verhält, anstatt mit dem Gegenspieler einfach mitzulaufen und zu decken, unfassbar. Kommen wir zum Schiri Jablonski, unfassbar was da gestern passiert ist, das ist Betrug, dass kann man nicht anders beschreiben, er schaut es sich ja auch mehrfach an, eine klare Verhinderung eines Tores. Das er auch den zweiten Elfer nicht geben wollte (oder nicht gesehen hat), also das muss der DFB prüfen und den Schiri sperren. Hier sollte auch Fortuna auf Aufklärung bestehen, das ist keine Unsportlichkeit.

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  • Herr Woyke wird heute 80. Für die Jüngeren. Er war einer der geilsten Torhüter Fortunas.
    Es war ein Riesenspaß, den Torhüter mit „Huhu Woyke“ zu begrüßen.
    Genau so geil war die Fahnenweihe im Mittelkreis, bei dem mutige Fans dazu über den Zaun kletterten und von den Ordnern geduldet wurden. Sollte man wieder einführen.
    Gefährlich waren auch die Szenen als Balljungen, die Bälle im Aus vor den kampfbereiten Schäferhunden holen mussten.
    Schluss jetzt: doch zuletzt noch alles gute und Frieden für Georg Koch. Sehr geil.

    Und doch noch: Kastenmeier immer Note 1 bitte, liebe RP! Allein für den Namen. Spielt er mal scheiße dann 1-. Kommt schon, RP, reißt euch zusammen!

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  • Es gibt nur einen Schiedsrichter auf diesem Planeten, für den diese Situation kein Handspiel war.
    Und genau den haben wir am Samstag erwischt …
    Naja, Handball hat ja im Großraum Kiel eine lange Tradition.
    Vielleicht war es aber auch eine Regelsonderauslegung, um endlich auch mal einen Klub aus Schleswig-Holstein der ersten Liga zuzuführen.
    Sehen wir es praktisch – Haben wir halt noch 2 Bonusspiele.

    Den Verletzten – Jamil und „Brummschädel“-Felix – jedenfalls gute Besserung und schnelle Genesung.
    Dass der Kieler Torwart dem armen Felix nach Spielende so quasi als Entschuldigung eine Autogrammkarte von Chuck Norris hat zukommen lassen kann ich jedoch leider nicht bestätigen …

    Und auch meinerseits alles, alles Gute für Georg Koch.
    Einmal Fortune, Immer Fortune.

    Wir sind bei Dir!

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